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Kreuzmühle - die Beltanefeier, ein Rückblick (2022)

 

Das Licht und das Leben kehrte in unsere Welt zurück!

Nach einer langen Wartezeit war es endlich wieder soweit!

Eine Zeit, die viel zu lange verharrte in den digitalen und isolierten Welten, kehrte nun wieder zu uns zurück. Es war endlich wieder soweit, mit viel Vorfreude in den mystischen Harz zu reisen, zu Gleichgesinnten, Freunden und Bekannten. Unser gemeinsames Ziel war die Kreuzmühle zur traditionellen Beltanefeier.

Traditionen müssen gelebt werden, sonst sterben diese, nicht nur diese sondern auch wir!

 

Schon Tage vor dem Event reisten viele von unserer schwarzen Familie in den Harz.

Auch der kleine Campingplatz am lauschigen Ufer der Bode, unweit der schwarzen Mühle im Kreuztal gelegen, fühlte sich rasch mit Gästen und Besuchern und wurde genutzt zum Treffen und Wiedersehen, eben und vor allem in der realen Welt, die so viele so lange vermissten.

Die Wettergötter waren uns an diesem langen Wochenende sehr gnädig, das schönste Wetter zum Ende des Monats April zeigte sich auch und besonders im Harz.

In der Kreuzmühle wurden emsig und fleißig alle Vorbereitungen zum Fest getroffen, die Neugierigen konnten schauen und sich auf das kommende Event erfreuen.

 

Am Sonnabend war es endlich soweit!

Schon zum Nachmittag lud die schwarze Mühle ein, zu reichlich Speis und Trank im Mühlenhofe zu angenehmen Plausch und Treff.

Alle möglichen Parkplätze im Kreuztal waren schon sehr belegt, da war schon zeitig viel los.

Von überall liefen die schwarzen Gäste und Reisegruppen genau zu einem Punkt: Die schwarze Mühle!

Es war schon sehr schön anzusehen, das erhabene Schwarz wie gemalt in der legendären natürlichen mystischen Kulisse des Oberharzes.

Ein Treffen, persönlich, manche hatten lange Zeit nur den virtuellen Kontakt über das Weltnetz, aber die Realität wischte dieses sehr schnell beiseite und es war … wie früher.

Die Sonne ging ihres Weges und die Nacht übernahm das Zepter der Macht.

Wie ein Donnerschlag, vom Berge herab zogen die Krieger mit ihren weit leuchtenden Fackeln und eröffneten die Feier.

Eine unvergessliche Beltane Ritualfeier begann!

Die Gäste drängten sich im weiten Kreis erhellt vom Fackelschein und Feier.

Fasziniert vom Elfentanz, der Feuershow und Kampf.

Dann war es soweit, das gigantische Feuer wurde entzündet.

 

Langsam fraßen sich die Flammen hinein, das Feuer bemächtigte sich seiner unglaublichen Macht und strahlte im Flammenmeer eine unglaubliche Hitze und Helligkeit aus.

Umsäumt von Tänzen der Gäste, war dies das Zeichen der Zeit, BELTANE!

 

Im Mühlenhof herrschte eine faszinierende Stimmung, lange, sehr lange wurde intensiv  am Feuer getanzt, die Flammen züngelnd bis zur Glut.

Aber damit war der Abend noch lange nicht vorbei.

Auf zwei Etagen in der Kreuzmühle legten sich die Musikaufleger ins Zeug, die Tanzflächen füllend, ebenso wie in der gesamten Mühle.

Es gab auch bei lauschigem Getränk umrahmt mit vielen hübschen Details in der schwarzen Mühle viele Gespräche, Zusammenkünfte und Wiedersehn.

 

Es war eine sehr schöne Veranstaltung und es ist wichtig dass es diese Veranstaltungen eben in der Kreuzmühle gibt und weiterhin geben wird!

Unser Dank an Remo Sorge und das Team, an alle, die diese Veranstaltung ermöglicht haben!

 

Bis zum nächsten Mal, viele liebe Grüße von der schwarzen Presse, derzeit auf Reisen in Österreich.

 

 

--- > …. ein Video von der Beltanefeier KREUZMÜHLE:

Bilder

https://www.youtube.com/watch?v=BlqIjQ28Iro&t=19s

 

Lange mussten wir wieder bangen, ob das NCN selbst in seiner reduzierten Form des NCN Special stattfinden konnte und nicht wie viele andere Festivals und Konzerte in Dickicht der widersprüchlichen Anordnungen noch stolpern würde. Aber das Team um Holger hat wieder das unmögliche möglich gemacht. Mit einer Beschränkung auf 1500 Besucher wurde das Festival genehmigt und wieder eilten die alten treuen Fans zu ihrem Familienfestival. Auch Petrus war wieder auf ihrer Seite so dass es drei entspannte Tage (+Warmup) gab, Musik zwischen großen Namen und noch weniger bekannten Neuentdeckungen, zwischen besinnliche Klängen und mitreißenden Auftritten, eine echte Auszeit und Zeit für Freunde.

Das ganze Team war wieder freundlich routiniert bei der Sache  und es gab Rückzugsräume und kulinarische Versuchungen. Die entspannte Atmosphäre und die Freude, nach so langer Pause sich wieder Angesicht zu Angesicht begegnen zu können, beflügelte  sichtbar Musiker und Publikum.

 

 

Eine gute… beste Zeit.

Im nächsten Jahr hoffentlich wieder unter NORMALEREN Umständen….

Die Ankündigungen von NITZER EBB und MIDGE URE lassen schon mal ein weiteres PFLICHT-Termin der Nocturnal Culture Night erwarten.

Galerie 10.09.21

Galerie 11.09.21

Galerie 12.09.21

 

 

Was für eine positiver Eindruck, der sich sofort nach dem Betreten des Geländes einstellte… auf dem Stella Nomine fühlte man sich heimisch und an alte Festivalzeiten erinnert… unkompliziert, kurze Wege, familiär, wenig Regeln, mehr dem guten Willen aller vertrauend. Nur eine Bühne, direkt daneben eine Wiese zum Fläzen…… alle Mitarbeiter waren motiviert und freundlich. Auch die Bands waren von der Atmosphäre spürbar angetan und die Freude, wieder auftreten zu dürfen, offensichtlich!

Wo gibt es ein Festival, wo die Besucher zu einer riesigen gemeinsamen Kaffee- und Kuchenrunde eingeladen werden?

Die Campingmöglichkeit nah bis fast unmittelbar an die Bühne reichend. So ging es sehr entspannt und erholsam zu (ok, die direkt am Bühnenbereich schlafenden waren wenn Sie auch nicht den tiefsten Schlaf besaßen, dann doch der Party-Zone etwas zu nah… So wurde dann versucht die Lautstärke etwas zu senken….. ich schlief aber problemlos).

Alles in Allem für ein neues Festival ein grandioser Start….

Von mir 9,8 von 10 Punkten und nächstes Jahr sehen wir uns auf jeden Fall wieder!

Galerie 19.08

Galerie 20.08

Galerie 21.08

 

Es war Freitag und das Warm Up zum diesjährigen E-Only Festival stand an. Irgendwer hatte wohl etwas bei der Planung verpeilt, so dass die Auftaktveranstaltung nicht wie angedacht im Foyer des Stadtbades stattfand, sondern in einer Ausweichlocation in der Leipziger Innenstadt. Der Club hieß Barfusz und befand sich gleich neben dem Spizz unweit des Marktplatzes. Dass dieser Ort nicht besonders szeneaffin war, sondern sich eher durch Normalität auszeichnete, muss nicht extra betont werden. Nüchterne grau angestrichene Wände beherrschten das Bild im Untergeschoß, aber zumindest waren die Wände mit einigen roten Lichtern geschmackvoll angestrahlt. Geschätzte 250 Leute hatten den Weg hierher gefunden, der Laden war voll bis zur Bar im hinteren Teil des Raumes.

