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Konzerte Berichte (111)
31.07.-02.08.2025: FULL REWIND Summer Open Air
Als wir auf den Acker fahren, strahlt die Sonne. Schon in der Warteschlange gab es ein kühles Bier, Staub kommt auf, immer wenn sich unsere Autos in der Schlange nach vorn schieben. Die Begrüßung an der Kontrolle ist herzlich. Unsere Tickets werden gesichtet, Parktickets gekauft. Die Security sind bester Laune, filzen unser Auto gründlich. Dann fahren wir weit vor. Rechts von uns der See sieht verlockend aus. Doch wir rollen an den Toilettenanlagen und der Bar vobei in Richtung Infield, kommen in Sichtweite vom Einlass zum Stehen. Wir orten den Erdbeerbowle-Stand, die Absintherie Sixtina und einen Burgerstand sowie das Partyzelt. Erste Musik wird aufgespielt. Als wir mit aufbauen fertig sind, kommen wir mit ersten Gästen ins Gespräch und stürzen uns ins Getümmel.
Entspannt ist es, auch dem Full Rewind. Gäste, Bereiber der Stände, Secus oder DJs, alle haben Strahlelaune. Sogar Menschen, die von mobilen Toiletten kommen, lächeln. Also verbringen wir den Mittwoch mit ihnen, tanzen Polonaise, moshen vor dem DJ-Pult, trinken Absinth mit Sekt und fallen irgendwann vorfreudig ins Bertt.
Donnerstag
Als gute Festivalgänger gaben wir natürlich der ersten Band die Ehre. Polar spielten auf und für uns gab es Eiskaffee und das erste Bier aus der Infield-Zapfe. Lecker!
Der Einstieg ins Line-Up fiel alles andere als zurückhaltend aus. Mit ihrem modernen Hardcore-Sound, massiven Breakdowns und düsterer Atmosphäre setzten sie früh ein klares Statement. Trotz früher Slot-Zeit war die Crowd schnell wach und nahm die aggressiven Grooves dankbar an.
Attila schafften es nicht mehr rechtzeitig zu ihrem Auftritt, stattdessen gaben sich The Defect die Ehre. Moon McBee, ihres Zeichens Frau von The Browning Sänger Jonny McBee, mit dem gemeinsam sie dieses Trancecore-Projekt schuf, waren ein würdiger Ersatz! Hier wie auch zu The Browning, die irgendwo zwischen Deathcore und Elektroparty aufspielten, wurde es wild und das Publikum kam in Fahrt. Mit "Blue (Da Ba Dee)", einem Track von Eiffel 65, zu dem ich im Ferienlager auf der Disko getanzt habe, kriegten die US-Amerikaner uns. Gemeinsam mit anderen schwangen wir die Hüften. Hätte die nächste Band im Line-Up, Nile uns dabei gesehen, hätten sie bestimmt geschimpft. Mit technischem Death-Metal fegten sie die Sonne weg, viele Teile des Publikums stellen sich am Bierwagen unter und vor der Bühne wird es leer. Trotzdem sie liefern, was man von ihnen erwartet, ist die Stimmung weniger ausgelassen. Eine Situation, die sich bei Agnostic Front ganz schnell ändert.
New York Hardcore mit ganz viel Spaß lässt die Besucher in kleinen Moshpits von den Bierständen zurück vor die Bühne wandern, zu "For My Family" stellen sich trillionenfach Armhaare auf, während Chorgesänge angestimmt werden. Spätestens bei "Gotta Go" ist kein Halten mehr, Akt und Jung tanzen wir verrückt und wollen die Band, die den Ramones-Klassiker Blitzkrieg-Bob als Encore geben, kaum von der Bühne lassen. So geht das, Full Rewind!
Die nächste Band, Rise Of The Northstar, haben wir zuletzt in einem Zirkuszelt gesehen und fanden das Japan-Thema mit den angedeuteten Kirschbäumen höchst interessant. Leider entstehen zwischen den durchaus toll performten Songs der Kombo immer wieder Pausen mit Musik vom Band und jede Stimmung, die aufkommt, ist schnell wieder dahin. Zeit für ein Abendessen also. Am Asia-Stand gibt es alles, was das Umami-gierige Herz begehrt und so schmausen wir hier für einen guten Preis durchaus sättigend und ausgewogen. Empfehlung!
Mit Nailbomb sehen wir Max Cavalera wieder, der mit einer Art Supergroup (mit u.A. Dino Cazares von Fear Factory oder Andreas Kisser von Sepultura) in den 90ern maßgeblich eine CD veröffentllichte, die dann in ein Livealbum mündete, bevor sich die Band wieder auflöste. 20 Jahre später schien der Hass von Cavalera auf die Welt immer noch da, er brüllte ins Publikum, während Sohn Igor herumspringt und der Rest der Band eher im Hintergrund bleibt. Mit vielen Samples, wütend und authentisch. Diesen Schlag in den Nacken als Abschluss des ersten Tages haben wir verdient, gehen zufrieden ins Bett und freuen uns auf den Freitag, dessen Line-up uns durchaus mehr begeisterte.
Freitag
Lecker Frühstück, lecker Sonne, lecker Bierchen und dann spielen Manos auf. Besser kann ein Festivaltag kaum starten. zwischen Death Metal und Biene Maja singen und tanzen die Festivalbesucher, machen einen Sirtaki mit (gut für die Getränkestände, der Boden ist getränkt von Hopfenschorle) und sind ein Symbol dafür, wie in dieser Szene Festivals sein sollten: Mit genug Albernheit, guten Songs, harten Klängen, einer großen Gemeinschaft und Energie!
Wir fanden uns kurze Zeit später bei den Crushing Caspars wieder auf dem Infield ein, wo Snoopy und Co. Hardcore aus Rostock auf den Acker bringen, auf dem sie sich nach 40 Jahren als Band und etlichen Auftritten hier sichtbar heimisch fühlen. Harte Songs, herzliche Ansagen, viele lächelnde Zuschauer - spätestens bei Viva La Rostock sind Band und Gäste zufrieden und wie auch nach Manos die Stimmung freudig.
Wir wechseln später die Location und sind wieder vor der Hauptbühne. Mit August Burns Red kommt eine weitere routinierte Liveband ins Line-Up, die die Menge anpeitscht. Mit einem Mix aus Klassikern wie "Composer", "Back Burner", dem Abschlussstück "White Washed" oder neuen Songs wie "Exhumed" drücken Sänger Jake Luhrs und seine Bandkollegen das Publikum an die Wand und sorgt für Circle Pits und in die Höhe gereckte Fäuste. So gut aufgewärmt war das Publikum bereit für Kataklysm, die in Roitzschjora genauso zu Haue sind wie auf anderen Festivals in Deutschland. Hier und auf dem Wacken spielen sie, Dampfwalze wie eh und je, mit Spaß und dennoch technisch perfekt. Die Kanadier gehören zu einer der fleißigsten Bands die wir kennen, bringen uns mit "The Ambassador Of Pain", "As I Slither" oder "Srippled And Broken" immer wieder zu purer Verzückung Sänger Maurizio Iaconos Bühnenpräsenz ist ebenso faszinierend wie das zur Setlist der Band immer wieder neue gefühlte Klassiker hinzukommen. Prädikat Toll Toll Toll!
Mit Quatsch begonnen, mit Quatsch wird der Tag auf der Hauptbühne enden. Knorkator spielen auf und mit ihnen der "Sieg der Vernunft". Stumpen, Alf und Co. waren oft hier auf dem Acker zu Gast, eine Gebühr für das Überziehen würde Stumpen gern bezahlen, versicherte er. Die Fans würden dies wahrscheinlich unterzeichnen, sahen geliebte Klassiker und neu arrangierte Songs mit Tim Tom (Sohn von Alf Ator), der zu "Böse" sang und auch Agnetha Ivers, die ihren Vater schon seit längerem bei gesamten Konzerten der Band live unterstützt. "Weg nach unten", "Ma Baker", "Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett" - wir sind nach dem Set leicht heiser und auch unser Fotograf, der wieder den Weg auf die Bühne fand und Nahaufnahmen der "Meisten Band der Welt" machte, sah nach dem Gig angestrengt aus. Übrigens: Stumpen musste nicht zahlen, trotzdem waren Band und Publikum dankbar, dass in Roitzschjora mit dem Rewind und Knorkator wieder zusammen kam, was zusammen gehörte.
Keine Zeit für Müdigkeit! Es gab noch einen Headliner zu sehen und auch die Knüppelnacht wollte gefeiert werden.
Das große Banner von Machine Head machten uns etwas unruhig, hatten wir die Band eine Weile nicht gesehen und fanden die Liveauftritte zuletzt immer großartig. Während wir nervös von einem Bein auf das andere traten, brachte sich die Feuerwehr in Stellung und versprach Pyros und Hitze in dieser Full Fewind-Nacht. Und dann war es auch soweit: Banner fällt, Feuerwerk, Machine Head! Zwischen Songs wie "Is There Anybody Out There" und "Locust" fliegen Machine-Head Hämmer und Würfel durch das Publikum, das sich von Robb Flynn bereitwillig spielen lässt. Er scheint gut drauf, lobt den wilden Osten, und schließt das Konzert mit "Halo" etwas überpünktlich ab. Ein Wehmutstropfen, doch viele Besucher dürfen ein Andenken mit Heim nehmen. Ob sich Machine Head für den Auftritt in Wacken am Folgetag ausruhen oder die durchaus durchchoreografierte Show keine weitere Zuageb erlaubte, werden wir wohl nie erfahren.
Die Füße tun schon etwas weh, doch als es zu Regnen anfängt gibt es nur einen Weg: Ab ins Zelt zu Benediction, die die Knüppelnacht eröffnen. Wir sehen Benediction, die solide abliefern und freuen usn auf Krisiun, die auf uns schon vor vielen Jahren an gleicher Stelle Eindruck gemacht haben. Sie bringen auch viele Songs, die bestimmt schon einmal über Roitzschjoras Acker gehallt sind und zeigen, dass sich melodische Gitarrensoli und Knüppelnacht nicht unbedingt beißen. Das Zelt leert sich, als Asagraum female fronted Black Metal präsentieren. Zwar spielen Sängerin Obscura regelmäßig Konzerte, doch zählt das Full Rewind festival zu den wenigen auserwählten in Deutschland, auf dem sich das ehemals One-Woman-Projekt die Ehre gibt. Als Trio schaffen sie es live nicht vollends, die Zuschauer in den Bann zu ziehen und so vergehen die Minuten langsam. Doch auf 1349 freuen sich einige Besucher hier, denn die Norweger spielen nicht zu viele Konzerte. Den (für uns) guten Einfluss von Tom "Warrior" Gabriel Fischer auf die Band, hörten wir dank scheppernden Blasts und doomigen Momenten. Stimmlich stark, erinnerungswürdig im Auftreten, 1349 boten einen guten Abschluss für diese Nacht.
Samstag
Noch etwas müde schälen wir uns aus dem Bett, verdrehen etwas die Augen denn heute wird nochmal anstrengend. Also schnell Wischi Waschi am See und ab ins Bandshirt! Wir wollen Cabal sehen, die Death Core Band aus Dänemark, um die man in den letzten Jahren kaum drumherum kam. Und tatsächlich ballern die Dänen uns weg, auch dank Andreas Bjulver mit seiner herausragenden Bühnenpräsenz. Wir werden von diesen Jungs, die bereits mit Matt Heafy von Trivium oder Joe Bad von Fit For An Autopsy gearbeitet haben, sicher noch viel hören!
Schonmal gehört hatten wir Ektromorf, die bereits beim Auftakt 2024 und auch in diesem Jahr im Line-Up standen. Immer ein bisschen zwischen "drüber" und "Auf die zwölf" empfinden wir die Jungs, diesmal gab es eher den "Auf die zwölf"-Moment. Der diesmal gut gelaunte Zoltán Farkas kennt das Rewind und vorallem die Bühne hier am Flugplatz gut, waren sie auch früher beim Full Force oft hier zu Gast. Sie zündeten mit Songs wie "Gypsy", "I'm Against" oder "Outcast" einige Circle Pits an und waren gute Einstimmung auf die nach ihnen die Bühne betretenden Walls Of Jericho.
Doch vorher machten wir noch einen Pflichtbesuch im Zelt, wo die Rykers sich ebenso erneut die Ehre gaben. Nach einem sympathischen Eröffnungsgig 2024 feierten die Kasseler erneut mit dem Publikum und wir grinsen mit den Hardcore-Helden im Kreis.
Doch kommen wir zu Candace Kuysulain und Walls Of Jericho. Wir lieben nicht nur das kleine Energiepaket, sondern auch die Songs der US-Amerikaner. Während das Publikum am lautesten zum Happy-Birthday für die herzliche Front-Frau singt, die auf dem Acker eine Torte überreicht bekommt, reißt sie selbst zu "All Hail The Dead" oder "There's No I in Fuck You" alles ab. Energiegeladen, gut drauf, wahnsinnig eng am Publikum - Walls Of Jericho sind live immer wieder eine Sensation!
Passend zur inzwischen untergehenden Sonne kommen Hypocrisy auf die Bühne. Zwischen End Of Disclosure und Roswell 47 liefern Peter Tägtren solide ab. Gedankt wurde es ihnen von einem dezimierten aber begeisterten Publikum. Als Tätgren ein Alien darin ortete, bat er es auf die Bühne für ein irrwitziges Bild zwischen den starken und atmosphärischen Melodic Death Metal Songs.
Es kommt uns an diesem Samstag so vor, als haben die Hardcore-Fans tatsächlich die Überzahl. Wir schauen zu Perkele ins Zelt und hier ist es voll, wenn auch nicht zu brechend. Wir ruhen nochmal kurz, denn Ministry ist ein seltenes Highlight, das wir nicht verpassen wollen. Im Regen warten wir auf Al Jougensen und den Rest der Industrial-Veteranen, die kurze Zeit später in Grün getaucht die Bühne betreten. Eine psychedelische Videoshow, der futuristische Mikrofonständer, ein Hut mit breiter Krampe und Songs wie "Thieves", "Jesus Built My Hotrod", "N.W.O." oder "So What" machen diesen Auftritt zu einem Highlight des diesjährigen Full Rewind. Auch wenn die große Menge sich bereits vor dem Auftritt der Amerikaner verabschiedet hat, denen die bleiben liefern sie eine tolle Show. Während sich die Band von der Bühne verabschiedet und nur noch die Drums erklingen, rauscht der Applaus durch das Publikum, während Zugabe-Rufe unbeantwortet bleiben.
It's A Wrap
Während wir uns vor der Bühne mit alten Freunden treffen und langsam von den Securitys nach draußen gebeten werden, sind wir selig. Ja, das Full Rewind ist anstrengend, mobile Toiletten bei 30 Grad oder im Dunkeln nachts blöd und Absinth kann einem echt einen Schädel zaubern. Aber insgesamt ist das Full Rewind eins der entspanntesten Festivals, die wir kennen. Rund 5000 Besucher waren es, mit denen die Macher rechneten, so war es vor der Bühne nie zu dicht und selten zu leer. Vielleicht auch, weil sich Hardcore und Metal oft abwechseln und unterschiedliche Themen an unterschiedlichen Orten stattfinden. Dabei sind die Bands so hochkarätig, dass auch ein eingeschworener Hardcore-Fan mal eine Metal-Band anschaut und ein Metaller mal im Moshpit zu Agnostic Front rumturnt. Immer freundliche Sicherheitskräfte, leere Fotografen-Gräben und nette Worte zwischen ihnen und den Aufpassern, gut gelauntes Tresenpersonal - das alles zog sich über das gesamte Wochenende. Statt zwischen 85.000 Leuten auf dem Wacken 30 Bands in 5 Tagen zu sehen, sehen wir hier locker 20 in 3 Tagen, verbringen weniger Zeit mit Anstehen oder auf kilometerlangen Pfaden. Und fahren nur halb so zerstört nach Hause. Einzig, dass man uns mitten beim Frühstück darauf hinwies, dass wir 15 Minuten später den Platz verlassen müssten, störte die Idylle etwas. Dies wurde uns, zugegeben, genauso von den Machern angekündigt, wie In Flames, die als erster Headliner für 2026 benannt wurden. Wir freuen uns auf die Schweden und können wir im letzten Jahr nur sagen: Danke FULL REWIND, uns werdet ihr nicht so schnell wieder los.
Wer so viel Harmonie, tolle Bands und ostdeutsches Bier auch genießen will, hat 2026 wieder die Chance:
Was? FULL REWIND Summer Open Air
Wann? 30.07. - 01.08.2026
Wo? Flugplatz Roitzschjora
Infos und Tickets: www.full-rewind.de oder Eventim.de

