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Konzerte Berichte (75)

Es ist Soilwork in Leipzig und keiner geht hin. Den Eindruck hätte man haben können, als man am vergangenen Freitag im Hellraiser ankam und eine nahezu leere Halle vorfand. Sicher, die Konkurrenz war mit den Leipziger Disillusion im Werk II und Callejon im Täubchenthal hart, aber Leute, SOILWORK! Tatsächlich war das Konzert der Melodic Death Metal-Helden eines der besten in diesem Jahr. Ärgert euch, ihr Kostverächter! Wir berichten, euch auch, warum:

T.A.N.K (Think Of A New Kind) eröffneten den Abend pünktlich. Nicht nur auffallend schnuckelig, sondern auch auffallend gut nahmen wir die Franzosen war. Zu Beginn des Gigs standen vereinzelte Konzertbesucher am Mischpult mittig in der Halle, nur eine Hand voll in der ersten Reihe. Doch schnell füllte sich der Bereich vor der Bühne, die ersten Konzertbesucher moschten und zollten den charismatischen und leidenschaftlichen Metalern Tribut. Seit 2010 veröffentlichen diese Alben, haben mit Soilwork-Stimme Björn Strid bereits einen Song gemeinsam aufgenommen. Es lohnt sich, die Band, die sich selbst als eine Mischung aus Melodic Death und American Thrash beschreibt, mal zu googeln und Songs der Alben kostenlos von deren Webseite zu streamen. Wir sehen T.A.N.K. zukünftig  mit Headlinerpotential auf den Festivals. Einst von französischen Fachzeitschriften als Newcomer des Jahres benannt, steht den Parisern nach dieser Tour mit Soilwork und Hatesphere sicher die Welt offen.

T.A.N.K.

Apropos Hatesphere: Was hatten wir wieder Spaß! Die dänischen Thrasher mit Death-Metal-Einschlag und Sänger Esben „Esse“ Hansen bringen nicht nur treibenden Sound auf die Bühne, sie gaben uns auch das Gefühl ein Teil der Band zu sein. Ob kleine Spiele und Späße, Zuprosten oder der Weg von Esse ins Publikum – Hatesphere bezogen die Leipziger Fans ein und sorgten dafür, dass es bald vor dem Mischpult brechend voll und nur noch dahinter leer war. Vielleicht half auch, dass die Band, die extrem viele Umbesetzungen in ihrer 22-jährigen Bandgeschichte erlebt hat (nur noch Gitarrist Peter „Pete“ Lyse Hansen ist Gründungsmitglied) mittlerweile in sich geschlossen wirkt. Wir sehen hier klares Comeback-Potential zu alten Tagen!

Hatesphere

Soilwork blicken auf 20 Jahre Bandgeschichte zurück und auch hier ist kaum ein Stein mehr auf dem anderen. Nur Björn „Speed“ Strid ist als Gründungsmitglied noch aktiv, hat sich jedoch ein starkes Team aufgestellt, mit dem er in aktueller Besetzung seit 2012 spielt. Soilwork können auch auf dem Wacken brillieren, doch wie ist es vor einer nur halbvollen Halle in Engelsdorf? Na grandios!

Soilwork

Nicht nur die letzten Alben der in den frühen 2000ern zu Kult gewordenen Mitbegründer des Melodic Death Genres werden über alle Maße gelobt - von uns wird auch die Liveshow gefeiert. Klasse Sound, brillant gespielt, laut und heftig präsentieren Soilwork eine Mischung aus Songs ihrer Bandgeschichte und denen des neuen Albums. Während die neuen Songs heftiger sind, bieten Klassiker wie „Bastard Chain“ oder „Follow The Hollow“ immer noch Gänsehautpotential. Das Publikum brüllt mit, singt die melodischen Riffs mit, bangt und moscht. Björn Strid wählt einen Captain aus, der, stolz wie Oskar, einen Circle Pit anführt und allen voran durch die Halle moscht. Bier wird verschüttet, es wird gelacht und getanzt – ein toller Abschluss für einen tollen Abend. Fans der aufkeimenden Melodic Death-Stunde Anfang der 2000er hätten sich vielleicht einige weitere Klassiker gewünscht und Stimme und Glückshormone komplett im Hellraiser gelassen. Doch spannend an Soilwork ist ja eben gerade diese Weiterentwicklung. Das Publikum, von jung bis alt, ist wohl ein perfektes Indiz dafür, dass die Band es schafft, ihre Fans über Jahre mitzunehmen, zu halten und neue Fans zu gewinnen. Wenn die Livequalität weiterhin so klasse ist, stehen wir vor dieser Bühne noch mit 60!

 Soilwork

 

 

Von Kopf bis Fuß perfekt

Fear Factory als Geburtstagskind des Jahres ausgezeichnet

Das war doch mal ein 20ter Geburtstag nach Maß! Geile Mucke, Bier, ein fröhliches Feiervolk, schöne Frauen, starke Männer und das Geburtstagskind selbst war so richtig gut drauf. Warum uns das einen Bericht wert ist? Weil das Geburtstagskind die Band Fear Factory ist, die wir am 01. Dezember im renovierten Berliner Columbia Theater besucht haben.

Bei einer Feier will ja niemand der erste sein, der auf der Party auftaucht. Das scheint auch in Berlin Motto zu sein, denn als die erste Vorband des Abends, Dead Label!, die Bühne betrat, war der Saal noch mager gefüllt. Pech gehabt, liebe Nachzügler, denn Dead Label! waren ein toller Einstieg für diesen Modern Metal Abend. Die Iren, die unter anderem mit dem Produzenten von All That Remains an ihrer neuen Single gearbeitet haben, überzeugen mit treibenden Basedrums, coolen Riffs und Kopfschüttelgarantie. Seit fünf Jahren touren Sänger und Basser Dan O' Grady, Gitarrist Danny Hall und Drummerin Claire Percival unter Anderem an der Seite von Machine Head durch die Welt, arbeiten hart am Erfolg. Wir sehen keinen Grund, warum der sich nicht in größerem Maße einstellen sollte. Den Berlinern gefiel der Grove Metal mit Screams und so war die Halle nach dem Auftritt von Dead Label! nicht nur voll sondern aufgeheizt.

Livemusik auf einer Feier ist immer ganz schön, die zweite Band war jedoch fast schon ein Zaubertrick im Line Up der Demanufacture-Tour: Once Human. Wie, ihr kennt Once Human nicht?

Once Human, das sind der Ex Machine Head Gitarrist Logan Mader, Sängerin Lauren Hart und Damn Rainauld (Bass) sowie Ralph Alexander an den Drums. Zugegeben: Ende 2015 wurde das erste Album der Kalifornier veröffentlicht und ihr könnt die Band schon allein deswegen kaum kennen. Merkt euch jedoch ihren Namen, hier kommt was Großes auf euch zu!

