14.-16.06.2018 - WITH FULL FORCE XXV @ Ferropolis

On: 20/06/2018

25 Jahre With Full Force - sturmfrei in Ferropolis

Ein viertel Jahrhundert Erfahrung sichert Verlässlichkeit und Routine im zweiten Jahr in der Stadt aus Eisen. Ein würdiges Jubiläums-Line-Up bietet einem bunt gemischten Publikum ein breites Spektrum von voller Härte bis bester Laune. Auch wir waren als Gratulanten vor Ort und haben Euch unsere Eindrücke mitgebracht.

Lobeshymnen und Anerkennung für die routinierte Organisation in der neuen Location gab es für die Macher des With Full Force schon völlig zurecht im Vorjahr. Viele der Kritikpunkte und Wünsche der Fans fanden bei der diesjährigen Organisation Berücksichtigung und halfen so, auch die zweite Runde in Ferropolis und damit das nun schon 25. With Full Force zu einem erstklassigen Auftakt in den Festivalsommer zu machen. Die insgesamt knapp 70 Band verteilt auf Ferrox Main Stage, Impericon Hardbowl und deutlich aufgerüstete Metal Hammer deckten wie bewährt ein unglaublich breites Spektrum von Punk über Metal, Grind- und Hardcore ab. Hier für euch eine Vielzahl von Bands in der Einzelkritik:

Donnerstag

Kataklysm: Ihr neues Album Meditations ist gerade mal vor 10 Tagen bei Nuclear Blast erschienen. Grund genug sie wieder auf die Bühne zu holen. Die 91 Gegründetes Band sollte so ziemlich jedem Metaller ein Begriff sein. Zwischen Powerflo und Budy Count, bieten sie ein ordentliches Kontrastprogramm und lassen keinen Nackenmuskel verschont.

Stick To Your Guns: Bunter hätte der Strauß bereits am ersten Tag auf der Mainstage nicht sein können. Stick To Your Guns peitschten ein Hardcore-Gewitter über die Bühne. Die Sonne verbrannte alles, was sich vor der Bühne befand,  hielt die Fans aber nicht davon ab diese Band gebührend zu feiern. Die zeigten, dass sie mehr sind als fünf süße Sunnyboys aus Kalifornien. Wie fünf Flummis ließen sie die Bühne beben und feierten den Auftakt mit ihren Fans.

Body Count: Nachdem Powerflo früher am Tag bereits die Marschrichtung vorgaben, hieß es nun für Body Count feat. "Ice motherf%$&ing T, bitch" dem Ganzen die Krone aufzusetzen. Wer die Show auf dem Rock am Ring gesehen hatte, wusste,  was ihn erwartet... nämlich genau die gleiche Show. Aber wer weiß ob man jemals wieder die Chance dazu hat. Also versammelten sich die Massen vor der Bühne. An Bord waren zwei Gründungsmitglieder, Freunde und natürlich die Familie so war Baby Ice, mittlerweile der älteste Sohn mit auf der Bühne und wir durften Ice Ts aktuell jüngste Produktion in Form seinerzweijährigen Tochter bewundern. Mit dem Publikum wurde geklärt, wer die Band noch aus den 90ern kannte
und wer die 90er noch nicht mal erlebt hatte. Was man Body Count auf keinen Fall abstreiten kann ist ein riesiger Unterhaltungsfaktor für Groß und Klein.

Caliban: Einer der mittlerweile wohl größten Metalcore-Acts Deutschlands wurde auf die  Hardbowl verbannt. Diese, wer hätte es erwartet, quoll förmlich auseinander. Das im Mai auf Century Records erschienenes Album stieg auf Platz neun der Alternativen Album Charts ein und unterstreicht einmal mehr die Erfolgsgeschichte der Essener. Seit 21 Jahren bespielen sie Internationale Bühnen und sorgten bereits am Donnerstag mit ihren Fans für einen absoluten Abriss!

Bullet For My Valentine: Hier muss man wieder den Sunny Boy-Status anerkennen. So  schmachteten die Mädels vor der Bühne und feierten den Headliner des Abends mit absoluter Textsicherheit. Dem Publikum wurde sauberer Metal zwischen Core und Melodic Death ohne Schnickschnack und größerer Interaktion geboten. Ein Vorgeschmack auf das am 29.6. erscheinende Album gab es ebenfalls.

Belphegor: Eröffneten die Knüppelnacht des ersten Abends auf der Hardbowl-Bühne. Nebel zog über die Bühne ins Publikum. Das Publikum lichtete sich, übrig blieb der „harte Kern“. Die Black Metal-Götter aus Salzburg bewiesen den Publikum, dass es sich gelohnt hatte, so lange zu warten und die 45 Minuten vergingen wie im Fluge. Wer Belphegor bereits live gesehen hat, wie, was gemeint ist. Wer das noch nicht hat, sollte dies ganz schnell nach holen.