25.12.24 - Dark Storm Festival 2024
Schon zum 26sten mal bot das Dark Storm Festival seit 1997 den schwarzen Musikliebhabern die Möglichkeit die Weihnachtstage nicht nur mit Besinnlichkeit und Völlerei zu verbringen sondern die Kalorien gleich wieder abzutanzen im Kreis von Freunden und Vertrauten. Wie viel Energie und Leidenschaft wurden seit dem in diese Veranstaltung, ab 2004 fest in Chemnitz beheimatet, investiert... Die Besucher dieses Festivals kennen und genießen dies. Leipzig hat das WGT, Chemnitz das Dark Storm. So strömten die gut gelaunten alten und neuen Besucher wieder zahlreich in die Stadthalle. Die entspannte Atmosphäre trug zu dem angenehmen Erleben bei, das Personal war freundlich, man konnte fast WGT-mäßig im kleinen Markt in der Vorhalle etwas shoppen, flanieren und plaudern.
Selbst Noctulus hatte seinen Platz und arbeite sich an seinen Instrumenten ab. Die Bands hatte ihre Merch-Stände in denen sich manche Band viel Zeit nahm um sich mit ihren Fans abzulichten. Bedauerlich war die kurzfristige Absage von DAF durch den Schlaganfall von Robert Görl, der sich zum Glück langsam wieder erholt. Die Bandbreite der Bands war groß, so das viele Geschmäcker sich versorgt fühlen konnten. Von dem verrückten wilden Auftritt von Shaârghot zum gleichfalls energiegeladen Auftritt von Schattenmann zu den Lokalheroen Accessory die gleich ihre ganze Fanbase dabei hatten.