Zur Festival-Eröffnung war Minimal angesagt, vier Bands stellten das Lineup für diesen Abend.

 

 

Los ging es mit GERTRUD STEIN, eine Ein-Frau-Band mit lustiger Frisur. Ihr fiel die etwas undankbare Aufgabe zu, den Reigen zu beginnen, den Raum "minimal" vorzuheizen. So richtig wollte das noch nicht gelingen, obgleich sie sich Mühe gab, Tasten und Text in Einklang zu bringen. Eine Videoprojektion, blaues Licht auf der Bühne.. Persönlich hat sie mich nicht ganz so mitgerissen.

Erstaunlich schnell war wieder Schluss. Kein Wunder, wollten doch noch drei weitere Bands zum Zuge kommen und der Zeitplan war eng gesteckt.

Als nächste betraten RUE OBERKAMPF, Musiker aus Passau und München, die Bühne. Der seltsame Bandname stammt von einer Straße an der gleichnamigen Metrostation in Paris - wer hätte das gedacht? Gleich mit dem ersten Song legten sie richtig los, der Funke sprang über ins Publikum und erzeugte einen schönen Flow, in den man nur noch einzutauchen brauchte. Als optischen Hingucker hatten sie sich eine dreieckige Pyramide aus bunten blinkenden Neonröhren auf die Bühne gestellt, so etwas wie ihr Logo. Beats, französiche Vocals, die Synths fliegen uns um die Ohren, jetzt geht es richtig ab - aber was schreibe ich hier eigentlich? Ihr hättet dabei sein sollen! Jetzt echt!

Schwer zu sagen, wieviel die Sängerin durch ihre ziemlich dunkle Sonnenbrille überhaupt sieht. Egal, wichtig ist nur, dass sie musikalisch den Durchblick hat.. Ihr Image, kühl, distanziert, neben ihr zwei Typen - rocken ab hinter ihren Effektgeräten, der Tisch wackelt, die Leute toben. Applaus! Das ganze Set ist ein durchgängig tanzbarer Teppich, für mich jetzt schon der Höhepunkt des Abends. Und ja, es geht: Man kann auch eine Stino-Bude szenetypisch rocken!

 

 

 

 

 

Danach waren ASH CODE aus Italien an der Reihe. Ein Blick genügte, die beiden männlichen Musiker waren offensichtlich Brüder, tatsächlich sogar Zwillinge. Die Sängerin - mit blond gefärbten Haaren - spielt auch hier die Rolle der Kühlen, Ernsten, Emotionsarmen. Mir schwant, es gehört zum Image des gesamten minimal-elektronischen Genres, dass hier wenig gelächelt wird. Ja, stimmt, das muss wohl so sein.

Los geht es, ein Testbild erscheint auf der Leinwand.. Schon beim ersten Song bringen Ash Code Gitarrenklänge ins Spiel - und gleich erwischt! Von wegen E-“Only“. Aber gut, es ist eine Elektro-Gitarre. Wir verzeihen es ihnen und lassen uns ins Klang-Meer fallen.

Minimal ist ja von Natur aus nicht die dunkelste Musikrichtung. Der Sänger schafft es trotzdem, schöne Gothvibes in den Raum zu bringen, eine wohlige Dark-Stimmung breitet sich aus! Im Hintergrundvideo tritt derweil Technik und Zivilisation gegen Natur an.

Der folgende Titel > Crucified < geht zwar nach vorn los, doch nur die Hälfte des Publikums lässt sich anstecken. Die Mechanismen, was jeweils wie gut ankommt, liegen oft und auch zum Glück im Verborgenen. Wir sind eben doch keine Marionetten!

Zu > Empty Room < werden Bilder von Berlin City und Lost Places eingespielt.

"Hello Leipzig, we are so glad to be here!"

 

 

Interessant finde ich bei Konzerten mit elektronischer Musik immer wieder, wieviel auf der Bühne Playback eingespielt und wieviel live performt wird: diesmal sind es Keyboard und elektronisches Schlagzeug, die live gespielt werden. Die richtige Mischung machts, nicht zu viel, nicht zu wenig.

Der nächste Song ist so atmosphärisch, dass er im positiven Sinne fast den Rahmen der Veranstaltung sprengt. Der folgende nimmt uns wieder mit in die Minimalwelt, während > Oblivion < eher dahinplätschert. Nun erinnert ein Song ein bisschen an ihren Hit > Dry Your Eyes <, oder war er das gar? Ihr wisst: Manche Versionen sind schwer zu erkennen.

Schließlich und endlich kommt auch die elektrische Geige zum Einsatz, wobei „Geige“ etwas übertrieben ist: eine am Tisch aufgespannte Metallfeder, angestrichen mit einem Geigenbogen.

Noch > Perspective < - und schon ist wieder Schluss. Das war ein feines Set!

 

Eine längere Umbaupause gibt es für AGENT SIDE GRINDER aus Schweden. Die Bandmitglieder kämpfen mit Anschlussproblemen ihrer Geräte und Verständigungsschwierigkeiten mit dem Techniker...

Jetzt passiert etwas, was ich so noch nicht erlebt habe: etliche Leute gehen zur Pausenmusik voll ab und singen laut mit: "I take pictures, photographic pictures" "The right light, dark room" - >Photographic < von DEPECHE MODE. Da kommt plötzlich richtig Stimmung auf.

Derweil auf der Bühne: Die Geräte geben mittlerweile testweise Töne von sich und eine herabhängende Feder mit Tonabnehmer als experimentelles Accessoire wird ausprobiert..

Während die Band schließlich loslegt, bin ich in den hinteren Teil des Raumes gewechselt, um mir die Szenerie auch mal aus der Ferne anzuschauen und auf mich wirken zu lassen. Ich muss sagen, mit ihrem Synth-Pop fällt die Band etwas aus dem minimalen Rahmen des Abends heraus. Und obgleich sie nun als letzte Band und damit offensichtlich als Headliner des Abends angedacht waren, überzeugen sie mich, im Gegensatz zu den ersten Reihen im Publikum, nicht so wirklich.

Ich ziehe von dannen in Erinnerung an einen schönen Abend im nicht besonders undergroundigen Barfusz-Club. Vorbei an der normalen Welt auf Barhockern und Freisitzen. Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und entschwinde in die Nacht.

Frank Schmidt

 

Da unser Redakteur wegen Krankheit am Samstag ausgefallen ist hier nur noch eine große Auswahl an Bildern:

 

Galerie Freitag

Galerie Samstag

Energiegeladen ging es los. Stam1na eröffneten und zeigten, dass sie nicht zum ersten mal auf einer Bühne stehen. Routiniert, humorvoll und kraftvoll rockten sie, die Anfangs etwas lethargisch wirkenden Gäste. In den ersten zwei Reihen die nachgereiste Fangemeinschaft aus Finnland, die ihre Helden ordentlich anfeuerten. Auch einige mir bekannte Gesichter hörten auf meinen Vorschlag, sich doch unbedingt den Opener anzuschauen und wurden erfolgreich von meinem Stam1na Fieber infiziert! Nach einer halben Stunde verließen die Finnen die Bühne leider schon wieder... "Bitte schön, Danke schön und Tschüß!".
 