Wie eine jüngere und heißere Angela Gossow präsentiert sich Lauren Hart unter dem Jubel der Fans, flirtet mit dem Publikum und brüllt ihre Growls in die Menge. Sofort haben Once Human die Menschen in der Hand, die unter den kreischenden Gitarrensoli von Logan Mader schmelzen. Melodischer, moderne Death Metal präsentiert sich uns, wenig Klargesang vermischt mit Ohrwurmmelodien und einer Livepower, die Spaß macht und ansteckt. Kein Haar bleibt mehr auf dem Anderen, wenn wir uns an Arch Enemy erinnert fühlen und doch eine ganz eigene Note in der Musik von Once Human erkennen. Nach 12 Jahren, in denen Mader vor allem produziert hat (u.A. Five Finger Death Punch und Gojira), ist dieses Livecomeback gelungen – wir freuen uns auf mehr!

Mittlerweile platzt das Columbia Theater aus allen Nähten, die Stimmung ist großartig und es gibt immer wieder Fangesänge als die Bühne für Fear Factory umgebaut wird. Auf der Theaterbühne, leicht zurück versetzt, wird ein riesiges Drumset enthüllt, die Lichtanlagen getestet und Nebelmaschinen auf ihren Einsatz vorbereitet. Dann wird es dunkel. Mike Heller nimmt an den Drums Platz, Burton C. Bell betritt die Bühne in perfekter Lichtstimmung, Jubel ertönt als die Band durch Dino Cazares (Gitarre) und Tony Campos (Bass) vervollständigt wird. Die Amerikaner fackeln nicht lange, spielen ihr komplettes „Demanufacture“-Album. Bell bedankt sich mit heiseren Ansagen, feuert das Publikum an und war doch selten stimmlich so stark wie heute. Auch Cazares und Campos wirken elektrisiert, es scheint, als verschmelzen Publikum und Band, feiert gemeinsam diese tolle Metalparty. Nach 11 Songs ist der Abend noch nicht vorbei. Eine umfangreiche Zugabe wird angekündigt und die Band verspricht nicht zu viel. Es sind Klassiker wie Edgecrusher oder Martyr, die das Columbia Theater endgültig zu einem Schmelztiegel machen. Keiner der nicht bangt, tanzt oder mosht, niemand der nicht durchgeschwitzt ist, jubelt und schreit, mitsingt und klatscht. Doch was ist es, das dieses Konzert so besonders macht? Eine Band, die in sich angekommen scheint? Eine kleine und gemütliche Location mit stufenhaftem Aufbau und toller Sicht zur Bühne? Klasse Sound und eine Lichtshow, die das Konzert wie ein fünfter Mann begleitet? Oder einfach gute Musik, die, mal progressiv und eindringlich, mal laut und treibend aber immer perfekt beim Publikum ankommt? Es war natürlich eine Mischung aus all diesen Komponten. Fear Factory erschaffen eine rundum gelungene Geburtstagsfeier. Sie brachten uns mit tollen Vorbands zusammen, die musikalisch perfekt auf den Hauptact vorbereiten. Sie wählten eine Location, die Clubatmosphäre schuf und doch festlich genug war. Sie zeigten die Größe einer 20-jährigen Metalkarriere und doch Fannähe und Spiellust. Mit anderen Fans verbrachten wir auch nach dem Hauptact noch einige Zeit in der Halle. Jeder wirkte glücklich, einige holten sich Autogramme von den bereitwillig wartenden Vorbands oder tranken noch ein Bier. Jeder war sich einig: Diesen Abend könnten wir sofort wiederholen! Wir hoffen dass Fear Factory bald wieder den Weg zu uns wagen und freuen uns drauf!

Fotos zum Konzert.

 

 

 

4. Gothic meets Klassik 24. bis 25. Oktober 2015 in Leipzig


Bereits zum vierten Mal fand es nun im Oktober 2015 in Reihe statt, das legendäre Gothic meets Klassik in Leipzig!

An den nun schon traditionellen beiden Wochenendtagen im Herbst begeistern, in den Leipziger Spielstätten, Haus 

Auensee sowie im Gewandhaus zu Leipzig, renomierte Bands und Künstler der schwarzen Szene ihre Fans.
Am ersten Festivaltag gibt es die live Musik und Show im gewohnten schwarzen elektronischen Stil, so präsentiert im
Haus Auensee, gefolgt am nächsten Festivaltag mit klassischer Umsetzung eines Symphonieorchesters in dem berühmten und
ehrwürdigen Gewandhaus zu Leipzig.

Den wunderschönen Nachmittag nutzten wir zu einem gemütlichen Spaziergang durch den naheliegenden Auenwald mit seinem
herbstlichen Gewand. Es sollte nicht mehr lange dauern, bis den herbstlichen Rabenschwärmen gleich die ersten schwarz
gekleidete Besucher, aus allen Himmelsrichtungen kommend, sich am Haus Auensee trafen. So einige lang bekannte
Gesichter, Freunde und Kollegen sah man schon von weitem. Nun hieß es: Auf zu Gothic meets Klassik!

Den Auftakt zum Gothic meets Klassik im Haus Auensee am 24.10.2015 bildeten die drei „eiskalten“ Protagonisten Dr.
Schnee, Der Frost und Celsius von EISFABRIK. Diese drei Herren treten nur unter ihren Pseudonymen auf und hatten eine
sehr ansehnliche Dekoration mit recht pfiffigen Ideen. Wie der produktive Name in Kombination mit der Eiszeit schon
sagt, durften auch eisige Utensilien wie die weiße Winterbekleidung nicht fehlen ebenso wie der rieselnde Schnee
während der Show. Musikalisch eingeordnet zwischen Dark Electro und Future, garantierte das Trio, das sich gerne auch
als elektronischer transsibirischer Express betitelt, mit ausdrucksstarken Gesang, individuellen Lichteffekten und
Showeinlagen einen einzigartigen Stil. Dies war auch Wegweiser für Platz 15 in den Deutschen Alternativen Singlecharts
(41. KW 2015). Ein toller Einstieg zu Gothic meets Klassik und zunehmend füllte sich nun auch die Spielstätte mit
schwarz gekleideten Fans und interessiertem Publikum.
Es sollten die Leipziger Jungs von Toy folgen, als Heimspiel sozusagen vor einem netten Publikum. Die Leipziger Band
TOY wartete im Anschluss mit elektronische Musik gespielt auf konventionellen Instrumenten auf. Was
grenzüberschreitend erschien, ist musikalisch gewollt und macht einen vielschichtigen Reiz aus, der sicherlich nicht
jedermanns Geschmack trifft. Das Publikum soll Musik als leichte, spielerische Angelegenheit wahrnehmen und so wurde
es dann auch bis in die letzten reihen zelebriert. Es gab schöne Songs zum tanzen und mit singen, die musikalische
Leistung war gut und mit einer schönen Gitarrenbegleitung sollte es nun mit Mesh weiter gehen! Die kurze Pause davor
nutzten wir um uns ein Getränk zu holen, gleich sollten Mesh die Bühne entern. Das Haus Auensee war jetzt gut gefüllt
und man traf viele Bekannte und Freunde. Die Synthie-Poper Mesh aus dem englischen Bristol füllten den Saal wie
gewohnt mit purer Energie, eingängigen Melodien, minimalistischen Synthieklängen und emotionalen Gesang. Das sorgte
nicht nur in den vorderen Reihen für einige Bewegung in der Menge, viele glückliche Gesichter und begeisterte
Beifallsbekundungen. Mesh hatten es geschafft, die Fans waren glücklich und der Saal voller Energie!