Auch Das Ich wusste wieder mit ihren reichen Fundus an Klassikern ihren Fans und auch den normalen Zuschauern gut einzuheizen.

Chrom fanden mit ihren Elektrosounds dankbare Zuhörer. Auf der Hauptbühne boten und überzeugten Nachtblut selbst die, die sonst nicht unbedingt Fans des Dark-Metal sind mit einer beeindruckende Show des ihres charismatischen Sängers Askeroth.

Weiter ging es wieder elektronisch mit Rabia Sorda und Erk bot wie von ihm gewohnt eine wild tanzende Show.
Dann Covenant, für mich immer ein Highlight und Genuss und so bot sich mir wieder das was ich an ihnen liebe, fein abgestimmte Energie, tanzbar, kraftvoll und dennoch subtil. Krönender Abschluss auf dem Second Floor war [:SITD:]. Dann mein Allzeit-Liebling diese Abends, Kirlian Camera… immer wieder beeindruckend die Breite und Vielseitigkeit, mit der Angelo Bergamini und Elena Alice Fossi ganz unterschiedliche Musikrichtungen mischen und dabei doch immer diesen bombastischen KC-Klang erschaffen. Die große Geste wird da nicht gescheut und voller Energie konnten KC und Elena das Publikum wieder mitreißen.
Das Außergewöhnliche dieses Abends war aber das Abschlusskonzert von Front in Deutschland. Ein volles Konzert-Set spielten die Belgier auf und sofort als sie auf der Bühne erschienen war es spürbar, das sie noch einmal alles geben und sich damit bei ihren Fans bedanken wollten. Die Energie war spürbar bis zu den letzte Ecken des gefüllten großen Saales. EBM... Electronic Body Music, und die Heroen wurden begeistert verabschiedet.
Das war ein gelungener, kurzweiliger Abend... So etwas erlebt man gerne wieder....

