Konzerte Berichte (72)

Wer am 25.12.2010 einmal aus dem Fenster geschaut hat, wird sich bei den Schneemassen, die in der Heiligen Nacht gefallen sind, gedacht haben: „Ich verlass heute nicht das Haus“. Diesen Gedanken hatte ich jedenfalls. Doch mit zu Hause bleiben und sich unter der warmen Decke verkriechen war nichts, da ich zum alljährlichen The DarkStorm Festival wollte.

Also erstmal frühstücken, fertig machen und auf unsere Fotografin warten. Als diese sich durch den Schnee gekämpft hatte, konnten wir zu unserer Mitfahrgelegenheit aufbrechen, die zum Glück um die Ecke wohnt. Die Sachen in den Kofferraum gepackt und pünktlich 15 Uhr konnten wir in Richtung Chemnitz, aufbrechen. Als wir durch die verschneiten Straßen fuhren, kam mir kurz die Überlegung: „Ob man sich einen Picknickkorb mit Essen und Trinken hätte einpacken sollen?“,für den Fall, dass das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung macht und wir in einer Schneewehe mitten im Nirgendwo stecken bleiben sollten. Aber zum Glück kamen wir recht zügig durch. Um ehrlich zu sein so ganz zügig kamen wir doch nicht voran, da wir mehrere Kilometer hinter einem Trio aus Räumfahrzeugen her fahren mussten.

 

Die Moritzbastei ist ja eher kein Anlaufpunkt für Rockabillys und -bellas, dennoch fand sich am vergangenen Samstag ein kleines aber feines Publikum in der Veranstaltungstonne der ehrwürdigen alten Stadtmauer ein. Was am Anfang nach einer mau besuchten Veranstaltung aussah, wandelte sich nach den ersten Takten der Aschaffenburger Band Boppin'B in einen freudigen Tanzabend. Im Rockabilly-Wonderland bewegen sie sich zwischen Rock'n'Roll, Country und Ska. Das Ganze klingt wunderbar erfrischend. Und trotz dessen, dass die Boys aus ihrer „sexuell aktiven Phase heraus sind“ (haha!),mittlerweile 10 Alben und über 4000 Konzerte zu verbuchen haben, war es vielleicht gerade deshalb ein Konzert-Erlebnis ganz besonderer Art für mich. Die Musik war in ihrem Abwechslungsreichtum so hörenswert, wie die Bühnenshow sehenswert – nach 25 Jahren Bandgeschichte keine Spur von Müdigkeit. So gab es instrumental-artistische Einlagen, ausgeprägte Theatermimik und extrem tanzbaren Rockabilly auf Augen und Ohren. Die Jungs haben das, was man bei vielen anderen Livebands schwer vermisst: Humor, gutes Aussehen und neben der ordentlichen Portion Pomade im Haar – Charisma!