Nun näherte sich der Abend immer mehr einem Highlight. Viele Fans waren extra nur für Sie da: Anne Clark! Ein
Highlight des Abends im Auensee bildete die Grand Dame der New-Wave-Bewegung. Wer dabei Anne Clark auf ihre
bekannteren Songs aus den 80ern reduziert, wird überrascht sein, auch andere Seiten an ihr zu entdecken. Der
poetischen Endzeitromantik ist sie treu geblieben und die Mischung austanzbar-treibenden und träumerisch-
introvertierten Nummern gepaart mit einer ausfüllenden Lichtshow kam beim Publikum sehr gut an. Während sich die einen
im Tanzen ergingen, lauschten die anderen den Klängen in stiller Faszination. Emotionaler Tiefgang vom feinsten; mit
Worten die zu Bilder wurden. Aber auch nach den Zugaben sollte es weiter gehen, Bühne frei für Covenant!
Die Headliner des Abends Covenant haben sich in ihrer 25-jährigen Bandhistorie den Status einer Ausnahme-Electro-
Formation redlich verdient, diverse Klassiker und Hymnen gehen auf ihr Konto. Der Saal vom Haus Auensee tobte mit, die
Fans tanzen und sangen zu den Liedern! Ein Abend der keine Ende finden sollte mit tollem Sound und eindrucksvoller
Lichttechnik! Ein sehr gelungener erster Festivaltag neigte sich nun unerbittlich dem Ende mit einer freudigen
Erwartungshaltung auf den zweiten Festivaltag!

Setlist Anne Clark:
1. Oxford Suite
2. Seize the Vivid Sky
3. Alarm Call
4. Heaven
5. Leaving
6. Killing Time
7. Elegy for a Lost Summer
8. The Haunted Road
9. No Coward Soul is Mine
10. Echoes Remain Forever
11. The Hardest Heart
12. Whisper of Shells
13. Abuse
14. Boy Racing
15. Sleeper in Metropolis
16. Our Darkness

Setlist Covenant:
1. Babylon dawn
2. Bullet
3. Thy Kingdom come
4. Tension
5. Riot
6. Wasteland
7. Brave new World
8. Ignorance and Bliss
9. 20Hz
10. Prime Movers
11. Improvisation
12. Lightbringer
13. Last Dance
14. Call the Ships to port
15. Happy Man
16. Ritual Noise


Der erste Festivaltag im ausverkauften Haus Auensee wurde erfolgreich abgeschlossen und nun sollten sich am
Sonntagabend die Tore des Gewandhauses öffnen. Es folgte nun am 25. Oktober 2015 der klassische Tag von Gothic meets
Klassik im Gewandhaus zu Leipzig. Zu Gast im Gewandhaus war das polnische Symphonieorchester aus Zielona Gora welches
die klassische, musikalische Untermalung für Mesh, Anne Clark und Covenant darbot. Die drei Acts sollten im Gewandhaus
ihre Songs neu arrangieren, in einem klassisches Gewand gehüllt und begleitet von dem Symphonieorchester. An dem
leicht verregneten lauen Herbstabend erkannte man schon viele Besucher von weiten. Fast alle waren sehr elegant in
schwarz gekleidete und die zum Teil weit gereisten Fans strömten zum komplett ausverkauften Gewandhaus. Es war ein
sehr schön anzusehendes Bild, man meinte bald, es seie die Zeit des Wave Gothic Treffens zu Pfingsten. Viele Bekannte,
Freunde und Kollegen trafen wir auch im feinen schwarzen Zwirn auf den Fluren und Gängen des Gewandhauses. Noch blieb
uns Zeit für ein Getränk und zu einem kurzen Gespräch oder "Hallo" sagen. Bald nun suchten wir unsere Sitzplätze und
mit der sehr freundlichen Unterstützung vom Gewandhauspersonal stellte dies kein Problem dar. Wir konnten nun
bewundern wie sich der ehrwürdige Saal komplett füllte, mit Fans und Gästen, die ebenso wie wir eine große
Erwartungshaltung hatten. Die vielen verschiedenen und schöne Stile der Besucher der Gothic Szene, in überwiegenden
schwarzen Farben der eleganten Kleidung, war sehr schön zu betrachten.
Nun sollte es los gehen und pünktlich begann der Konzertabend mit Mesh! Sie eröffneten den zweiten Festivaltag mit
"Just leave us alone" ein wunderbarer Einklang auf den nun folgenden Konzertabend. Das Publikum genoss die folgenden
Stücke in einer wunderbaren Atmosphäre. Es passte wirklich gut von Anfang an! Die lichttechnische Untermalung bot von
jedem Platz aus ein wunderbares Erlebnis, dem Auge des sitzenden Publikum wurde faszinierendes geboten. Mesh hatten
von Anfang an den perfekten Sound des Symphonieorchesters genutzt, um ihren Songs einen neuen angenehmen klassischen
Mantel zu geben. Überhaupt überzeugte dabei vollkommen das Symphonieorchester auf seine ganz professionelle einmalige
Art. Ein älterer Dirigent, ein wahrer Meister seiner Zunft, mit erstklassigen Musikern von Weltrang, welche ihren
Instrumenten wunderbare Klänge entlockten, im geradzu grandiosen Zusammenspiel, man meinte es sei in einem Stück
gegossen! Da war der Name Programm, Gothic meets Klassik, sehr gut umgesetzt! Allerdings mit einem weinnenden Auge,
vielleicht auch zu kurz das Konzert, denn Zugaben gab es keine.

Nun sollte es aber an der Zeit sein für Sie! Anne Clark folgte als zweiter Act! Sollte auch Anne Clark die sehr hohe
Erwartungshaltung meistern? Ganz gewohnt in ihrer so typischen Art erschien Anne Clark und begann mit "Killing Time",
einem ihrer Klassiker, neu umgesetzt mit der klassischen Musikuntermalung des Symphonieorchesters.
Anne Clark`s so ganz eigener Gesang harmonierte sehr gut, diesmal ohne die gewohnten synthetischen musikalischen
Beilagen, man hörte es zugleich, da trafen zwei so verschiedene musikalische Welten aufeinander, so dass es nur noch
ein Genuss war in diese perfekte Mischung mit ein zu tauchen. Alte Klassiker von Anne Clark ganz neu interpretiert,
dabei besonders genannt "Sleeper in Metropolis und "Our Darkness", weckten somit alte Erinnerungen aber diesmal in
ganz anderer musikalischer Fassung.
Ihre Neuinterpretation ist ihr so gut gelungen, dass man es sich davon eine Wiederholung oder gar ein neues Album in
diesen Stil wünscht! Aber wer wenn nicht Anne Clark schafft so einen kulturellen Hybrid, in der Form von Gothic meets
Klassik in Leipzig?! Somit war zweifellos der zweite Act vom Abend eines der Höhepunkte. Anne Clark und das
Symphonieorchester aus Zielona Gora zogen alle Register dazu! Perfekter Sound und magische Lichteffekte rundeten dies
zusätzlich ab! Viele Fans machten Erinnerungsbilder mit ihren Handtelefonen. Allerdings wünschte man sich auch jetzt
eine längere Spielzeit oder gar Zugaben! Leider lag dies nicht im Zeitlimit, unter tobenden Beifall verabschiedete
sich Anne Clark mit einem ihr geschenkten farbenfrohen Blumenstrauß.