6.9-8.9.2024 NCN 2024 @ Deutzen

Festivalbericht: Nocturnal Culture Night 2024
Dunkle Klänge und magische Momente im Kulturpark Deutzen
Erneut hat das NCN bewiesen, dass es seit Jahren einen festen Kalendereintrag unter Fans der dunklen und alternativen Musikszene verdient. Vom 06. bis 08. September verwandelte sich der idyllische Kulturpark Deutzen erneut in einen Ort der magischen Begegnungen, fesselnden Sounds und einer Atmosphäre, die so nur das NCN kreieren kann. Zwischen Wald, Licht und Schatten wurde das Festival zum Treffpunkt für Fans von Dark Wave, Industrial, EBM, Gothic und vielen weiteren Subgenres sowie all jenen, die das Unerwartete lieben. Mit internationalen Größen, aufstrebenden Newcomern und einem Rahmenprogramm voller Überraschungen bot das Festival mehr, als man an einem Wochenende erfassen konnte. Unsere Eindrücke aus den intensiven Momenten, die dieses Wochenende so unvergesslich machten, haben wir für euch in Bild und Text festgehalten.

Freitag – Sanfter Einstieg und emotionale Höhepunkte
Schon am ersten Abend zeigte das NCN, wie groß die Bandbreite seines Programms ist. Allein die Lesebühne machte deutlich, dass hier nicht nur Musik einen festen Platz hat. Während das Publikum gebannt den Lesungen folgte und die Sitzplätze zwischen den Bäumen füllte, tummelten sich auf den Musikbühnen zahlreiche klangvolle Highlights. Zwischen ruhigen, tiefsinnigen Sets und lebhaften Tönen umhüllte sich der Kulturpark mit magischen Klängen und Begegnungen.
So sorgten bspw. V2A aka „The World Famous Post Apocalyptic Industrial Band“ auf der Waldbühne für einen Moment der Vertrautheit, als die Frontfrau stolz ihre sächsische Herkunft betonte. Die Band hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2001 mit ihrem unverwechselbaren Mix aus EBM, TBM und Industrial einen Namen gemacht, begeisterte das NCN-Publikum aber auch mit einem Coversong zu „Hate Is a 4-Letter Word“. Die Band TÜSN verwandelte die Parkbühne hingegen in eine melancholische Kulisse, die das Publikum in sanfte Schwermut eintauchte. Gewohnt tiefsinnig, mit Piano-Version im Gepäck und Gemütlichkeit im Scheinwerferlicht.
Mit Songs wie „Was hast du heute Abend vor“ und „Schwarzmarkt“ – die passender für den Auftritt nicht hätten sein können – durchzogen sie die Abendluft mit einer warmen, nachdenklichen Stimmung. Auf der Amphibühne sorgten Escape with Romeo als Urgesteine der Szene mit ihren gitarrengeküssten Songs für volle Zuschauerränge und leere Essensstände. Nach einer fast 4-jährigen Pause kehrte die Band erst 2022 wieder in die Öffentlichkeit zurück und released noch dieses Jahr ein neues Album, auf das nicht nur das NCN-Publikum gespannt sein dürfte. Auf der Kulturbühne beeindruckte AH Cama-Sotz mit einem Set, das elektronische Beats mit mystischen Klanglandschaften verwob. Die fast schon hypnotisierende Musik spiegelte unverkennbar die düstere Experimentierfreudigkeit des Musikers hinter dem Projekt wider, die bis heute als sein Markenzeichnen gilt. Zur Abenddämmerung heizte wiederum Welle:Erdball auf der Waldbühne die Menge mit ihrer gewohnt extravaganten Show ein, die von Schaufensterpuppen und Seifenblasen bis hin zu erleuchtenden Einblicken über Synthesizer-Preise reichte. Die fast schon zum Inventar der deutschen Elektronikszene gehörende Band zeichnete sich auch an diesem Abend durch ihre humorvolle Art und auffallend visuelle Konzepte aus und ließ Füße, Hüften und Herzen tanzen. Mit einem atmosphärisch und emotional aufgeladenen Hörerlebnis hüllten schließlich Klangstabil die Zuhörer mit Klassikern wie „Math & Emotion“ auf der Amphibühne ein.
Mit treibenden Beats und düsteren Klanglandschaften erzeugten die Musiker über Songs hinweg eine unverwechselbare Dramatik, in der sie Themen wie Selbstreflexion, Verlust und zwischenmenschliche Beziehungen behandelten. In einem besonders emotionalen Moment, der das Publikum sichtbar rührte, erinnerte Boris unter Tränen sogar an zwei verstorbene Freunde, denen er anschließend „auf Gräbern tanzend“ einen Gruß sendete. Einmal mehr machte dieser Moment der Trauer und Verbundenheit deutlich, wie stark die familiäre Gemeinschaft des NCN-Festivals ist.
Samstag – Von 80er-Jahre-Vibes bis zur elektrisierenden Discostimmung
Der zweite Tag begann wie der erste Tag endete – mit guter Laune und einem abwechslungsreichen Programm. In der Mittagshitze schallten erste Beats durch den Park, während sich die Bühnen nach und nach füllten. Schattenplätze wurden zu den heißesten Spots auf dem Gelände, während Hartgesottene vor den Bühnen der Sonne trotzten. In Nebel gehüllt, fast surreal, performten am Abend Bragolin auf der Parkbühne in düsterer Ästhetik. Mit charismatischer Stimme und Gitarre, fing der Sänger in seinen Songs eine Melancholie ein, die sich perfekt mit treibenden Rhythmen und markanten Synthesizern verband. Auf der Waldbühne entführte Signal Aout 42 die Fans mit Songs wie „Submarine Dance“ in die 80er Jahre. Ihre nostalgisch elektronischen Klänge, kombiniert mit bizarren Videoausschnitten, ließen die Zuschauer in Erinnerungen schwelgen. In einer besonders skurrilen Lichtprojektion tanzten Skelettgestalten in erotischen Posen – ein Moment, der den ein oder anderen sowohl amüsierte als auch kurz von der musikalischen Darbietung ablenkte. Eivør, die Sängerin von den Färöer-Inseln, brachte später eine fast schon märchenhafte Atmosphäre auf die Amphibühne. Ihre verträumten Songs, die Folk-Elemente mit modernen Klängen kombinierten, verzauberten die Zuhörer. Während sie das Publikum in eine andere Welt entführte, brachte ihre Faszination über die ungewohnt warme Septemberhitze in Deutzen viele Besucher zum Schmunzeln. Das Kontrastprogramm lieferte Die Selektion, die sich selbst augenzwinkernd als „Prosecco Wave“ beschreibt. Mit Trompetenklängen in St. Leonard & Co. schufen sie nicht nur ausgelassene Stimmung, sondern auch eine einmalige Note. Absprechen konnte man diese auch Hocico nicht: wie erwartet wirbelte Erk mit Federboa eine geballte Ladung Energie aus düsteren Beats, aggressiven Synthesizer-Klängen und provokanter Bühnenpräsenz von der Waldbühne.
Und als IAMX mit seiner energiegeladenen Show das Amphitheater in eine regelrechte Discoparty verwandelte, verschmolz auch der letzte im Publikum am Abend mit der Bühne. Chris Corner, der kreative Kopf hinter IAMX, begeisterte nicht nur mit eindringlichen Texten, sondern auch mit einem ausdrucksstarken Bühnenauftritt, der seine persönliche Reise und Identität par excellence widerspiegelte.
Parallel stimmte Dernière Volonté auf sinnig-tiefgründige Momente ein. Die Band, die oft für ihre emotionalen Live-Auftritte gelobt wird, verwebt neoklassische Elemente mit Dark Wave und Post-Punk und schuf damit eine einzigartige Klanglandschaft, die das Publikum in die Nacht eintauchen ließ.
Sonntag – Ein Finale voller Energie und dunkler Eleganz
Am Sonntag war das Festivalgelände bereits von einer erwartungsvollen Spannung erfüllt, als die ersten Acts starteten und das Publikum ein letztes Mal zusammenfand. So begeisterten u.a. Frozen Plasma auf der Waldbühne mit ihrer jugendlich-frechen Ausstrahlung. Auf der Bühne zeigte sich das Future-Pop-Duo zugänglich und energiegeladen und hinterließ im Publikum einen stimmungsvollen Fußabdruck. Fans, die es laut und direkt mögen, fanden sich wenig später auf der Amphibühne ein. In einer rohen, elektrisierenden Atmosphäre heizte Klutæ mit eingängigen Sounds ein. Sichtlich erfreut über die Wolkendecke nach den heißen Festivaltagen bedankte er sich humorvoll für die ersehnte Abkühlung und dröhnte freudig die nächsten Electro-Industrial-Beats in die Luft. Har Belex holte den Puls schließlich mit einer verträumten Darbietung wieder auf Normalmaß. Mit einer schlichten, doch kraftvollen Präsenz, die ihre poetischen Texte und warmen Melodien in den Mittelpunkt stellt, stimmten sie einen ruhigen, aber intensiven Genuss für Fans gedankenversunkener Klänge ein. Ein Wechselspiel aus düsterer Romantik und rockiger Energie holten später Zeraphine auf die Waldbühne.
Mit „Berliner Schnauze“ und Hits wie „Die Macht in dir“ und „Be my Rain“ sorgte Frontmann Sven für eine poppige Stimmung, die die müden Knochen des Publikums wieder auflockerte und auf den krönenden Abschluss einstimmte. Den letzten Höhepunkt des Festivals lieferte schließlich Northern Lite, dessen Frontmann das Publikum in weißem Haar und Hawaiihemd an über 25 Jahre Musikgeschichte teilhaben ließ. Mit cooler Gelassenheit erzeugte die Band einen unwiderstehlichen Groove, untermalt von elektrisierenden Sounds und einer leidenschaftlichen Performance – der perfekte Mix aus elektronischer Musik mit einer guten Portion Rock-Attitüde. Ein würdiges Finale für ein Wochenende voller großartiger Musik, Überraschungen und magischer Momente. 