Meine Vorfreude auf Abbath wisch der Müdigkeit und so gaben wir uns geschlagen und schlichen zum Zeltplatz. An dieser Stelle sei gesagt, dass das Busshuttle-System gern etwas überarbeitet, bzw. verfeinert werden könnte. Die Wartezeiten waren doch oft recht lange. Müde aber zufrieden fielen wir in unsere Zelte und hörten in der Ferne Abbath rumoren.

Tag 2: Der Wettergott hatte Gnade und schickte uns Wolken. Somit war der Tag warm, trocken und erträglich.

Dritte Wahl: Rostocker Punkrock vom feinsten. Humorvoll abgeschmeckt, gab es Lehrreiches zur Datenschutzverordnung, Bassistenwitze (die waren zumindest mir auch alle neu) und das Bestehen des Punkabiturs. Du konntest nicht mit einem solchen Abschluss stolz zu Mutti nach Haus fahren? Dann empfehlen wir einen Besuch eines Dritte Wahl-Konzerts. Du hast einen oder mehrere? Empfehlung gilt trotzdem. Was die Band mit Wölfen und Karpfen gemeinsam haben? Aus Datenschutzrechtlichen Gründen müssen wir hier die Berichterstattung eingrenzen und verweisen zurück zur Empfehlung.

First Blood: Bereits seit 2002 sind die, aus Kalifornien stammenden Jungs von First Blood unterwegs. Aktuell befinden sie sich, mit neuem Album „First Blood: Rules“ und  Lionheart auf Deuttschland-Tournee. Da bot es sich für beide quasi an mit uns und ihren Fans 25. With Full Force zu feiern.

Ektomorf: Die charismatischen Ungarn sind vielen Festival Besuchern ein Begriff. Sind sie doch regelmäßig in allen Line-Ups europäischer Festivals zu finden. Mittlerweile reisen sie auch mit eigener Headliner Tour durch die Landen Zu Recht! 2004 gegründet bezeichnen sie ihre Musik als Groove Trash Metal. Gegroovt haben sie ordentlich und zogen viele begeisterte Fans bereits im Nachmittags Programm vor die Bühne der Mainstage. Ektomorf wissen wie man feiert. We raise the „Black Flag“!

Moscow Death Brigade: Was mir vor Jahren als Geheimtipp empfohlen wurde, ist längst keiner mehr. Drei Russen mit Laptop und Rapgesang waren etwas Extravagantes im Rahmen des Hardbowl-Programms. Maskiert und nur echt mit dem Krokodil, ihrem Markenzeichen. „Hip Hop Hardcore Punk“ bezeichnet sich die Musikrichtung. Aha. Die Pausen zwischen den Songs wurden von den Fans mit Gesangseinlagen „Forever, forever Antifaschista“ begleitet, des weiteren hatte die Band bis dato auf dem Festival die meisten Crowdsurfer. Dies sollte sich aber noch ändern. Moscow Death Brigade wurde 2007 unter dem Namen „Hoods up 495“ geründet. Außerdem spielen die Jungs noch in einem Crossover-Sideproject namens „Sibirian Meat Grinder“. Sehenswert!

Megaherz: Die Metal Hammer Stage hatte etwas den stiefmütterlichen Status. Sie wurde kaum beachtet und war stets  eher spärlich besucht. Die Band Megaherz, eine der großen Vertreter in der Neue Deutsche Härte-Szene, hatte zumindest ein paar eingefleischte Fans ziehen können. Im Michael Myers-Tribut-Outfits betrat die Band die Bühne, kurz darauf folgte Sänger Alexander Wohnhaas, gewohnt mit Clowns-Make-Uup. Ab Herbst kommen die Jungs auf „Komet“ Tour.

Nothing More: Meine Neuentdeckung auf dem Festival. Und schon wieder komme ich ins Schwärmen. Der Sänger sieht aus wie der Zwillingsbruder von Jim Morrison und hat eine Bühnenpräsenz wie Jamiroquai. Jeder Musiker der Band wirkte als hätte er sein eigenes Kunstprojekt am Laufen und kombiniert das in einer Band. Tatsächlich sind die bereits länger im Geschäft und haben schon 6 Alben auf dem Markt, mehrere Billboard Chart Platzierungen und waren außerdem 2018 für den Grammy nominiert. Die Band macht sich stark für Menschen mit Psychischen Erkrankungen und kooperiert mit diversen Organisationen. Ich bin überzeugt, von denen hört man in Zukunft noch Einiges.