Black Dahlia Murder enterten diese als nächstes und das Publikum in der ersten Reihe schien wir komplett ausgewechselt. Abgesehen von zwei Songs zogen die Jungs aus Detroit mit ordentlich Tempo und einem brachialen Gewitter durch ihre Show. Super entspanntes und sympathisches Publikum, welches auch nur für die Band da war und sich dem Restlichen Shows des Abends eher gediegen hingaben. Auch hier wurde das extra angelernte Deutsch an die Leute gebracht. Bitte schön, Danke schön!
 
Als Insomnium die Bühne betreten wird es wieder etwas gediegener, aber kein wenig leiser. Sauberer Melodic Death trifft 80s-Attitüde. Die Fotografen haben leichtes Spiel, liebt die Band doch sehr die Kommunikation mit den Kameras. Selbst wenn bereits keiner mehr drauf hält... die Pose sitzt immer! Auch hier erfolgte in frisch erlerntem Deutsch leichte Interaktion mit dem Publikum; aber auch in die andere Richtung konnte man was zur Völkerverständigung beitragen. Von drei zugereisten Finnen habe ich gelernt: Insomnium on maailman paras bändi - Insomnium ist die beste Band der Welt. Das lassen wir mal im Raum stehen. Die Zugabe gab es, zum Teil Akustisch und mit Cowboy Hüten (die Pose sitz, wenn sie sitzt), natürlich auch. Bitte schön, Danke schön! -durfte zum Abschied auch hier nicht fehlen. Noch ein paar Fotos am Merchstand und die Fans schwebten sichtlich beseelt aus dem Saal.
 
[sab]
 

14. NOCTURNAL CULTURE NIGHT - NCN 2019 -

Die sommerliche Zeit tauchte nun in den kommenden Herbstmonat September ein. Eine schöne Jahreszeit begann und damit unser traditionelles Festival in einem kleinen Dorf in Sachsen.
Es ist wieder einmal an der Zeit, eine freudig erwatetes Event in Deutzen zu besuchen, dieser kleine Ort unweit von Leipzig gelegen.
Seit langem ist dieses verlängerte Wochenende in unseren Terminkalendern eingetragen, ja, es wieder einmal soweit, für ein schwarzes und einmaliges Familientreffen der schwarzen Szene!
Das 14. NCN!

Von Leipzig kommend sahen wir auf der Hinfahrt schon viele Festivalbesucher nach Deutzen strömen.
Für die Autofahrer gab es wieder eine Vielzahl von Parkplätzen, welche mehr wie ausreichend Parkmöglichkeiten boten.
Auch so manches Wohnmobil fand dort seinen Platz über die schöne Festivalzeit.
Nur wenige Gehminuten zu Fuß trennen die Parkplätze von dem eigentlichen Festivalgelände, welches in dem sehr idyllischen Kulturpark Deutzen gelegen ist.
Dieser Kulturpark im Südraum von Leipzig wird liebevoll betreut und gepflegt, einst wurde der Kulturpark Deutzen im Jahre 1967 in seiner Bestimmung als Freizeit- und Erholungseinrichtung der Bevölkerung von Deutzen übergeben.

Das Areal ist angenehm bewaldet, inmitten der Natur, ein idealer Ort für die Zelter während des Festivals, so lädt auch der angrenzende See zu einem Bade oder idyllischem Spaziergang ein.
In dem sehr weitläufigen Park ist die wunderschöne Amphiebühne seit jeher ein Magnet, auch die Kulturbühne, wenn auch neueren Baudatums ist eine feine Location.
Überall in dem Park verteilt sind wunderschöne Licht- und Holzinstallationen, welche besonders zur nächtlichen Zeit ihren magischen Reiz versprühen und den Besucher fesseln.

Zum NCN Festival gab es im Kulturpark wie immer vier verschiedene Bühnen, nicht nur vom Namen her verschieden, sondern insbesondere ihrer Art, dies sucht ihresgleichen und ist sehr interessant und 
vor allem abwechslungsreich. Die schon erwähnte wunderschöne Amphibühne paart sich in ihrer Größe her mit der Weidenbogenbühne, wobei hier die Namen auch das Programm sind für Stil und Ambiente der 
beiden großen Bühnen. Dazu kommt die Parkbühne und kurz vor dem Zeltplatz die gemütliche Kulturbühne.
Natürlich gab es wieder an allen Bühnen eine erstklassige Versorgung von Getränken auch so manche kulinarische Leckerei durfte da natürlich nicht fehlen.
Der Klassiker ist dabei stets die Bratwurst vom Grill, dazu ein kühles Bier. 
Ein vernünftiges Pfandsystem sorgt dafür, das die Becher nicht im Park landen, sondern an den Getränkeständen wieder abgeben wurden, auch in diesem Jahr war der Getränkebecher schön dekoriert mit 
einem Bild und Logo vom 14. NCN 2019, also uns hatte das gut gefallen.

Schon in den frühen Nachmittagsstunden vom Freitag stand eine lange und schwarze Schlange von Festivalbesuchern vor den Toren des Eingangs zum Kulturpark.
Viele Freunde und langjährige Bekannte trafen sich wieder, es gab ein großes Hallo.
Das sehr netten und aufmerksamen NCN Team begrüßte die Gäste und Festivalbesucher und nach nicht all zu langer Wartezeit bekamen wir unser Bändchen und das Festival konnte beginnen.
Zu den schönen Merkmalen des Festivals gehört es auch, dass ein kostenloses Programmheftchen ausliegt, welches bequem in die Hosentasche passte. 
Darin standen zu sämtlichen Bands und Künstler Informationen, ebenso wie die Spielzeiten, Lagepläne und vieles mehr.
Diese Heftchen ist grafisch und logistisch wirklich sehr gut und sehr informativ gestaltet. Der Druck lässt auch keine Wünsche übrig und zur stabilen und besonderen Haltbarkeit ist es sogar noch Drahtgeheftet.

Zu schönstem Festivalwetter luden nun auch die Wettergötter ein!
Das Festival- und Bühnengelände füllte sich schnell und zusehends. 
So unterschiedlich vom Stil und Ambiente die Bühnen sind, genauso sollten es auch die Künstler und Bands sein, die diese bespielten und die Fans und Gäste in ihren Bann zogen.
Die musikalische Palette war wirklich sehr gut gemixt, von Headlinern zu Newcomern, von älteren Stars bis zur Jugend auf den Bühnen zog sich eine sehr große Bandbreite, in jedem Fall sehr 
interessant und vor allem ausgewogen. Auch dies ist ein besonderes Merkmal vom NCN Festival, diese große Vielfalt die nicht erschlägt sondern kombiniert und das sehr gut.
Sicherlich wird und kann es nie ausbleiben, dass bei einem Festival dieser besonderen Art, mit vier Bühnen, es gewisse Überschneidung gab und immer wieder geben wird, das liegt an der Natur der 
Sache. 

Alle Bühnen sind nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Der Kulturpark ist auch sehr weitläufig, man hat stille lauschige Ecken, ebenso wie der große und gesellige Biergarten in Angrenzung an 
die Weidenbogenbühne.
Eine Vielzahl von Händler boten ihre Waren feil, von Bekleidung, Tonträgern, Literatur, Schmuck usw usf, es gab wieder ein großes Spektrum von Waren anzuschauen und zu erwerben von den geneigten 
Besuchern. 
Sicherlich waren die Imbiss- und Getränkestände jederzeit dicht belagert, auch dabei wurde für eine große Vielfalt gesucht, Grillstände mit leckeren Bratwürsten, Steaks und Spießen gesellten sich 
neben chinesischer Kost, Kochen wie bei Muttern, Fischstand mit den leckeren Fischbrötchen, Kaffeeausschank neben Absynth oder Whiskyverkauf, alles von der Kartoffel oder Pizza aus dem Ofen, 
Handbrote aller Art, das Knobibrot allzeit immer lecker, Waffel und Kräppelchen neben Bier und Süßigkeiten, für jeden Geschmack gab es reichlich Auswahl zur Stärkung oder Löschung vom Durst.
Dazu gepaart gab es viele Sitzmöglichkeiten mit Tischen zum Teil im Schutz der Bäume oder dicht und gesellig gestellt. 