Somit wurde es nun endlich Zeit für Covenant und eine kleine Pause und Bühnenerweiterung später betrat der sehr
elegant gekleidet Eskil Simonsson die Bühne vor dem Symphonieorchester. Viele Fans der Band waren anwesend, es wurde
sogar mit mehreren Kameras ein Videomitschnitt von dem Fanclubs Covenant`s erstellt. Darauf dürfen wir gespannt sein!
Einige hätten vielleicht akustisch etwas anderes erwartet, aber auch daran lag der Reiz dieser einmaligen Mischung.
Im Zusammenspiel mit Gothic meets Klassik im Gewandhaus zu Leipzig war es ein interessantes Musikerlebnis, auf jeden
Fall! Mit Ummantelung der wunderbaren klassischen Musik gab sich Eskil viel Mühe um die hohe Erwartungshaltung zu
erfüllen. Wieder verzauberten Lichtspiele das Gewandhaus während der dargebotenen Stücke, viele schöne Klassiker wie
"Brave new world" oder "We stand alone", an diesem Abend ganz anders dargeboten, erfreuten die Fans. So geht wie immer
jeder schöne Abend zu Ende und wir freuen uns auf Gothic meets Klassik in 2016!!

Eisfabrik

T.O.Y.

Mesh

Anne Clark

Covenant

 

Zwischen Himmel und Hölle

Kvelertak, Anthrax und Slayer elektrisieren Leipzig

Was für ein Gewitter, was für epische Setlists, was für ein Abend! Schon in der Vorankündigung versprachen wir, dass das Konzert von Slayer, begleitet von der Extreme Metal Band Kvelertak und den Thrash-Helden von Anthrax der Hammer werden würde. Alter Schwede, wir haben nicht zu viel versprochen!

 Schwarze Presse

Vorbei an Autos mit wummernden Bässen und kreischenden Gitarren liefen wir vorfreudig zum Haus Auensee. Unser Weg endete auf Höhe des Eingangstors auf der Straße, wo sich die wartende Masse verteilt. Anstehen? Hier? Wir wurden nervös, sollten doch Kvelertak in weniger als zehn Minuten die Bühne betreten. „Wir wollen rein, wir wollen rein!“, riefen ein paar hundert Metalfans uns tatsächlich öffneten die Securities die Schleusen und innerhalb einer viertel Stunde löste sich der Pulk auf. Gut gemacht! Im Inneren des Auensee drängten wir uns vorbei an den Massen zur in den Wintergarten umgezogenen Garderobe, gönnten uns ein Pils und sahen noch die letzten Songs von Kvelertak, die die Massen begeisterten. Zugegeben, so richtig ausrasten würde man die altersmäßig angenehm bunt gemischte Menge erst bei Anthrax und erst Recht beim Headliner sehen, aber die Norweger sorgten schon früh für Headbangen, Jubel und emporgereckte Fäuste. Zu Recht! Ein Hammersong nach dem anderen spielte Pingpong zwischen den Säulen des Auensee und schon jetzt wurde klar, dass der Sound für diese Location beachtenswert sein würde. Sänger Erlend Hjelvikund seine Mannen (darunter drei Gitarristen!) spielen fast ohne Pause, rau und headbangend. Dass die Band, die selbst das norwegische Kronprinzenpaar Haakon und Mette Marit schon live begeistert hat, erst mit ihrem zweiten Studioalben tourt merkt man nicht. Durchgeschwitzt sind wir zumindest jetzt schon! Schnell noch eine Raucherpause, Gedränge um wieder ins Innere zu kommen und kurze Zeit später fanden wir uns „Caught in a Mosh“ wieder.

Anthrax aus New York ist nach zahlreichen Besetzungswechseln seit 2011 wieder richtig fett im Geschäft. Sie sind Entertainer, haben legendäre Songs im Programm und wissen verdammt nochmal wie man begeistert! Sänger Joey Belladonna, musikalischer Kopf Scott Ian und die anderen Bandmitglieder begannen mit einem Auszug der Setlist aus ihrem Big Four-Konzert, spielten dann weitere Klassiker und trafen vor allem mit Indians ins Schwarze. Glück, Begeisterung, Euphorie! Das grandiose Set endet mit „Long Live Rock’n’Roll, einem Rainbow-Song im Andenken an Ronnie James Dio. „You can’t stop Rock’n’Roll“, verabschiedet sich Belladonna – zu Recht, denn mit Bands wie Anthrax wird es immer Juwelen geben, die unsterblich sind!

Ebenfalls unsterblich sind die Headliner des Abends: S.L.A.Y.E.R.!

Schwarze Presse

 Mit Repentless haben sie wohl nach 34 Jahren Bandgeschichte eines ihrer besten Alben hingelegt. Tom Araya und Kerry King haben den Tod von Jeff Hanneman offensichtlich kreativst verarbeitet, spielen mit Gary Holt und Drummer Paul Bostaph nun auch schon ein paar Jahre und – um es vorweg zu nehmen – hauen das Publikum einfach nur weg! Da stehen nach einem spannenden Intro mit düsterer Einstimmung hinter dem fallenden Vorhang über 50-jährige Giganten, die dir eine Setlist um die Ohren hauen, die am nächsten Tag Muskelkater und ein stetiges Grinsen verursacht! Ob der Kracher „Repentless“ als Einstieg, „Mandatory Suicide“, „Seasons in the Abyss“ oder am Ende das Trio Infernale „South of Heaven“, „Raining Blood“ und „Angel of Death“ als Abschluss – ohne sich groß feiern zu lassen und das Publikum zu Lobeshymnen zu bitten werden unsere Ohren verwöhnt. Riesige schwenkbare Kreuze über der Bühne und die großartige Lichtstimmung waren nettes Beiwerk, der wummernde Sound ein Geschenk und Slayer eine Offenbarung. Moshpits bilden sich sogar weit hinten, die Haare fliegen überall im Publikum, Fäuste recken in die Höhe, Schreie und Jubel überall. Das ist die Musik, von der Außenstehende nie verstehen werden, warum wir sie hören: Aggressiv, dunkel, kreischend, halsbrecherisch schnell, antichristlich und doch für uns melodisch, ergreifend, mitreißend und treibend. Vereint stehen wir nach dem Konzert vor der Bühne, wollen nicht gehen, müssen schwitzen, wollen Bier, grinsen glücklich und sind selig. Zugegeben: Das war sicher nicht unser billigstes Metal-Konzert, aber sicher jeden Euro wert. Wir verneigen uns und haben nur noch einen Wunsch: Ein Bett. Naja, und vielleicht am nächsten Tag nochmal dieses Line-Up, diese Setlists und diese Bands...