Eskimo Callboy: Metalcore aus Castrop Rauxel. Wieder der Moment an dem man da steht und denkt. „Mensch sind die groß geworden“ - und das in vielerlei Hinsicht. Begannen hatten sie doch 2008 und haben noch die kleinen Bühnen bespielt, die niedlichen Jungs. Nun stehen sie zum Nachmittag auf der Mainstage, als gestande Männer, dick im Geschäft und haben eine volle Hütte vor sich. Partylaune war angesagt. Die Interaktion untereinander und mit dem Publikum sorgte für eine Becherflut Richtung Stage. „Das nächste Mal sagen wir, wir brauchen Handys!“ Die Stimmung kocht, die Masse tobt. Alles richtig gemacht! Bis Mitte August befinden sich die Jungs nun noch auf großer Sommer Festival Tour.

We Butter the Bread with Butter: „Eine Band mit diesem Namen setzt sich nicht durch“, haben sie gesagt. Ich dachte damals, der Name hat Eier, die machen das schon. Recht hatte ich. Heute haben sie mit einem Dino vor drei weiteren Dinos gespielt. Wer hätte das gedacht?! Im Ernst, ich habe nicht verstanden warum Eskimo Callboy, die Mainstage bekommen und WBTBWB die Hardbowl. Ende vom Lied: Auch hier brach die Hardbowl wieder fast auseinander. Die Stimmung war großartig. WBTBWB ist heute auf einer guten Hardcore-Party Pflicht! Anfang des Jahres meldeten auch sie sich mit einem neuen Album zurück. Dino-Power!

Hatebreed: gaben uns nach dem aktuellen Programm erst mal eins auf die 12! Wichtiges zuvor: Die Jungs befinden sich aktuell auf Tour und kommen Ende des Jahres auch nochmal rum. Brutal und Energiegeladen besser kann man ihre Shows nicht bezeichnen. Bereits zum 9. mal spielen sie auf den With Full Force. Ich freue mich auf die nächste Runde Ende des Jahres.

Perkele: Die Punkrock Band aus Schweden mit dem Finnischen Band Namen. Fakt: Perkele ist ein gebräuchliches Schimpfwort und heißt Teufel. Mittlerweile ist Perkele etwas gesetzter und macht immer noch kultigen OI Punkrock. Party on!

Judas Priest: mit einer halben Stunde Verspätung, auf Grund eines technischen Problems, betreten Judas Priest die Bühne. Die aus Birmingham stammende Band wurde in den 79ern gegründet und gilt heute als Vorreiter vieler Metalbands. So war natürlich auch der VIP-Bereich gut gefüllt. Im Gepäck ihre bekanntesten Werke, so rockten sie in alter Manier und zur Begeisterung eines rundum vollen Infields ihre multimediale Show.

Cradle Of Filth: Der heutiger Opener der Knüppelnacht zog deutlich mehr Leute zur Bühne und so war die Hardbowl gut gefüllt, als nun ebenfalls mit einer halben Stunde Verspätung Dani Filth mit Band die Bühne betrat. 45 Minuten Show mit unerwarteten Circle Pit und Crowdsurfern. Der Band hat es gefallen und sie belohnten die Fans mit Songs wie „From Cradle To Enslave“ und „Her Ghost In A Fog“. Meine Erwartungen einen Song aus „The Cruelty And The Beast“ zu spielen, erfüllten sich leider nicht. Fakt: Das Album „ Cruelty and the Beast“ feiert dieses Jahr 20 Jahre und war ein Meilenstein in der Geschichte der Band. Zur Feier wird das Album nochmal neu aufpoliert und erscheint Ende des Jahres.


Samstag und die Sonne hatte es besonders eilig und wieder aus den Zelten zu bekommen. Wer bis heute keinen Sonnenbrand hatte, sollte den spätestens heute erhalten. Am letzten Tag ist das Line-Up kein bisschen lahmer:

Pro Pain: Unser erster Pflichttermin. Pünktlich donnert der Bass durch die Boxen und Pro Pain erscheinen auf der Bühne. Seit 1992 regieren sie im Metalgeschäft mit und jeder hat zumindest schon mal etwas von den New Yorkern gehört. Bereits 14 Alben haben die Jungs auf dem Markt und sind als Live Band mehr als bekannt, touren sie schon seit vielen Jahren ausgedehnt durch die Lande. Auch sie befinden sich bis zum Herbst auf Tour.