Einzigartige Eindrücke und bleibende Erinnerungen
Nicht nur die Künstler, sondern auch das NCN-Publikum trägt zum unverwechselbaren Charme des Festivals bei. In einer bunten Mischung aus Szenegrößen und Neulingen bewegten sich die Besucher von Bühne zu Bühne, teils orientierungslos, aber stets getragen von freundlicher Atmosphäre. Während der Darbietungen waren kaum Smartphones im Einsatz, was besonders im Vergleich zu anderen Konzerten auffiel: Hier schien es einzig um das Erlebnis im Moment zu gehen.
Auf dem Gelände boten zahlreiche Stände Szene-Mode, Schmuck und Kunst zum Stöbern an, und viele nutzten die Pausen zwischen den Auftritten, um die legendäre schwarze Hüpfburg auszuprobieren, die nicht nur für Unterhaltung sorgte, sondern auch die familiäre Seite des Festivals widerspiegelte. Hier konnte man nicht nur Zuschauer, sondern Teil der lebendigen Festivalwelt sein, die zwischen Vertrautheit und unbekannten Begegnungen stets neue Facetten bereithielt. Auch die schrillen Outfits des Publikums zeigten, wie vielfältig und kreativ die NCN-Community ist.
Das Wetter hielt sich trotz mancher Gewittervorhersage, auch wenn zuletzt eine panische Flucht vor dem Regen beobachtet werden konnte – letztlich passte selbst das Unberechenbare zum unvergesslichen Charme dieses Festivals.
All die Eindrücke unterstreichen, was das NCN-Festival so besonders macht: Hier wird nicht nur die Musik gefeiert, sondern auch das Gefühl, eine riesige Familie zu sein.
Ein Wort an die Kritiker
Für die Kritiker unter uns – die immer da sind und manchmal auch gebraucht werden – ein kleiner Einblick in das Festivalleben: Der Preis für so viel Kultur, so viele Stände, Künstler und Gänsehaut ist nicht nur gerechtfertigt, sondern ein echtes Schnäppchen! Manch einer mag sich auch über das Wetter beschwert haben – aber in Deutzen gilt schließlich der Grundsatz: Echtes Festivalfeeling entsteht durch ein bisschen Sonne, ein bisschen Schatten und ein Hauch „Was zieh ich nur an, wenn’s regnet?“ Für die Musikwelt-Gourmets: Natürlich trifft nicht jede Band jeden Geschmack, aber genau das ist doch das Rezept für die legendäre Vielfalt des NCN. Und ja – das ewige Thema Parkplätze! Aber mal ehrlich: Ein bisschen Fußweg zum Festival ist doch nur die perfekte Aufwärmübung, um die Tanzbeine locker zu machen und sich schon mal in Festivalstimmung zu bringen. So viel Abenteuer muss eben sein!

Danke für drei unvergessliche Tage!
Ein Festival wie das NCN entsteht nicht aus dem Nichts – es braucht Kreative, Macher, Helfer und eine ganze Menge Herzblut. Unser besonderer Dank geht daher an all die Künstler und ihre Crews, die Techniker, die Gastronomen, die Händler mit ihren einzigartigen Ständen, das unermüdliche Reinigungsteam, alle Helferlein und natürlich die Organisatoren, die das Festival so liebevoll auf die Beine gestellt haben. Ohne euch wäre diese faszinierende kleine Welt in Deutzen nicht möglich gewesen! Ein herzliches Dankeschön auch an alle Besucher, die das NCN in ein pulsierendes Fest verwandelt haben. Ihr seid das Herz und die Seele dieses einzigartigen Erlebnisses!