So war es wieder einmal ein sehr gelungenes, wir sagen dazu familiäres Treffen der schwarzen Szene von nah und fern.
Viele Gäste kamen aus den verschiedensten Bundesländern Deutschlands, ebenso viele Besucher aus Österreich, Schweiz, Schweden, Russland, Tschechien, Italien, Polen ... 
Wie immer hatte es allen sehr gut gefallen!

Natürlich sind die Musikalischen Vorlieben und Geschmäcker das eine, aber jeden Tag gab es Highlights die man nicht alle Tage hat. Dazu werden Konzerte in voller Länge gespielt, also das ist schon 
etwas wirklich feines!

Der Joachim Witt ließ es am Freitagabend so richtig krachen, irgendwie schafft er es, dass man ihm sein Alter gar nicht anmerkt. Ein Künstler der in seiner langen Laufbahn Seinesgleichen sucht.
Das legendäre Bayreuth 1, live und natürlich durften zum Ende hin die Klassiker nicht fehlen, was wäre ein Witt Konzert ohne den goldenen Reiter. Die Weidenbogenbühne war dicht befüllt mit Fans, 
die Nacht erhellte die Bühnenshow und die gewaltige Stimme von Joachim. Einfach immer wieder toll da live dabei zu sein.

Zu etwas ruhigeren Klängen lud Wayne Hussey, lässig sitzend, ex Sisters of Mercy Gitarrist und Sänger von The Mission und lud auf eine Zeitreise mit seinen Gitarren begleitend mit den alten Sisters 
und Mission Hits. Gigantisch! Ein Meister eben!
 
HEAVEN 17 ließen am helllichten Tag die Amphiebühne brodeln, back to the 80`s, es war eine feine Show.
Laibach dagegen nutzten das Dunkel der Nacht um vor einer, man will meinen brechend voller Amphibühne ihre Show zu beginnen. Nicht zum ersten Mal beim NCN, aber dieses Konzert sollte alle bekannten 
Dimensionen brechen, obwohl man von Laibach ja schon sehr viele hochwertige Konzerte gewohnt ist. Laibach ließ es sich nicht nehmen, vom ersten bis zum letzten Song, sorry bis zur letzten Zugabe 
wirklich und komplett vollkommen aus dem Vollen zu schöpfen. Eine musikalische Reise durch die kraftvoll interprtierten Songs der Band, sehr schön mit Videos untermalt, war dieses Konzert das 
absolute Highlight vom NCN! Konzerte und Shows dieser Tiefenklasse erlebt man nur selten.

Covenant als letzter Headliner zum Sonntagabend, gewöhnt perfekt zu feinsten elektronischen Klängen vernebelt mit untermalenden Lichteffekten beehrten als letzte Band des NCN Festivals die 
Amphiebühne. Im strömenden Regen standen die Fans vollkommen nass und der wassermassen vom Himmel ignorierend schon lange vor dem Konzert auf den Rängen der Amphiebühne, der Regen wollte einfach 
nicht mehr aufhören. Trotz all dem war es wieder einmal sehr schön bei Covenant bis zur letzten Zugabe!
Fantastisch!


Egal, wir waren alle nass, aber zum NCN gehört auch der traditionelle Abschied. 
Holger fand passende Worte, dankte allen Besuchern, Gästen, Musikern, Künstler und seinem Team für ein wieder sehr schönes Event. 
 
Wir möchten uns dem sehr gerne anschließen und sagen ebenso danke, vielen Dank an Holger und seinem wunderbarem Team, allen Musikern und Gästen.

Wie heißt es so schön?
Nach dem NCN ist vor dem NCN!
Bis 2020 in Deutzen!!!


Bilder Impressionen


Bands @ NCN 2019:

COVENANT, LAIBACH, HEAVEN 17, JOACHIM WITT,ATARI TEENAGE RIO, TWAYNE HUSSEY, DE/VISION, NEUROTICFISH, HAUJOBB, PINK TURNS BLUE, WOLFGANG FLÜR,SHE PAST AWAY, PORTION CONTROL, WINTERKÄLTE, THE KVBIN, STRICT CONFIDENCE, IN SLAUGHTER NATIVES, NO MORE, CLAN OF XYMOX, HAR BELEX, MINUIT MACHINE, LIZETTE LIZETTE, A PROJECTION, FADERHEAD, PLACEBO EFFECT, DESPERATE JOURNALIST, TOMMI STUMPFF, LES BERRTAS, MONOLITH, ACTORS, STATE OF THE UNION, SIX COMM, CRYO, HAPAX, LIZETTE LIZETTE, DIE SELEKTION, ACTORS, STILL PATIENT? SHIV-R, RROYCE, STONEMAN, PARZIVAL, THE ARCH, NEUN WELTEN, IN GOWAN RING, SCREAM SILENCE, HÄTZER, THE CASCADES, ADAM IS A GIRL, PLASTIC AUTUMN,ZWEITE JUGEND, WIRES & LIGHTS, ROSIANY LEAVEMOTOR!K, DEUTSCHE BANK, ATOMIC NEON, THE NEGATIVITY BIAS, KAELTE, SONNENKIND, FIELDS OF MILDEW

 Lieber Leser, 

unser Wackentagebuch versetzt uns jedes Jahr selbst in Verzückung, dutzende Mitleser, Bilderkommentatoren und Freunde werden bestätigen: Man möchte eigentlich mit uns in den Norden fahren, wenn es wieder heißt: Rain Or Shine. In diesem Jahr fahren wir ohne unsere Wacken-Clique auf das Festival ins idyllische Dorf in Schleswig-Holstein, haben sich doch die Familienplanung und andere Pflichten unseren Mitreisenden in den Weg geworfen. 

Nichtsdestoweniger aufgeregt sind wir, als wir zu zweit von Eckernförde schon montags gen Wacken fahren, erstmals mit Wohnmobil, autark bewaffnet mit Solaranlage, zwei Toilettenkassetten, 140 Liter Frischwasser und 80 Millionen Tonnen guter Laune. Als Frühanreisende bekommen wir einen tollen Platz in einer Wohnmobilburg von Wackenfreunden aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich seit Jahren jährlich hier treffen und ihre Runde stetig erweitern. Wir finden hier schnell Anschluss, trinken das ein oder andere Likörchen zusammen und hauen uns gegenseitig die Taschen voll mit Geschichten aus den Festivalvorjahren. Toll, so kann die Wackenwoche starten. 

Am Dienstag checken wir das Gelände, es gibt keine Minimärkte mehr (nur noch Duschcamps) aber dafür einen großen Kaufland-Festivalmarkt mit allem, was das Festivalantenherz begehrt. Auch T-Shirts gibt es schon und so stehen wir 1,5 Stunden in brütender Hitze an für zwei Nickies mit 2021er Print. Nungut wir wollen uns ja nicht beschweren, die Gummistiefel dürfen in diesem Jahr gern in ihrem Schrank bleiben. Allerhand Essensstände von günstig bis exklusiv, mittelalterlicher Spiel und Spaß, Promotionaktionen (z.B. vom Campingwagenhersteller Hobby) und die Areas von Vereinen, Ausstellungen oder Austauschforen säumen das Festivalgelände. Diskutiert man auf der einen Seite über Gaming, geht es auf der anderen Seite um die Zukunft von Festivals im Rahmen von Umweltaspekten an sich. Wirbt man hier für handgemachte Holz-Skulpturen, geht es anderswo um DKMS und Knochenmarktypisierung. So ein Tag ohne Musik gewinnt auf dem Wacken an Input, schnell kann man Gleichgesinnte kennenlernen und auch Zeit totschlagen. 