Booze and Glory: Eine weitere Britische Oi-Band im Line-Up. Bekannt sind diese Bands und Fans für die Partystimmung, die sie verbreiten. So auch in diesem Falle: Zitat: „Booze & Glory spielen geradlinigen britischen Oi! mit vielen Singalongs und eingängigen Rhythmen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

In This Moment: Bereits 2005 gegründete Band von Maria Brink, war für viele meiner Bekannten eine Neuentdeckung. Eines der aufwendigsten Bühnendekorationen so far und Maria ließ es sich nicht nehmen, zu jedem Song ein neues Outfit zu wählen und ihr Double geschickt vorzuschicken. Sie spielten ihre Hits und hatten einen Unterhaltungsfaktor. Fakt: Laut eigener Aussage wurde ihr Kind eingetrichtert, dass sie niemals etwas werden würde und nutzlos sein. Die streng konservative Beziehung inspirierte sie nicht nur zum Song „Whore“, sondern zu einer der spannendsten aktuellen Bands und Liveshows. In den USA schon Headliner, hier noch im Nachmittagsprogramm aber unbedingt sehenswert!

Rise Of A Northstar: Die Pariser Hardcorband war die nächste auf unserer Liste und auch keine unbekannten auf dem With Full Force. Merkmale der Band sind deutlich hörbare Einfluss aus dem Hip Hop und Texte aus der Japanischen Kultur. Ebenfalls auf Sommer Festival Tour.

Mambo Kurt und Gäste: Wer Mambo Kurt kennt, weiß, das Mambo Kurt liefert. Er war wohl der erfolgreichste Act auf der Metal Hammer-Stage. Gäste waren neben dem erlesenen Publikum, die Bühnencrew, die quer über die Bühne tanzte. Als Schnapsfee agierte die bezaubernde Clodi der Elektroband „Sonorus 7“, die tanzend mit Pfeffi bewaffnet das Publikum verarztete.

Life Of Agony: Die 1989 gegründete Band löste sich 1999 auf um sich 2003 neu zu formieren. Viele Künstler haben diese Band bespielt und produziert so fallen in der Biografie Namen wie Ugly Kid Joe und Type O‘Negative. Seit Jahren konstant dabei ist Mina Caputo, früher bekannt als Keith Caputo. Schöner Rock aus New York.

Thy Art Is Murderer: Hardcore Band, hyper gehypt. Im Januar 2017 gab die Band bekannt, dass ihr Sänger Chris McMahon zurück gekehrt ist und zack geht es zurück auf das With Full Force. Die Deathcore-Band aus Sydney ist ebenfalls bis Herbst auf Tour.

Soulfly: Das 1997 aus einer Streitigkeit entstandene Projekt ist mittlerweile ein Institution im Thrash/ Death Metal-Bereich. Natürlich durfte diese Name im Line-Up nicht fehlen. 2013 haben sie ihr letztes und 9. Studioalbum veröffentlicht. Aktuell spielen sie noch vereinzelte Gigs. Fällt wieder unter die Kategorie muss man mal gesehen haben.

Asking Alexandria: Die Briten sind Überflieger im Hardcore Bereich. Eine sehenswerte Live Band zwischen Circle Pit und Akustik-Balladen. Die Band war breit aufgestellt und machte jeden Fan glücklich. „Alone in a Room“ heißt ihre neuste Singleauskopplung und versüßt den Fans das Warten auf das neue Album. Wir sind gespannt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Parkway Drive: Bombastischer Headliner, mit einer wundervollen Bühnen- und  Flammenshow sowie Interaktion mit den Fans. Ein wenig Mitleid mit der Security hatte ich schon, da wirklich jeder der Fans mal durch die Menge gesurft ist. Winston hat es auf der Bühne schön zusammen gefasst: Iron City ist mit Abstand die schönste Festival-Kulisse und das With Full Force hat mit Abstand das abgefahrenste Pubikum - und der muss es wissen, der kommt viel rum. Ein genialer Abschluss. Könnte man so stehen lassen. Aber Nein! Da fehlt noch etwas:

Birthday Special: Beatsteaks: Sind der wohl umstrittenste Act. Passen die aufs Force? Sind die genug Metal? Sie sind auf  jeden Fall genug Party! Und was will man nach solch einem Wochenende mehr? Die Beatsteaks haben gefeiert und viele mit ihnen. Publikumsnah und beladen mit Hits. Das war ein super Abschluss. Halt Nein!
Das letzte Wort hat immer noch die Mainstage:

Also holte man sich noch die Finnen von Apocalyptica für eine einstündige „Back to the Roots“ Session. Apocalyptica spielen Metallica auf 4 Cellos (naja und einem Schlagzeug). Geblieben ist mal wieder der harte Kern und sang und schunkelte zu den Klängen der bekanntesten Metallica Songs. Das war ein gelungener Abschied!

 

 

 

 

   

Read 157 times Last modified on 29/06/2018

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