Psssst…
Die Vorfreude beginnt JETZT! Schnell sein lohnt sich! Der Ticketvorverkauf für 2025 hat schon begonnen und die ersten Tickets gingen weg wie warme Semmeln! https://www.ncn-festival.de/
Das Line Up steht in den Startlöchern – und mit Camouflage hält garantiert nicht nur ein Ohrwurm Einzug! Wer singt mit?
// Text: Maria K.
02.-04.08.2024 - FULL REWIND Summer Open Air 2024 – ein Geheimtipp am Wacken-Wochenende
Die ganze Welt pilgert nach Wacken. Wir pilgern nach Roitzschjora. Denn wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen verbirgt sich eine Legende: Das With Full Force-Festival fand hier zwischen 1999 und 2016 statt, danach zog es nach Ferropolis, wo die neuen Macher es unter „FULL FORCE“ mit breit gefächerterer Genreauswahl ein deutlich jüngeres Publikum ansprachen.
Doch Roitzschjora, wo es zuletzt Stress mit den Behörden gab, vermisste offensichtlich das rhythmische Vibrieren des Ackerbodens zu feinsten Hardcore und Metal-Acts, biergetränkte Feldpflänzchen und glückliche Gesichter zwischen Flugplatz und Dorf. Alles auf Anfang gedreht haben die Macher vom FULL REWIND und nach acht Jahren unter tosendem Applaus ein neues Festival auf dem von Größen der Szene gesegnetem Land auf der Erde gestampft.
01.09.22-03.09.22 - NCN 2023 @ KULTURPARK Deutzen
Ein Rückblick auf das 16. NCN 2023
Nocturnal Culture Night im Kulturpark Deutzen, 01 September bis 03. September 2023
Ein sehr schöner Sommer ging zum Monat September zu, den wir in Vorfreude erwarteten. Am ersten Septemberwochenende startete das legendäre NCN Festival,
gelegen im Südraum der Stadt Leipzig in Deutzen, ein kleiner Ort mit einem wunderschönen Kulturpark. Einst war es der Kulturpark der DDR Bergleute, die in den naheliegenden Tagebauen die Braunkohle abbauten, aber dies ist nun schon lange Geschichte.
Ein Großteil der Braunkohletagebaue sind renaturiert und in Naherholungsgebieten nebst Seen mit viel Grün und Wäldern umgewandelt.
Ein Park, sehr naturverbunden mit einem reichen Baumbestand, in der Nähe des Deutzener See's gelegen, bietet viele schöne Möglichkeiten des Zeltens oder aber auch der Verweil im Wohnmobil oder ähnlichem. Für die Tagesgäste bestand eine Vielzahl von laufnahen Parkplätzen zum Festival, welches drei Tage dauerte. Am Donnerstag gab es die Aufwärmparty, wo wir leider aus Gründen des schnöden Gelderwerbs nicht teilnehmen konnten.
Pünktlich am Freitag, dem ersten September 2023 ging es wieder los.
Das kleine Dorf Deutzen färbte sich wieder dunkel, die schwarze Szene, man kann eher sagen, die schwarze Familie traf sich erneut zum familiären und gemütlichen Festival NCN. Wie die Zeit vergeht, nun schon zum 16. Nocturnal Culture Night gab es ein großes Hallo zum Wiedersehen von Freunden und Bekannten aus allen Teilen des Landes.
Am Freitag schon gab es einen großen Ansturm von Festival Besuchern, leider öffnete die Bändchenaussgabe erst verspätet, so dass sich am Eingang bald eine lange Schlangen bildete.
Im Festivalgelände gab es neben den vier Bühnen (Amphibühne, Waldbühne, Parkbühne, Kulturbühne) eine Vielzahl von Ständen für das leibliche Wohl, eine sehr gemütliche Lesebühne unter Weidenbogen sowie diverse Stände mit Tonträgern und Sachen aller Art, die das schwarze Herz entzückten.
Auch gab es genug Möglichkeiten, sich vom allgemeinen Trubel etwas zurückzuziehen, inne zu halten, Gespräche zu führen.
Der Kulturpark ist mit dem Mittelpunkt der Amphibühne kreisförmig gestaltet, wobei dort diese durch ihre Lage und Größe den zentralen Punkt bildet.
Wir starteten unser Festival auf der Amphibühne mit der Band Eisfabrik. Statt Eis gab es Regen, ja der Freitag überraschte leider mit Regen bis zum Abend. Aber das war kein großes Problem, die meisten waren darauf vorbereitet und hatten entsprechende Kleidung oder einen Regenschirm dabei. Treffenderweise konnte man sich auch für das kleine Geld einen Folien Regenschutz vor Ort kaufen.
Die vier Eisfabrikanten heizten den Fans gehörig ein, ein guter Start trotz des Wetters, kein Problem. Musikalisch gut eingestimmt ging es auf der Amphibühne mit N.E.O weiter, ein sehr interessanter Klangteppich umwoben mit einer Videoanimation, dazu eine nun komplett gefüllte Amphibühne. Mit düsterem Goth Rock/Experimental begeisterte diese Band die Massen. Gegen späteren Abend quirlten Vive la Fete lustig und electropoppig die Amphibühne auf, wie zum Dank verzogen sich nun auch die letzten Regenwolken dieses Tages.
Zwischendurch wurde ein reichhaltiges musikalisches Programm auf den anderen Bühnen geboten, auch die Lesebühne zog schon am Freitag Nachmittag die Fans in ihren Bann.
Durch einen kleinen Waldweg läuft man zur ebensolchen Waldbühne, am Abend ist der Weg mystisch grün beleuchtet, wahrlich magisch.
Der Regen tobte, aber das war egal, bei Größen wie Empathy Test und später Nachtmahr war der doch sehr große Platz der Waldbühne gefüllt.
Schwarz, alles schwarz, die Kleidung der Fans und Gäste, es war sehr schön anzusehen.
Nachtmahr ließ die Luft mit brachialen Klängen beben, die Fans verzückt zu den sehr schönen Konzerten.
Mit etwas ruhigeren Klängen und Gesang ging es auf der Kulturbühne zu, Rome begeisterten sehr schnell, auch wenn nun dort einige Pfützen standen. Dazu ein kühles Bier und eine knusprige Bratwurst für das leibliche Wohl gab es an den Grill- und Getränkeständen.
An der Parkbühne kommt man ja immer wieder vorbei, auch hier spielten Then comes silence im Regen, was aber keinen Abbruch tat, im Gegenteil, es herrschte am frühen Abend schon eine super Stimmung, es ging weiter mit Blancmange ehe zum Abschluss des Tages die poppigen Gulvoss sich die Ehre gaben.
Musikalisch und Genreübergreifend sind die Bands gestaffelt auf verschiedenen Bühnen, es ist ein interessanter Mix, so dass jeder seine Favoriten jeden Tag erleben kann.
Ein sonniger Sonnabend und Sonntag sollten nun das Wochenende dominieren, nur in den Mitternachtsstunden wurde es etwas kälter, der Mond beleuchtete interessant die Nebelwände der Nacht.
Die letzten Regenpfützen verschwanden, frisch gestärkt durch ein leckeres Handbrot und Kaffee gab es heute einige kleine Überschneidungen mit einem vielversprechenden Programm. Larrnakh und Uwe Nolte begeisterten schon am Nachmittag in der Kulturbühne, dazu liefen sehr gut besuchte Lesungen in der Lesebühne unter den alten Weiden. Wesentlich härtere Electro Klänge kamen von Project -X, welche ordentlich die Amphibühne aufmischten. Ganz im Gegensatz dazu folgte Janus in ruhiger Akustik. Etwas anders, aber sehr gut umgesetzt.
Niemand geringeres als Vomito Negro ließen ebenso am Nachmittag die Waldbühne zittern.
Herrliche Klassiker gepaart mit einer feiernden Menge an Fans folgten Boytronic um zum Abschluss auf der Waldbühne Kirlian Camera die Ehre zu geben. Ein unglaublich kraftvolles Konzert, umgeben von mystisch angestrahlten Bäumen, es war ein Highlight des Festivals.
Ein reges Treiben fand an der Parkbühne statt während an die Kulturbühne bei The Devil and The Universe komplett überfüllt war.
Nicht einmal am Rand gab es noch Platz, eine wahre Party, die Band verstand es sofort die Fans in ihren Bann zu ziehen.
Zweifellos einer der Highlights, leider war die Bühne einfach zu klein zum tollen Konzert. Zum Abschluss und mit Fackeln erhellte Bühne boten die Weisse Rose eine martialische Show.
Der Tag war sehr schön, viele gute Bands, tolle Musik und super Stimmung auf dem NCN Festival.
Es ist auch bekannt als ein familiäres, kleines und naturverbundenen Festival, was man immer wieder erleben und bestätigen kann.
Alle geben sich große Mühe und Herzblut, dieses Festival immer wieder zu einem Erlebnis werden zu lassen.
Die schwedische Band Emmon trat kurz vor Mitternacht auf der Parkbühne auf, was soll man sagen, so viel Power und gute Musik machten den Abschied an diesem Tag nicht leicht, aber auch der Sonntag lockte mit guter Festival Laune.
Sonntag, schwarze Massen strömten zum Gelände des Kulturparks und nach reichhaltiger Stärkung besuchten wir die Bühnen, Stände und tauchten erneut ein, in das Festival.
Ein Ritt weit hinein in die 80'er zu den qitschbunten quirligen Sigue Sigue Sputnik, zu den die Amphibühne restlos voll mit Gästen und Fans war.
Folgend auf der Waldbühne S.P.O.C.K. zum 35 jährigen Jubiläum, welches von den Fans gebührend gefeiert wurde mit schwedischen Fähnchen und Luftballons, was für eine riesige Party und Stimmung, unglaublich!
Nun neigte sich das tolle Festival dem Ende zu, aber alle warteten auf eine Band: Die Krupps!
Mit einem gewaltigen Plautz und kräftigem Sound legten die Krupps los und sofort brodelte das randvoll gefüllte Amphistadion.
Brachiale Klänge gepaart mit Klassikern und einer tollen Lichtshow ließen nun niemanden mehr ruhig.
Was für eine gewaltige Show, Wahnsinn!
Ein gebührender Abschluss in der sonntäglichen Nacht zu einem super Festival!
Es bleibt unser herzlicher Dank dem Veranstalter Holger nebst seinem tollen und fleißigen Team, allen Musikern und Fans!!
Wir sehen uns wieder, spätestens zum E-Only und NCN 2024