Am Mittwoch zieht es uns zuerst vom Festivalgelände in Richtung Hauptstraße, wo wir unsere Lieblings-Dorfbewohner besuchen. Wir saugen das Flair ein, das rund um die hübschen, norddeutschen Häuschen Jahr für Jahr herrscht. Am Abend geht es dann ins Bullhead City-Zelt, es gibt endlich Musik auf großen Bühnen Wir sehen THE SWEET, Helfen meiner Jugend, und ich singe mit tausenden Menschen zu "Blockbuster" oder "Ballroom Blitz". Auch wenn The Sweet lang nicht mehr in Originalbesetzung sind fehlt es mir beim Liveerlebnis an nichts und auch die älteren Zuhörer nehmen uns fühlen sich in die goldenen Glamrock-Zeiten der 70er zurückversetzt. ROSE TATTOO entzücken danach nicht nur uns, sondern auch Jugendliche, Metalfans und die Generation 50 Plus. Fast schon schüchtern kommen "Angry" Anderson und seine Band auf die Bühne, knallen uns mit "Nice Boys (Don't Play Rock'n'Roll)", "Rock'n'Roll Outlaw oder "Rose Tattoo" großartige Rockklassiker um die Ohren und sehen nach dem Gig wohl so glücklich aus wie wir. Danach auf der Running Order stehen die SISTERS OF MERCY, ich bin nervös, die Band scheinbar auch. Von Fans nahezu hinter dem Vorhang vorgepfiffen präsentieren sie, im Nebel versunken, Goth Rock-Klassiker, während sich das Zelt vor ihnen leert. Ich tanze auf alte Zeiten zu leidenschaftslosen Sisters, ein Auftritt mit Kultcharakter war das jedoch leider nicht. Dann endlich, das Highlight für Wackenfans, MAMBO KURT! Oder auch nicht, denn ein Gewitter, Headliner eines jeden von uns besuchten Festivals, zieht auf. Das Bullhead City-Zelt wird evakuiert, wir trinken noch ein, zwei, zwölf Mexikaner vor unserem Wohnmobil und fallen dann ins Bett - auf dem Wacken muss man sich seine Kräfte wohlüberlegt einteilen.

Der Donnerstag beginnt, zur feierlichen Eröffnung des Infield, im Jägermeisterhirsch, besser gesagt in seinem Arsch, denn in dem Holzkonstrukt im Hirsch-Design sind auf drei Etagen Bars und Ausguck, Spaß und Schnaps. Ich begeistere mich sowohl für kalten Schnaps als auch für die patchbestickte Kutte die dieser Hirsch trägt, das ist tolles Marketing am Point Of Sales! Von hier aus hören wir das alljährliche Eröffnungskonzert von SKYLINE, die Band von Wacken-Macher Thomas Jensen mit den Gästen Gitarrist Gus G (u.A. Judas Priest) und Doro. BEYOND THE BLACK können uns nicht so richtig catchen und so shoppen wir über den Metal Markt, sehen dann KROKUS und tanzen später zu BOSS HOSS. Ob im Rodeostier in der Menge oder im Bällebad beim Stagediven, die Jungs sind gern hier und viele Wackenfans im Publikum sowie zahlreiche weibliche Konzertbesucher zeigen: Cowboys gehen immer! AIRBOURNE haben eine eigene Lemmy-Bar, quatschen aber unheimlich viel, spielen Trinkspiele mit ihren Fans und verteilen das braune Gold (Jack'n'Coke) - zu viel für meinen Geschmack, wollte ich doch weiter tanzen. Ob SABATON oder HELLHAMMER performed by Tom Warrior, ich komme nicht so recht in Fahrt im Laufe der Nacht und wir gehen zurück zum Camp. Hier sitzen wir also mit Freunden aus der Heimat bei Mexikaner und wollen in eine Runde Kniffel starten, als wir komische Töne aus dem Camp unweit entfernt der Wagenburg entnehmen. Rechtsrock, gruselige Teste und Menschen in Burzums-Shirts verderben uns nun endgültig die Laune. Spät in der Nacht melden wir das Camp patrouillierenden Sicherheitskräften, was dann folgt ist ein Schauspiel. Polizeibusse und Quads eilen innerhalb kürzester Zeit voran, nach dem Einsatzbefehl nehmen die Secus gemeinsam mit den Beamten das Camp auseinander, finden Hakenkreuz-Flaggen und andere verfassungsfeindliche Symbole inmitten von sächsischen Trabbifreunden fast in erster Linie zum Festivalgelände. Das dies so hier nicht herpasse bestätigen uns die  Einsatztruppen schnell, bedanken sich und lösen zu 10 Uhr am nächsten Morgen das Rechtsrockcamp auf. Bedröppelt fahren die Extremisten Freitagmorgen Heim, lassen nur eine Couch stehen und zeigen, wie schnell es geht, sein Festivalbändchen zu verlieren wenn man sich nicht an die Regeln hält und arrogant zur Schau stellt, was keiner auf einem Festival mit international herausragendem Ruf und Metalheads aus der ganzen Welt sehen will. Danke, liebes Wacken, das war ein toller Moment und rettete dann doch meine Stimmung!

Freitag gehen wir zu HAMFERD, einer Death Doom-Band von den Färör-Inseln, die färöisch singt, geprägt von der fast schon orchestralen, emotionalen Stimme von Sänger Jón Aldará. Es wird stressig heute, mit Gummistiefeln stapfen wir zu Bodycount den ersten Schlamm wieder glatt und genießen mit "Copkiller" oder "Manslaughter" Old School-Crossover. Wir sind quietschvergnügt bei ANTHRAX, die live immer wieder ein Genuss sind und bemerken eine Tina-Turnerisierung der Metal Szene, sehen wir nach Joey Belladonna Doro in ähnlichem Haarstyling. Wir sehen uns die wirklich großartigen PRONG an und THY ART IS MURDER, später am Abend genießen wir das Abschiedskonzert von SLAYER und wollen, nachdem wir die Kult-Band in den letzten Jahren auf der Bühne viel spielfreudiger und besser erlebt haben als früher, gar nicht, dass dies das letzte mal "Raining Blood" war. Es wirkt alles wie ein schönes Schauspiel, stille Worte weise gewählt zu kreischenden Gitarren und feinstem Thrash. War das wirklich das Ende? Ich mag und kann es nicht glauben. Zum Abschluss einen emotionalen Metal-Tages holen wir uns, was gestern nicht zu holen war: MAMBO KURT! Mit erfahrenen Schnapsgirls bewaffnet stellt sich Mambo Kurt einer bebenden Beergarden-Stage, wir bibbern in Nebel und wollen ins Bett Das war ein grandioser Wackentag, der Lust auf mehr macht!