 Schwarze Presse

 

 

Ein Rückblick auf ein grandioses Konzert in einem einmaligen historischen Gemäuer.

 

Nun war es soweit, Joachim Witt, die graue Eminenz der Neuen deutschen Welle besuchte im Rahmen seiner „Hände hoch“ Tour Leipzig.

Ein Jahr nach seinem gewaltigen Album „Neumond“ legte der Altmeister 2015 mit seinem neuen und sehr persönlichen Album „Ich“ nach.  Damit verbunden eine Tour durch Deutschland, welche den treffenden Namen hatte „Hände hoch“!

Das Konzert in Leipzig war auch das letzte seiner Tournee im Jahre 2015, aber gerade dieses Konzert sollte einen wunderbaren stimmigen Abschluss geben.

Bei der Wahl der Spielstätte wurde im Vorfeld schon sehr viel Geschmack bewiesen, es sollte das historische Leipziger Stadtbad sein, welches schon seit geraumer Zeit ein Dornröschenschlaf hält und nur zu einigen und dazu seltenen Konzerten einlädt.

  

Aufgrund einer plötzlichen Erkrankung des Sängers der Gruppe Down Below musste diese leider absagen, aber die entstandene Lücke füllte ganz gut die Berliner Band INTRASONIC welche dem Publikum schon mal kräftig mit Industrial/Elektro Rock einheizten.

Dies ist eine noch etwas unbekanntere Band von der wir bestimmt in Zukunft mehr hören werden.

 

Es folgten nach einem kurzen Umbau der Bühne die Gruppe Leichtmatrose, ein Trio was auch sehr schnell einen guten Draht zu den Konzertbesuchern hatte, da wurde es nicht nur in den ersten Reihen schon so richtig eng.

Ein kräftiger Sound mit knackigen Texten und dynamisch, sympathischen Frontmann am Mikrofon, der so einige lustige Sprüche auf Lager hatte, passte sehr gut zur Atmosphäre des sich immer mehr füllenden Stadtbades.

Sehr guter Sound, schöne Melodien und feine Texte runden das Bild der zweiten Vorband ab. 

In der Zwischenzeit war der Saal des Stadtbades schon sehr gut gefüllt mit Fans und Konzertbesuchern.

Dabei muss man ja sagen, eigentlich befindet man sich über dem Schwimmbecken der Männerschwimmhalle, welche einen künstlichen Boden hat.

 

Gut gelaunt erinnerte ja auch Joachim Witt daran, dass man über einem leeren Schwimmbecken steht, aber später mehr dazu.

Nun wurde die Bühne erneut umgebaut, es blieb noch Zeit sich ein Getränk zu kaufen und die schöne Architektur des Stadtbades zu bewundern.

Nicht wenige Konzertbesucher erinnert sich daran, vor langen Jahren in den Becken ihre Runden geschwommen zu sein. 

Überhaupt war das Publikum sehr gut gemischt, viele ältere Fans die Joachim Witt schon seit seiner neuen deutschen Welle Heldenzeit als der goldene Reiter kannten. Hinzu von älterem bis jugendlichen Publikum war alles vertreten.

Einige Familien waren in mehreren Generationen dabei. 

Nach etwa einer halben Stunde Umbaupause sollte das Konzert beginnen. Nebel, blaues Licht und die Musik erklingt mit den Klängen „Über das Meer“, langsam begibt sich die Band auf ihre Plätze aber der große Künstler lässt sich noch etwas Zeit bis er mit markanter Stimme erscheint und sein neues Stück als Intro zum Besten gibt.

Eine ganz tolle Atmosphäre obliegt diesem einstieg, so wie ein roter Faden ziehen sich die weiteren neuen Songs von Joachim Witt grandios durch den Konzertabend.

Man merkt es schnell, einem sehr gut gelaunter Witt gefällt es, man merkt ihm sein hohes biblisches Alter gar nicht wirklich an, oder liegt das an der doch etwas anderen Frisur? Wo sind denn die langen Haare hin?

Dies konnte aber einen Entertainer wie Witt wenig kümmern, mit seiner ganz eigenen Art zog er das Publikum in seinen Bann.

So gab er einige lustige Anekdoten zum besten, gepaart mit einer Fülle gesellschaftskritischer Songs und Anregungen die aber gerade durch seine unnachahmlich Art sehr gut ankam.

Ebenso wie das Zusammenspiel der Band, eine perfekt gepaart Synthese aus Elektro, Schlagzeug und Gitarre.

Dazu immer wieder die live Musik passend umrahmt mit bunten Lichteffekten angepasst mit einer Portion Nebel.

Die Songs vom neuen Album, ja nun schon acht Mal gespielt aber auf jedem Konzert natürlich zum ersten Mal, kamen sehr gut an beim Publikum.

Die Zeitreise sollte aber erst beginnen und man tauchte weit in die NDW Zeit Edelweiß des Jahres 1982 ein aber nur um weiter Epochen und grandiose Stücke aus seiner Laufbahn zum Besten zu bringen.

Von Bayreuth über Die Flut, der Herbergsvater trällerte perfekt unterstützt von Fans und Bands seine unvergessenen Hits.

Doch der wohl am bekannteste Song sollte noch fehlen. Joachim Witt verabschiedet sich, doch nur um laut gefeiert und beklatscht zu werden zu weiteren Zugaben auf der Bühne.

So auch mit der Version des Jahres 2015, der Goldene Reiter, markant, der Saal tobte und die Fans warteten nur darauf, auf ein „… nun seid ihr dran … „!

 

Jeder schöne Abend geht zu Ende, wir sagten Adieu und immer wieder gerne zu einem Joachim Witt Konzert.

 

GALERIE

God Is An Astronaut – Helios|Erebus Tour im Werk 2

Ein sphärischer und sinnlicher Hauch von Melodie… 

...mitsamt eines explosiven Gemischs, das an Vielfältigkeit und Emotionen wohl kaum zu übertreffen war.

JeffkWer sich an jenem Freitag in der beliebten Location im Süden der Messestadt einfand, wartete gespannt zusammen mit langjährigen Kennern und frischen Anhängern des Rock-Genres auf eine Space-Rock-Band aus dem beschaulichen irischen Glen of the Downs. Mit einer mittlerweile über 10-jährigen Geschichte blicken God Is an Astronaut auf sieben unverwechselbare Alben und eine EP zurück und entwickelten sich im Laufe der Jahre zu einer der bekanntesten Post-Rock-Bands ihrer Zeit. 