19-20.08.23 - STELLA NOMINE FESTIVAL 2023 @Torgau
Wieder strömten die schwarzen Jünger nach Torgau,
viele begeistert vom Erlebten schon zum dritten Mal,
andere neugierig angelockt durch Empfehlungen von Freunden.

Sie wurden nicht enttäuscht…. Weiterhin bleibt das Stella ein Ort des familiären (das nahmen viele wörtlich) Treffens,
die Wege kurz und die Crew kein Kontrolleur sondern hilfreicher freundlicher Partner.

Alle waren entspannt und genossen einfach eine gute Zeit unter Gleichgesinnten.
Gut war dies zu spüren, als der Headliner des Samstags, Not my God, für den viele extra angereist sind, absagen musste, da ihr Equipment auf dem Flug verloren ging.
Keine Unruhe und Ärger, die Besucher des Stellas feierten einfach weiter die vielfältigen Auftritte und dieses einzigartige Festival.

Großartig war auch der Löscheinsatz der Torgauer Feuerwehr, die an diesen heißen Tag Abkühlung, Regenbogen und ein fast Woodstockmäßiges Happeningfeeling verbreitete.

Das einzige was mich überraschte, waren die kurzen Zeiten der anschliessenden Disco mit DJ Bruno Kramm…. 03:00 volle Party… 03:15 plötzlich Rausschmeisser-Flutlicht…. Gab es wieder Beschwerden wie letztes Jahr oder blieb man vorsichtshalber gleich eingeschränkt?
Aber ab einen gewissen Alter ist es vielleicht sowieso besser nicht mehr durchzumachen… ;)
So blieb zumindest die Knochenmüdigkeit aus, als man am Sonntag feststellte… schade… diese geile Zeit ist leider schon wieder vorbei…… aber nach dem Stella ist vor dem Stella!

02.09.22-04.09.22 - NCN 2022@ KULTURPARK Deutzen
Das 15. NCN 2022 – 02.09.2022 bis 04.09.2022 im KULTURPARK Deutzen
Ein wunderschöner Spätsommer läutete den Festivalmonat September ein.
Endlich, nach einer viel zu langen Wartezeit öffnete der Kulturpark in Deutzen seine Pforten für unser langerwartetes NCN. Es sollte endlich wieder ein richtiges NCN werden nach den letzten beiden Corona Jahren.
Die Erwartungshaltung war riesig, ebenso wie die Vorfreude aller Gäste!

Deutzen, ein kleines Städtchen, gelegen vor den Toren der Stadt Leipzig und einst geprägt vom Braunkohle Bergbau. Im wunderschönen Kulturpark Deutzen, vor langer Zeit einst von der DDR für die Bergarbeiter und Bevölkerung angelegten Park, fand auch das diesjährige Festival statt.
Ein Park mit einer Amphiebühne, sehr vielen Wegen und Plätzen im Grünen, überdacht von den hohen Bäumen der Parkanlage, der einmalige Naturcharakter wird bezaubernd durch das Festival ergänzt.
Viele Besucher hatten ihr Quartier auch vor Ort im Zelt oder wer es etwas geräumiger mochte, dafür lud der große Caravan Platz ein.
Es gab auch umliegend große und reichlich gestaltete Parkmöglichkeiten für PkW`s, nicht jeder blieb über Nacht vor Ort.