Am Samstag starten wir mit Eierlikör und Mexikaner in den Tag, kommen auf touren, schauen uns MOLLLUST auf der Wackinger Stage in mittelalterlicher Atmosphäre an und gehen danach zu URIAH HEEP.  Auf der einen Seite ruhiger 70er Rock und eine schunkelnde Menge, auf der anderen Seite des Infield PROPHETS OF RAGE, die uns mit "Guerilla Radio" schlagartig aus dem Taumel erwecken - das ist Wacken! Tom Morello begeistert uns nachhaltig, wird live zum Biest und reißt uns mit sich. Ein schnelles "Ahhhhhahhhhaha" noch zu Lady In Black und Uriah Heep, dann ist der Nachmittag, an dem man sich gern zerteilt hätte, auch schon am Ende. Wir schauen uns den Vegan Black Metal Chef an, der im VIP-Bereich fröhlich kocht, gehen dann zu SEPTIC FLESH. Das war ein rundum gelungenes Menü, als Dessert gibt es Powerwolf und viel Spaß auf und vor der Bühne. Im Dunkel der Nacht stehen wir, dicht gedränt, in der Menge und erwarten PARKWAY DRIVE, die auf dem Wacken-Acker eine Live-Scheibe zu ihrer Viva The Underdogs-Tournee aufnehmen wollen. Mit Fackeln kommen sie, wie auch immer sie dorthin gekommen sind, von hinten, nähern sich vom FOH der Bühne, starten mit einem Feuerwerk und 85.000 Leute hüpfen. Irre! Ob nun ein Bassist im Rollstuhl auf der Bühne, Streicher auf schwebenden Podesten, ein rotierendes Drumset oder eine Bassistenmutter stagedivend vor der Bühne - wie kann man bitte Parkway drive live nicht lieben? Der Auftritt der Australier war perfekt, Sänger Winston McCall zeitweise zurecht sprachlos, die Menge vor der Bühne unbändig, die Songauswahl mit "Prey", "Carrion" oder "Wild Eyes" perfekt. Dieses Livealbum wird ein Meilenstein und zeigt, auch im Nachgang auf Film gebannt und frei über YouTube verfügbar, welche Kulisse das Wacken Bands aber auch Fans bieten kann. Danke! Wir könnten nun ins Bett gehen doch ein weiteres Highlight kündigt sich im Bullhead-Zelt an: FROG LEAP, der Pop-Klassiker in düstersten Death-Metal-Gewand verpackt. Wir gröhlen, tanzen, lachen uns kaputt, liegen Arm in Arm mit anderen Metalfans da und strahlen. dieses Festival fühlt sich an wie 10 Tage Urlaub, ist beseelend, gleichwohl körperlich herausfordernd und emotional. 

 

Was? Wacken Open Air 2019

Wann? 01. August bis 3. August 2019

Infos unter www.wacken.com 

BELTANE in der schwarzen Mühle // Kreuztal, Harz.

 

Auch in diesem Jahr erwarteten wir mit viel Vorfreude und Spannung das Spektakel zur Beltanenacht 2019.

Wie in all den Jahren waren auch wir, wie so manche andere Besucher, schon einige Tage eher in den Harz gereist um uns in der schönen Natur zu erquicken

oder am Abend gemütlich am Lagerfeuer zu sitzen zu Grill und Kesselgulasch über Feuer.

So kann man schon im Vorfeld dem Alltag entfliehen und schön entschleunigen.

Schon bei der Anreise der schwarzen Reisegruppe aus dem Raum Leipzig sahen wir ein emsiges Treiben in der schwarzen Mühle, es wurde im Mühlenhof für das

Fest viel aufgebaut, auch die Vorbereitungen für das große Beltanefeuer sahen interessant aus.

 

Jeden Tag probten eine Vielzahl von Künstlern und Akteuren für das Beltanefest.

Unweit von der Kreuzmühle gibt es im Kreuztal einen Naturparkplatz an der Bode, welcher von vielen auch zum campen benutzt wird.

 

Das Wetter kann im Harz sehr launisch sein, aber pünktlich am Tage des Festes zeigten sich die Wettergötter im Oberharz sehr gut gelaunt, ein wahrlich

schöner Tag begann!

 

Wir wanderten am Ufer der Bode entlang zur Kreuzmühle, wo schon allerhand Treiben im Mühlenhof statt fand.

Schon auf dem Weg zur schwarzen Mühle trafen wir wieder viele Freunde und Bekannte.

Von der alten Villa gegenüber der Kreuzmühle erblickten wir eine sehr schöne, angenehme Szenerie.

 

Der am Mühlenhof anliegende Berghang war hübsch beleuchtet mit Kunstwerken.

Überall fanden die Gäste einen lauschigen Platz.

Das gesamte Ambiente war mystisch gestaltet, Sonnenuntergang,

die blaue Stunde inmitten der Berge, es passte sehr angenehm dazu, eine exzellenten Stimmung.

 

Nun war es bald an der Zeit, immer mehr Besucher strömten in die Kreuzmühle.

Eine schöne und sehr faszinierende Darstellung startete nun, das Ritual zu Beltane!

 

Gleitend dazu zum Ende wurde ein mächtiges Feuer entzündet.

Viele Fackeln frassen sich in ihre Nahrung, welche begierig die Flammen zum Entzünden empfing, mit Rauch umhüllt und angekündigt die folgende

Feuerbrunst.

  

Die Flammen frassen sich gen Himmel, immer weiter und weiter hinauf.

Einfach wunderbar!

 

Video:  https://www.youtube.com/watch?v=6UoYsR3GP50

 

Viele ließen sich nun am abgebrannten Beltanefeuer nieder, welches noch immer ein großes Lagerfeuer mit viel Wärme der Glut war.

Andere freuten sich der wieder sehr gut ausgewählten Tanzmusik in der ersten Etage, andere zu eher ruhigen Klängen in der zweiten Etage.

Auch war sehr reger Betrieb an den Bar`s, die Getränkepreise sind nicht überteuert, sondern bewegen sich in einem sehr guten Schnitt, ebenso vom

reichlichen Angebot.

Überall in der schwarzen Mühle haben wir unsere Freunde und Bekannten begrüßt und uns unterhalten, es war prima!

 

 

Es war wieder einmal ein besonderer Tag, hier in der Kreuzmühle!

Unseren herzlichen Dank an Remo Sorge und an alle Beteiligten, die diese Beltanefeier zu einem besonderen Erlebnis für uns machte.

Wir sagen Danke und freuen uns auf das nächste Mal!

Bilder

IX- E-Only Festival

Das kleine und feine Kultfestival E-Only ging nun in seine neunte Runde und wir waren, wie sollte es sonst anders sein, wieder mit dabei.
In den frühen Nachmittagsstunden ging es los zum historischen hundertjährigen Stadtbad zu Leipzig. Aber fast wie immer schläft dieses lauschige Gebäude seinen Dornröschenschlaf, heute sollten aber elektronische, melodische und harte Klänge die ehrfürchtigen Mauern und Kammern zu einem neuen Leben bewegen.  

Das laue Februar Wetter meinte es sehr gut, es waren vor der Eröffnung schon viele Gäste vor dem Stadtbad anwesend, welch schöner Kontrast in schwarz dazu.
Viele bekannte Gesichter und Freunde vom letzten NCN/E-Only waren wieder mit dabei, da war die Freude des Wiedersehens groß.

Nun sollte es losgehen, das Stadtbad war sehr gut beheizt, wirklich angenehm warm war es in der großen ehemaligen Männerschwimmhalle. Natürlich ist das Becken schon längst mit einem neuen Boden beplankt, an vielen Details erkennt man noch immer den ehemaligen Prunk.
Genauso wurde die Location sehr gekonnt ausgeleuchtet.