Support erhielten sie von der Leipziger Band jeffk. Drei energiegeladene Burschen, die das Publikum ohne große Umschweife in ihre Welt des instrumentellen Rocks entführten. Lediglich ein kurzes „Hallo und bis später“ holte den Zuhörer nach einer ersten Hörprobe ab, bevor sich ein beschwingter und doch schwermütiger Klangteppich über die Halle legte. Mit ihren experimentellen Songs schafften die Musiker auf diese Weise den würdigen Einstieg in einen stimmungsvollen Abend. 

Als schließlich Jamie Dean sowie Torsten & Niels Kinsella die Bühne betraten, begann erneut die Reise durch kraftvolle und zugleich schwerelose Rhythmen. Eine Reise durch ein in Nebel gehülltes Lichtmeer aus wechselnden Farben und Silhouetten, das dem Raum einen ganz besonderen Charme verlieh. Eine Reise, bei der sich das Publikum auch ohne actionreiche Bühnenshow dem intensiven Musikgefühl hingab. Die letzte Platte Helios|Erebus (2015) erschien im Juni dieses Jahres und macht der Tour mit ihrem „Light vs. Dark“-Konzept alle Ehre. Mit einer einzigartigen Hingebung spielte die Band nicht nur Songs aus dem derzeitigen Album, bei der der gleichnamige Titel in verträumten Tönen, das mitreißende Centralia sowie das dynamische Pig Powder natürlich nicht fehlen durften. Man wartete auch mit Stücken aus früheren Alben auf. So zum Beispiel mit dem nachdenklichen From Dust to the Beyond der ersten Platte The End of the Beginning (2002). Auch der Klassiker Echoes und das energische und zugleich besonnene Reverse World lagen im Gepäck. In endlos erscheinenden Mustern aus Gitarren- und Bass-erfüllten Takten, die mit elektronischen Tönen verziert wurden, entfaltete sich die instrumentelle Schwerelosigkeit von Lied zu Lied. Nicht zuletzt der Verzicht auf jeglichen Gesang machen die Auftritte von God Is An Astronaut deshalb zu einem ganz besonderen Erlebnis. 

Mit einem gelungenen Abend, der ganz im Zeichen der futuristischen Musik stand, dürfen die Fans in Leipzig – und einen Tag später in Berlin – auf einen effektvollen Ausklang der Europa-Tour zurückblicken. Wer sich selbst von den Melodien der irischen Band verzaubern lassen möchte, muss sich bis 2016 gedulden und einen längeren Weg auf sich nehmen. Ab Februar folgen einzelne Konzerte in weiteren ausgewählten Städten in Russland, der Ukraine und Weißrussland. (19.02. Kiew (UA), 20.02. Minsk (BY), 21.02. Moskau (RUS), 22.02. Sankt Petersburg (RUS))

Text: Maria K.

Camouflage - Greyscale Tour - Leipzig Werk 2 - 02.10.2015

 

Ein Rückblick auf einen schönen Herbsttag im Oktober.

Nun war es endlich soweit, Camouflage luden im Rahmen ihrer „Greyscale“ Tour in das Leipziger Werk 2.

Nach ihrer Südamerika Tour im September 2015 folgten Konzerte in Leipzig und Zürich.

Leipzig hatte die Ehre, für den Tour-Abschluß die Bühne zu bieten!

 

Camouflage, es ist ja DIE deutsche Synthie Pop Band die bereits in den 80èr Jahren in Deutschland und den USA mit ihren Hits Erfolge feierte.

Sie prägten mit Songs wie „The great Commandment“ sowie „Love is a Shield“ seit über 30 Jahren wie keine andere Band ihrer Stilrichtung.

Es folgten Album auf Album um nun ergänzt zu werden mit dem genialen Album "Greyscale".

 

Wie erwartet war das Werk 2 vollkommen ausverkauft. Die Berliner Vorband Palast stimmte musikalisch im 80´er Stil einen schon gut gefüllten Konzertsaal ein.

Die drei Jungs gaben sich ordentlich Mühe und der Konzertsaal füllte sich spürbar.

In der kurzen Pause bauten die Techniker flink die Bühne um, für uns war es Zeit sich noch schnell ein Getränk an der Bar zu holen.

Immer mehr Fans strömten in das Werk 2, das komplett ausverkauft war.

Kurz vor 20.00 Uhr begann das Konzert, begleitet vom Publikum mit lauten Klatschen und einer tollen Lichtshow.

Auch im Werk 2 schafften es die Baden-Württemberger sofort dieses angenehme 80´er Feeling im Publikum zu verbreiten.

Es waren sehr viele ältere Fans, gemischt mit Freunden, Familien sowie auch jüngeren Fans anwesend.

Viele sangen bei den Klassikern mit, tanzten zum Synthie Sound, der erstklassig die Lautsprechern verließ.

Immer wieder, von funkelnden und interessanten Lichteffekten der Bühne begleitet, war es sehr angenehm sich im Strom der Songs treiben zu lassen.

Auch kleinere technische Pannen sollten kein Problem darstellen, schließlich war es ein Live Konzert und da kann auch mal ein Synthesizer ausfallen.

Immer wieder beindruckte das perfekte Zusammenspiel der Band, die ihre Fans regelrecht mitrissen, mit einem sehr gut ausgewogenen Mix aus alten Hits und neuen Songs.

Genau das war sehr angenehm zu hören, diese Schiene der Musik von Camouflage, wie diese nun sich seit über 30 Jahren treu geblieben sind und man schreibt das Jahr 2015.

Damit war es auch eine kleine Zeitreise in vergangenen Jahre umrahmt von der markanten Halle A des Werk 2.

Es wurde die neue Single "Count On Me" vorgestellt, leider ohne Peter Heppner der wenige Tage zuvor ebenfalls in Leipzig weilte.

Dieser Abend war ein absolutes Highlight, da stimmte alles!

Gerne wieder, der Abend war sehr schön, bis zum nächsten Mal.

 

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Ein Rückblick auf einen schönen Herbsttag im September.

Nun war es endlich soweit, Peter Heppner und Band luden zur zweiten exclusiven Akustik Tour in das Leipziger Gewandhaus.

Nicht nur das Publikum, sondern auch die Band und Peter Heppner nehmen Platz, das Konzert wird sitzend genossen und dargeboten.

Ein gut gelaunter Heppner begrüßt das Leipziger Publikum im komplett ausverkauften Saal des Gewandhauses.

Die Erwartungshaltung liegt Natur gemäß hoch, so soll doch gerade der besondere Klang der akustisch dargebotenen Stücke eine ganz eigene verzaubernde Atmosphäre erzeugen.

Damit startete ein besonderes Konzert seiner schönsten Hits aus vergangenen Jahren.

Nicht nur der Notenständer vor dem sitzenden Sänger erinnerten an alte Wolfsheim Zeiten, so manches Stück wurde in einer umgekrempelten Version am Abend dargeboten.

Der starke Applaus nach jedem Stück zeigte das Publikum ebenso wie Band und Sänger in einer Welt sind während Heppner eine sehr schöne Version von „Meine Welt“ darbietet.

Es waren einige Stücke in Akustik dem Original sehr ähnlich, andere wiederrum erzeugten einen ganz eigenen Charakter der das Konzert durchaus bereicherte.