 

Als erste Band starteten Beyond Obsession auf der Mainstage. Noch hatten die vielen Fans und Gäste ausreichend Platz, das sollte sich im Laufe des Abends aber noch wesentlich ändern.
Das Duo Beyond Obsession konnten ihr Publikum gleich in ihren Bann ziehen, musikalisch zu recht clubtauglicher Musik, gekonnt live umgesetzt begann das E-Only Festival hiermit durchaus gut.

Uns blieb nun bis zur zweiten Band der Mainstage etwas Zeit um sich auch mal an einer Bar etwas zu unterhalten, dort ging der betrieb ging dem fleißigem Personal flott von der Hand.

Der EBM floor war zu diesem Zeitpunkt auch noch leer, nur die netten Garderobefrauen hatten dort gut zu tun. Nun enterte Trilogy die Bühne und heizte dem Publikum richtig ein.
Ein schöner live Act, nun sollte sich gleich die erste Band vom EBM stage die Ehre

geben. Es blieb kurz Zeit für eine Stärkung in Form einer leckeren Bratwurst sowie vegetarischen Angebot vom Imbissstand. Es eröffnete die schwedische Band Alvar, mit schwerem Equipment und gewaltigen Soundeffekten, den musikalischen Abend im EBMstage, den es nun schon seit drei Jahren gibt und begeistert von den Gästen angenommen wurde. Ein wirklich beeindruckendes Konzert, von den Schweden werden wir bestimmt in Zukunft noch mehr hören und live erleben!

Nun ging es Schlag auf Schlag, das Stadtbad füllte sich immer mehr mit Gästen. Sehr schön war das kleine Programmheft welches in reichlichen Mengen auslag, alle Zeiten waren schön chronologisch für die jeweiligen floors gelistet, mit Bandinfos dazu.

Das macht der Veranstalter immer sehr gut! Ein dickes Lob dafür!

 

 

Es wurde nun Zeit für Elegant Machinery, welche den großen Saal des ehemaligen Schwimmbades mit feinsten Synthiepop füllten.Tanzbare elektronische Musik mit einer feinen Videountermalung und Lichteffekten sorgten für ein tolles Ambiente.
Aber nun wechselten wir geschwind wieder zurück zur EBMstage, das Duo Crack Down sorgte mit ihren ganz eigenen Sound, sicherlich sind da auch Depeche Mode ihre Wurzeln, für einen guten gefüllten Konzertsaal. Das Musikgerät war schon alleine einen längeren Blick wert.

Es folgten das belgische Duo Parade Ground, schon bekannt seit den 80èr Jahren, aber auch mit aktuellem Album. Lucifer`s Aid, kraftvoll mit viel Nebel und Lichteffekt, folgte im EBMstage.

Es wurde dort nun Zeit für den Headliner des Abends. Das war Dirk Ivens, ein tolles Konzert, volles Rohr, mit einem schönen Best of, live dargeboten. Wirklich wieder ein Erlebnis!
Zwischenzeitlich ging es natürlich auch auf der Hauptbühne fleißig weiter. 

 

 

 

 

 

Gegen halb acht am Abend begannen Frozen Plasma ihr Konzert. Es war jetzt schon zunehmend schwerer sich durch die vielen Besucher zu bewegen, Richtung Bühne. Frozen Plasma machten eine tolle Show und Konzert, das Publikum liebte sie dafür.
Danach wurde es Zeit für L‘Âme Immortelle. Sofort legten sie voll los, ein tolles Konzert, sehr gut abgewogen um mit viel Einsatz untermalt von fantastischen Effekten. Die Massen der Fans schwelgten und tanzten zur Musik. 

 

 

Nun wurde es Zeit für den Headliner!

And One! Ein Konzert full time, 2 Stunden, eine gewaltige Zeitreise durch And One live erlebt und beschallt begann famous!

 

 

Eine sehr gut gelaunte Band und vor allem der äußerst charmante Steve, voll mit Energie geladen, singend über die Bühne wirbelnd und nie verlegen seine Fans zwischen den Songs zu unterhalten, ganz große Klasse!
Das Schwimmbad tobte mit bis zu den letzten Reihen. Ein grandioses Konzert zum Abend, was will man mehr?!

Danach beschallten die DJ`s die Tanzwütigen bis in die frühen Morgenstunden.

Wir sagten Adieu, bis zum nächsten Jahr, wenn das 10. E-Only wieder die Pforten vom Stadtbad für uns eröffnet.
Vielen Dank an Holger, ebenso an das gesamte sehr nette, fleißige und professionelle Team, Security, Bar- sowie Garderobenpersonal und vor allem an die vielen gut gelaunten Gäste, die diesen Abend zu einem sehr schönen Erlebnis gestalteten!
Wir sehen uns spätestens zum NCN 2019 wieder!

GALERIE

 

TERMINE: 

X: E-Only

14./15.02.2020

https://www.e-only-festival.de/

 

14. NCN

08.09.2019

https://www.ht-events.de/festivals/nocturnal-culture-night.html

 

 

Kasematten Festival 2019

03./04.05.2019

https://www.ht-events.de/festivals/kasematten-festival/wochenendkarten.html

 

IAMX machten am 21. Januar 2019 mit ihrer "Mile Deep Hollow Tour" in Leipzig Station, diesmal im Täubchenthal. Hier ein Nachbericht mit den Eindrücken des Abends.

Eine lange Schlange vor dem Eingang, Parkplätze, die rar werden - es ist wohl eines der besser besuchten Konzerte dieser Stadt. Und nein, es ist nicht Samstag, es ist Montag!
Der Saal in blaues Licht gehüllt, das Publikum zumeist dunkel. Doch vom Styling nicht so speziell, dass man gleich erraten würde, auf welche Art von Konzert sie gerade warten. Einige mit Glitzer auf der Haut, eine Frau mit kunstvoll gemaltem X übers ganze Gesicht, jetzt bekam man schon eine Ahnung..

Doch erstmal ist Geduld gefragt. Techniker laufen scheinbar planlos auf der Bühne hin- und her. Ein Mitarbeiter klebt Setlists am Boden fest, Getränke für die Musiker werden hingestellt. Ein erstes Aufbrausen, Vorfreude, Jubel. Mit IAMX-Rufen sehnt man dem Konzert entgegen.
Gut zu sehen ist die zentrale Steuereinheit, hinter der sich Chris austoben wird, seine Leitstelle, das Cockpit. Hände sind dort angeklebt, greifen von vorn nach dem oberen Rand, wie die verlängerten Hände des Publikums...
Die Spannung steigt, ein letzter Mikrofoncheck. Es läuft Hysteria von IAMX über die Soundanlage, zur Einstimmung, zum Trost für die Wartenden.

Plötzlich Nebel! Nach einer Stunde geht es endlich los! Blau, Weiß, Lichtstrahlen. Lichtgewitter. Chris Corner betritt die Bühne mit einem Kopfschmuck aus Militärmütze samt Glitzerbesatz, gekrönt von schwarzen Federn. >Alive in New Light< singt er in zwei Mikros gleichzeitig. Ein Freak, ein Künstler durch und durch. In seinem Element. Vom Spirit her in der Nachfolge der Großen der Vergangenheit, David Bowie, Iggy Pop. Ja, letztlich auch Ian Curtis...
Die Keyboarderin mit Maske, ansehnlich, spärlich bekleidet, entscheidende Stellen abgetapet. Sie, mindestens genau so euphorisch wie Chris. Die Bassistin, die alles mit sattem, treibendem Bass unterlegt. Das Schlagzeug, optisch im Hintergrund, akustisch weit vorn. Zuletzt die Videoleinwand, auf der zu jedem Lied Projektionen laufen.
Hinein in das Konzert, einem turbulenten Flug gleich, einem Abenteuertrip durch wilde Landschaften, stürmisches Wetter, gefährliche Klippen...
Das zweite Stück, >No Maker Made Me<, Chris in Extase und energiegeladenen Bewegungen, so sehr, dass ihm zum ersten Mal der Kopfschmuck herunterfällt, als könnte er tatsächlich nichts und niemanden über sich akzeptieren. The show must go on, er lässt ihn eine Weile liegen.
In >Bring Me Back a Dog< steigert er sich im Wechselgesang mit der Keyboarderin in den Song hinein. Im Video waren es weniger Hunde, als vielmehr Werwölfe.
Beim folgenden >Happiness<, einem der radiotauglichsten Titel des Abends mit klarer Songstruktur, ist Mitsingen angesagt. "I see the zombies walking down the street and it kills me/ Their happiness/ Liars! Liars!"
Bis jetzt hat sich alles immer weiter gesteigert und beim fünften Song >I Come With Knives< ist der erste Höhepunkt des Konzertes erreicht, der nicht mehr überboten werden kann. Während Chris Lichtstrahlen mit Spiegeln ins Publikum lenkt, bricht der Clubhit über uns herein, hypnotisch, überwältigend. Die Begrenzungen sind aufgehoben. Es gibt nicht mehr die Band dort, die Zuschauer hier - alle sind eins geworden, verschmolzen: alle sind der Song, die Musik, die Extase. Allein das zu erleben, hat sich der Abend gelohnt!
"Kinder und Sterne küssen und verlieren sich/ Greifen leise meine Hand und führen mich/ Die Traumgötter brachten mich in eine Landschaft/ In der Mitternacht"
Der Song >Exit< ist im Kontrast dazu ein ruhiger. Ja, das geht auch. Die Aufmerksamkeit fällt auf die Videoprojektion im Hintergrund, wo ein World Trade Center aus Jenga Bausteinen in sich zusammenfällt, dann Feuer, Rauch, Augen..
Mit >I Am Terrified< weiter abtauchen, langsame Bewegungen, wir sehen eine Frau mit Hut, eine Katze.. Ein seltenes Gefühl wird wach, ein Gefühl, wie man es von Gruftkonzerten in den 90ern kennt.
Dieses Lied ist die Überleitung zu einem ernsten Thema. Chris bedankt sich bei den Teilnehmern einer Diskussionsrunde, früher am Tag. "Thank You for coming!"
20 bis 30 Leute konnten direkt mit dem Musiker sprechen und Fragen stellen zum Thema mentale Gesundheit, das kreative Leben und was sonst über das Leben zu sagen ist. Er selbst leidet unter Depressionen und hat einen Weg gefunden, damit umzugehen. („Ich bin seit 11 Jahren in Therapie, mein Arzt heißt Chris Corner.“) Das will er mit anderen teilen.
Weiter geht es mit dem ruhigen >Sorrow<. "The tortured world wants me to hate/

But there’s a world inside/ Where my love can bury my rage" Ein Baby, ein Läufer, ein Turner, Stabhochsprung... Wird auf der Leinwand symbolisiert, wie diese Liebe wächst, sich freikämpft?
Chris stellt die Musiker vor und weiter geht es mit >North Star< wozu passend ein Sternen-Konfettiregen aufs Publikum herunterregnet. In diesem beatlastigen Stück ist auch das Schlagzeug ganz vorn dabei.
Bei >After Every Party I Die< muss ich zwangsläufig an Ian Curtis denken. Die Dämonen, die zurückkommen, wenn die Feier zu Ende ist und die Leere sich ausbreitet.
>Spit It Out<, wieder ein Ohrwurm, diesmal in einer speziellen Liveversion, die ruhig beginnt und ihr wiedererkennbarer Beat erst nach einer Weile einsetzt. Auch später gab es einen schönen Wechsel aus schnellen und ruhigen Passagen. Die Bühne im blauen Licht, eine verhüllte Frau auf der Videoleinwand, dann Lichtstrahlen, die von Spiegeln gelenkt durch den Raum fliegen. "People need Love!" - das wollten und konnten viele mitsingen.
Chris bedankt sich für den Applaus: "You're fucking awesome, thank You so much!" Dann erklärt er das Symbol auf seinem T-Shirt. Eine Hand, die Handfläche zeigt zum Betrachter, Zeigefinger und kleiner Finger hochgestreckt, die anderen beiden Finger halten ein X. Das ganze eingerahmt in die bekannten geschweiften Klammern. Soweit ich ihn verstanden habe, geht es dabei um eine Kampagne, beauty, awareness, mental illness, hope.. in Zusammenarbeit mit der You Rock Foundation („Overcoming mental illness through music“).  Der Verkaufserlös der T-Shirts hilft direkt den Betroffenen.


Das war eine Überleitung zum letzten Song dieses Blocks, dem Titelsong der Tour >Mile Deep Hollow<, mit dem sich Chris Corner bei seinen Fans bedankt, dass sie ihn aus der Depression herausgeholt haben. "Ich will Euch danken, Ihr habt mich aus einer meilentiefen Höhle herausgezogen und nach Hause gebracht. Ich liebe Euch." (auf englisch natürlich)
Übrigens spielt auch der Titel >Alive In New Light< darauf an, deshalb gab es diesen gleich am Anfang.

"Vielen Dank, Dankeschön, Good night!" Die Musiker gehen. Eine ungewohnte Stille, Leere und Dunkelheit bleiben auf der Bühne zurück. Eine Verlassenheit.
Nach wenigen Zugabe-Rufen lässt sich die Band nicht lange bitten, kommt zurück und spielt >Your Joy Is My Low<, ein Song, der mich ziemlich an Depeche Mode erinnert. "Show Me Your Hands!" Das Publikum klatscht mit. Im Video sehen wir einen Mann unter Wasser treiben, mit ausgebreiteten Armen, eine Geste der Resignation und Freiheit zugleich.
Beim nächsten Lied >The Alternative< geht es beinahe EBM-mäßig zur Sache. Im Hintergrund eine Injektionsnadel, nackte Frauen, farbige Flüssigkeiten fliegen herum, eine Zunge leckt ein Auge, Bakterienstämme wachsen.
"Would You like...?" >The Power and the Glory<, ein ruhiger Song, der tief geht. Kapseln und Tabletten fallen, eine Frau mit rotem Haar und rotem Kleid , Geldscheine fliegen, Gewalt, Kind auf Schaukelpferd, Verletzlichkeit.. "I'm waiting for Your guiding light to bring me back to the power and the glory" Das klingt schon ganz anders als „No Maker Made me“.

"I'm so proud of You! So much love!"
Zugabe!! Ein Techniker huscht über die Bühne -
"You're fucking wonderful!"

Jetzt noch einmal abheben mit >Kiss + Swallow<, die Musiker in rotes Licht getaucht, Jubel im Publikum. "Leipzig! I Could go all night!"

Zum Ende nun noch >Mercy<, Blüten öffnen sich im Zeitraffer, "Mercy" - Erbarmen, immer wieder, wie ein Hilfeschrei, "I could make Your whole world sweet, I'm on my knees." Blüten schließen sich, die Musik verstummt. Ein Drumstick fliegt ins Publikum, Schluss! Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Nachklang.
Eine von vier Händen hat sich vom Pult gelöst und ist heruntergeklappt. Fleht mit einer hilfesuchenden Geste dem schwindenden Publikum hinterher: "Bleibt bitte hier, verlasst mich nicht!", die Leere schmerzt und die Einsamkeit...

Sterne liegen am Boden, Party is over.
And After Every Party I Die.

Ich bin Chris.
I am X.

 

GALERIE