Diese Atmosphäre wurde sehr passend und perfekt von Sänger und Band zelebriert. Ebenso perfekt dazu passte die Lichttechnische Gestaltung und der Sound.

An einem Glas Rotwein nippend erfreute Peter Heppner seine Fans,  die mit Spannung das nächste Album warten, mit einer Überraschung neuer Stücke des kommenden Albums.

So war auch die Setlist im Vergleich zur ersten Akustik Tour etwas abgewandelt.

Am Ende des Konzerts stand das Publikum händeklatschend bis zu einer Zugabe.

Es beschließt eine besondere Version von „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ mit einem Lächeln in den Gesichtern der Fans.

Alles in allem ein gelungener Abend, man hätte noch stundenlang zu hören können.

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We are all dancing

Sono & Northern Lite bringen die Festung zum Beben

Auf der Festung Königstein, holla hi, holla ho, tanzt du in die Nacht hinein, holla hiahoo.


SonoIn schönster Abendsonne an einem brandheißen Tag ächzen wir steinerne Treppenstufen nach oben. Sono und Northern Lite warten dort auf uns, ein Co-Headliner-Konzert mit Aftershowparty zwischen Jahrhunderte alten Mauern. Ein Fahrstuhl fährt uns durch den Berg, auf dem die Festung über der Sächsischen Schweiz thront und wie von dem Pförtner angekündigt entschädigt uns ein Ausblick über Elbe, Täler und Berge für die Strapazen des Aufstiegs. Bei einem Bier blicken wir ins Land und gehen dann ins Innere des Burghofes, wo eine Bühne zwischen Grillständen einem kleinen Publikum gegenüber steht. Essen und Getränke sind günstig und gut und schon bald betreten Sono gut gelaunt die Bühne. 

Ob „Flames Get Higher“ als Einsteiger, „2000 Guns“, „All Those City Lights“ „Better“, viele weitere Songs plus „Keep Control“ – das Set enthält alles was ein Fan braucht. In einer altmodischen Hose und gemustertem Hemd springt Frontmann Lennart Salomon umher, spielt leidenschaftlich Gitarre und bringt das Publikum zum Mitsingen. Er sieht ein bisschen nach Urlaub aus mit seiner Sonnenbrille und so fühlen wir uns auch, als wir gut gelaunt mit Cocktail in Flip Flops im Sonnenuntergang tanzen.  Nach zwei neuen und noch einigen bekannten Songs schließen Sono mit dem grandiosen Coversong: „Killer“, das 1990 von Seal gesungen und von Musikfans direkt in die Top 10 gekauft wurde. Ein Knaller und für uns, die laut „Solitary Brotheeeheeeeheeer…“ singen ein würdiger Abschluss für einen echt coolen Gig.

Northern LiteWas kann jetzt eigentlich noch kommen, fragen wir uns, als Northern Lite die Bühne betreten. Cool wie 007 steht Andreas Kubat mit Sonnenbrille anfangs noch etwas zurückhaltend, später gut gelaunt vor der jubelnden Menge. Alle haben Platz zu tanzen als die Band mit dem Coversong „We Are All Dancing“ starten und später mit dem QOTSA-Cover „Go With The Flow“, „What You Want“ und den Zugaben „I See A Darkness“, zu der Kubat Johnny-Cash-mäßig in der Sonnenbrille in die Nacht singt, und „My Pain“ eine einfach nur schweißtreibende Show abliefern. So macht Elektropop Spaß!

Als die ersten Klänge der World-Violation-Aftershowparty erklingen verwandelt sich die Festung Königstein in eine Mode-Party mit alten Liedern (haben alle Mode-Party-DJs die gleiche Playlist?) bei leider anfangs schlechtem Sound, Videoanimationen auf den Sandsteinwänden und im Dave-Style tanzenden Fans. Wir hätten uns eher Konservenmucke gewünscht, die mehr auf die Dynamik des Konzerts eingeht. Lennart kann doch so gut auflegen, warum schreibt er da Autogramme anstatt uns noch etwas Feuer zu geben? Wir merken schnell, dass das stundenlange Tanzen auf unebenen Natursteinen in die Knochen geht. Man soll gehen wenn es am schönsten ist, denken wir uns und verlassen nach einem tollen Konzert die Festung gen Tal. Sono waren toll, Northern Lite nochmal eine Schippe besser und eigentlich wollen wir das am liebsten gleich nochmal!

Alle Fotos vom Konzert findet ihr hier!


03.-05.07.21015 - XXII. With Full Force Festival

3 Tage, 54 Konzerte, 120 Grad, 1000% und 24.000 Fans!

 

Erst von allen Seiten gut durch gegrillt und dann von oben bis unten einmal durchgeweicht. Ein irres Wochenende mit extremem Wetter und extremer Musik liegt hinter uns! 

 

Das With Full Force 2015 hat seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und den ca 24.000 Fans, den Bands und allen Beteiligten ordentlich eingeheizt sowie alles abverlangt. Höchsttemperaturen von 40 Grad im Infield und kaum spürbare Abkühlung in den viel zu kurzen Nächten machten die diesjährige Auflage des traditionellen Hardcore-Familientreffens auf dem Flugplatz Roitzschjora zu einer infernalischen Hitzeschlacht. 

 

Doch nicht nur die Witterung auf dem WFF war gnadenlos, auch das diesjährige Lineup stellte sich der Illusion einiger ruhiger Stunden mit kühlem Dosenbier im Klappstuhl vehement entgegen. Anders als bei anderen großen Festivals gibt es beim Force keinen schonenden Einstiegstag, sondern drei Tage vollstes Programm. Der Auftakt zu insgesamt über 50 schweißtreibenden Konzerten oblag  dabei den Lokalhelden von Walking Dead on Broadway, die kurz nach Fraitag Mittag dem bereits bestens gefüllt Hardbowl Zelt ordentlich einzuheizen wussten. Während der Nachmittag auf der Main Stage mit den Italienern Destrage und den Griechen von Suicidal Angles südeuropäisch dominiert wurde, ebneten mit Pro Pain und Fear Factory zwei US-Urgesteine den Weg für die Headliner des Abends. Von Progressive und Thrash über klassischen New York Hardcore bis zum einzigartigen Industrial Sound der Combo um Burton Bell - schnell wird auch Neulingen auf dem Festival klar, dass hier jedem Geschmack etwas geboten wird. 
Besonders bemerkenswert war der Auftritt der Extreme Metaller von Carcass. Obwohl sie nun schon seit 30 Jahre (mit langer Unterbrechung) die Bühnen der Welt erschüttern, wussten die Briten um 
Bill Steer und Jeff Walker kraftvoll zu begeistern. 
Nach einem kurzen aber erheiternden Abstecher zu den Kassierern ins Zelt und einer Überdosis an Hoden und prallem Bierbauch wartete dann auch schon mit Parkway Drive der erste Headliner auf die Fans, die zweifelsohne mittlerweile auf Betriebstemperatur angekommen waren. Die Australier, die zuletzt eine Double-Headliner-Tour mit dem Samstag-Krachen Heaven Shall Burn ansolviert hatten, verstanden es mit einer gelungenen Mischung aus alten und neuen Songs auch noch das letzte Bisschen an Power aus den tobenden Pits herauszukitzeln, so dass nur ein besonders harter noch die nötigen Körner hatte, sich bei der anstehenden Knüppelnacht bei Belphegor und Co den Rest zu geben.

Auch der Samstag begrüßte die Hardcore-Fans mit gnadenlosem Sonnenschein und einem Programm, dass so manche Konkurrenzveranstaltung alt aussehen ließe. Beim steten Wechsel zwischen Main Stage und Hardbowl machten sich die strategisch bestens platzierten Trinkwasserstellen über alle Maßen bezahlt. Ein sensationeller Service der sicher so manches Hitzeopfer verhindert hat und den man nicht genug loben kann. 

Beim nachmittäglichen Bühnen-Ping-Pong ließen weder die etablierteren Bands auf der Hauptbühne (Dr. Living Dead & Deez Nuts) noch die Vertreter der härteren Gangart im Zelt (More Than a Thousand, Texas in July & Nasty) etwas anbrennen. Besonders die belgischen Beatdown-Ikonen brachten das Hardbowl Tent mächtig in Rage. Frontman Matthias hatte mächtig Spaß daran, in vorderster Front und bei vollem Fankontakt die Meute anzupeitschen; zur Freude der bestens beschäftigten Security. 

Ein wenig seltsam mutete kurz darauf das Backdrop der Spaßtruppe aus Castrop-Rauxel an. Dass der Schriftzug Äskimo Kohlboi die Bühen zierte, zeigt zwar dass auch bei der besten Planung mal was vergessen werden kann, aber auch dass man auf einem Festival wirklich nicht viel mehr als reichlich Bier und eine Rolle Gaffa braucht. Die gute Laune ließen sich die Herren von Eskimo Callboy jedenfalls nicht verderben, sondern steckten ganz im Gegenteil die zahlreich erschienenen Fans problemlos an und luden so manch junge Dame zu einer kleinen Bootsfahrt ein. 

Hardcore-Punk aus der Oberliga gab es danach bei Agnostic Front und ihrem charismatischen Gitarristen Vinnie Stigma zu hören. Die treibende Akkorde und der geradlinige Sound animierten nicht nur bei der AF-Hymne "Gotta Go" zu einem ordentlichen Schweine-Pogo! 

Einen knüppelharten Übergang zum absoluten Highlight des WFF 2015 lieferten im Anschluss Mille Petrozzas Kreator mit einer imposanten und Feuer-lastigen Show ab. Die beste und erfolgreichste Thrash-Band diesseits des Atlantiks gab den Metalcore-Anhängern eine kurze Verschnaufpause und den langhaarigen Metallern eine ideale Gelegenheit die staubige Matte zu schütteln. 

Vollgas voraus hieß es danach bei Heaven Shall Burn! Die Saalfelder Metalcore-Helden um Marcus und Eric Bischoff machten ohne Zweifel klar, wer in Roitzschjora ein Heimspiel hat und fegten einen Kracher nach dem anderen durch die Circlepits. Die beeindruckende Show aus Pyros und reichlich Flitterkram, umrahmte eine bunte Auswahl an neueren Machwerken und Alltime-Classics und wurde gekrönt von einem imposantem Feuerwerk - dem  unumstrittenen Höhepunkt des gesamten Wochenendes.

Den Samstag rundete das traditionelle Saturday Night Fever mit einem echt knorken Auftritt der meisten Band der Welt Knorkator ab. Nach einer kurzen Wartezeit (Headlinerfeuerwerk hat Vorfahrt) begann das Konzert jedoch gleich mit einer Schrecksekunde als Stumpen im Übereifer und im vollen Hoppse-Hoppse-Modus die Bühnenkante verfehlte und unfreiwillig die zahlreich erschienenen Fotografen im Graben begrüßte. Es folgten eine Wassertaufe für Gitarristin Jen Majura, ein Bällchenbad der besonderen Art und  onstage Nachwuchsförderung für und mit Timtom. Spaßfaktor 1000%!!!

Tag drei im gefühlten Vorhof zur Hölle brachte Temperatur weit oberhalb des allgemeinen Wohlfühlniveaus und auch bei uns schwanden langsam die Kräfte. Schongang und Durchschnaufen am Nachmittag und dann noch ein letztes Mal Attacke am Abend.

Mit den Melodic-Death Veteranen von Arch Enemy und ihrer Vollgas-Frontfrau Alissa White-Gluz bot sich dafür eine großartige Gelegenheit. Die Kombination aus stimmgewaltigem Energiebündel und markigen Sounds machen nicht zuletzt die Liveauftritte der Schweden immer wieder zu einem Hörgenuss. 

Kein bisschen ruhiger ging es kurz darauf bei  Randy Blythe und John Campbell und den Kollegen von Lamb of God zu. Pünktlich zum neuen Album "Sturm und Drang" touren die Herren aus Richmond momentan durch Europa und kommen später in 2015 auch nochmal nach Leipzig zurück und bringen mit Children of Bodom gleich noch ein Schwergewicht der Szene mit. 25 Jahre nach ihrer Gründung haben die Groove Metaller nichts verlernt und waren eine willkommene Bereicherung im Lineup. Gerne wieder! 

Den unfreiwilligen, weil ungeplanten Abschluss auf auf der Main Stage bestritten am Sonntag Abend die Hardcore-Ikone um die Koller-Brüdern Lou und Pete - Sick of it All! Nachdem sie im vergangenen Jahr mit ihrem Album "Last Act of Defiance" sauber abgeliefert hatten, gab es auch auf der WFF Main Stage kein Halten; und davor gleich gar nicht. Volle Eastcoast-Power gegen den aufziehenden Sturm. Band und Fans gaben alles, aber Mutter Natur war nach 120 Grad in drei Tagen gnadenlos und unaufhaltsam.

Was dann folgte war zwar schade, aber fraglos völlig richtig und nach den Erlebnissen früherer Jahre absolut vernünftig. Das verfrühte Ende des Festivals und die Streichung der Konzerte von Eisbrecher, Rotting Christ, The Ruins of Beverast und nicht zuletzt In Flames traf jedoch auf breites Verständnis seitens der Fans und war angesichts des massiven Unwetters die einzig Richtige Entscheidung der Veranstalter. Viele der Gäste traten noch in der Nacht eine zwar verfrühte, aber überaus koordinierte und besonnene Heimreise an, werden aber ohne Zweifel ebenso im kommenden Jahr wieder kommen, wie die gecancelten Bands.

Ein dickes Danke ans With Full Force Festival-Team, all die großartigen Bands, an die starken Jungs in den Gräben, all die fleißigen Hände vor und auf der Bühne, auf den Campinggrounds und allen Ständen und ganz besonders an all die hitzeresistenten Fans!

That was a hardcore blast! See you again next year!

Abschluss-Trailer: https://vimeo.com/133223671

Unsere Bilder: WFF Bilder 2015