In den Mittagsstunden des Freitages zog es auch uns nach Deutzen, mit einer Portion Glück hatten wir auch einen schattigen Festivalnahen Parkplatz, so kamen zum Freitagnachmittag schon sehr viele Festivalgäste an und die Straßen des Ortes färbten sich in ein dezentes schwarz.
Ein großes Hallo und Wiedersehen von Freunden und Bekannten aus nah und fern!

Eine schwarze Schlange schlängelte sich am Eingang zum Festival NCN ab, alle tauschten nun ihre Tickets gegen das Festivalbändchen ein.Schmuck gestaltet war auch wieder das diesjährige Programmheftchen. Wie immer sehr informativ und interessant gestaltet, klammern geheftet so dass es selbst das Festival in der Hosentasche gut überstand.

Wir waren sogleich interessiert, wie ist das Festivalgelände denn nun in diesem Jahr gestaltet?
Die Weidenbogenbühne sollte es nicht mehr geben, satt dessen aber die sogenannte Waldbühne, klingt ja schon sehr interessant und wir stromerten durch das Gelände.
Rings um die Weidenbogenhalle verteilt boten Händler ihre Waren preis, ebenso wurde auch ausreichend und umfangreich für das leibliche Wohl in Form von Speis und Trank angeboten.
Sitzmöglichkeiten gab es überall verteilt und in diesem Jahr gab es eine Lesebühne unter den alterswürdigen Weiden. Das war ein sehr lauschiger Ort und immer gut gefüllt, die Lesungen zogen regelmässig das interessierte Publikum an. Die altbekannten Bühnen, Amphibühne, Kulturbühne und Parkbühne hatten nichts von ihrem Flair verloren in strahlten im Glanz der tiefen Septembersonne. Was aber fehlte waren die Sitzbänke auf der Amphibühne... abgebaut aus Alterschwäche? Die waren immer ein beste Gelegenheit für entspannten Genuss... schade, aber sicher außerhalb des Einflusses des NCN-Teams.
Ein kleiner und im Dunklen mystisch grün beleuchteter Pfad durch den Wald (!! Daher Waldbühne) führten die Gäste zu einer schönen großen Fläche mit einer ebensolcher großen Bühne!
Klasse! Das sah schon einwandfrei aus und nun sollte hier an der Waldbühne wirklich jeder einen Platz haben um seiner Band und Musik lauschen zu können.

Mit einigen kleineren absolut unvorhersehbaren Problemen begann das Festival am Freitag.
Die Lufthansa streikte, auf den Flughäfen herrschte Chaos, so dass einige Gäste und vor allem auch Bands nun keine Chance hatten pünktlich in Deutzen zu sein.
Auch gab es krankheits bedingte Absagen, so dass statt The Eternal Afflict die Band Still Patient? einsprang.
Dies ließen es dann auch gewaltig auf der Waldbühne krachen, es war ein gelungenes Konzert.
Trotz allem herrschte eine sehr gute Stimmung, für jeden Musikgeschmack war etwas dabei, auch die Lesebühne (Christian von Aster) wurde sehr gut angenommen.
Einer der abendlichen Highlights waren dann Cat Rapes Dog, die es ordentlich krachen ließen in der Nacht auf der neuen Waldbühne.
Jetzt zeigte sich auch, welche enormer Platz hier zu Verfügung steht.
Durch den Ausfall von Henric de la Cour spielten M.I.N.E. ein volles Konzert auf der Amphiebühne, jeder Platz war belegt und komplett voll, alle hatten ihren ersichtlichen Spaß am Abend.

Der Abend am Freitag bließ ein kühles Lüftchen ab Mitternacht, ein sehr schöner Tag endete … der Sonnabend sollte mit eben solchem schönen Wetter starten wie es Freitags der Fall war.
Einmal kein Regen zum NCN, auch sehr schön. Aber die heftige Sonne meinte es in den Nachmittagsstunden noch viel zu gut mit allen, schattige und luftige Plätze waren jetzt gold wert.
Es war auch der schönste Festivaltag, mit einem sehr gut durchmischten Programm und vollen Bühnen, die Gäste und Fans drängten sich zur Park und Kulturbühne, da ist das Platzangebot immer etwas begrenzt.
Wir nutzen die Gelegenheiten auch zum Treff und Gespräch mit vielen Freunden und Bekannten, dazu das eine und andere kühlende Getränk.
Neugierig wartete man schon im Vorfeld auf die abendlichen Highlights, die Girls under Glass ließen die Waldbühne in Nebelschwaden mystisch verhüllen und erzeugten ein wahren Orkan.
Es wurde tief in die Kiste der Vergangenheit gegriffen, aber ebenso auch neue Stücke präsentiert, die Endes des Jahres veröffentlicht werden. Man darf jetzt schon gespannt sein.
Ein Urgestein, Midge Ure, rockte am Abend die Amphiebühne, einfach sensationell!

Schönes und altbekanntes Festivalfeeling kam auch wieder im Jahre 2022 zum nun 15. NCN auf, wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man sich über die Jahre unterhält.
Eigentlich passte alles sehr gut an diesem Wochenende und alle waren auch wieder froh zu einem normalen Festivalbetrieb zurück kehren zu können, so wie wir das gewohnt waren.
Nun ist der Sonntag ja auch leider der Abreisetag, aber auch heute zeigte sich das Wetter von der besten Seite, so wie Forced to Mode, die wohl beste Depeche Mode Coverband die wir kennen.
Besonders der Moment, wo die FANS mit einem FOD ein Feurzeugmeer an Fletch gedachten!
Tolle Stimmung, prima Atmosphäre in den Schwingen der Nacht zu Nitzer Ebb NEP, da kochte die Amphiebühne auf!
Stehender Applaus und zum Ende die alljährige Verabschiedung von Holger und dem NCN Team.
Ein familiär geprägtes Wochenende der schwarzen Szene, mit einem breiten Spektrum an Bands und Musikrichtungen (EBM, Electro, Neofolk, Goth Rock, Synthie) ging nun wieder einmal zu Ende.
Aber wie immer freuen wir uns auf das kommende NCN in 2023.
Mit herzlichen Dank für alles an Holger und NCN Team, Bands und allen Gästen!
Bis zum nächsten Mal
Bilder:

09.07.2022 - VANITY NOIRE Party LEIPZIG
VANITY NOIRE Party LEIPZIG
Nach einer nicht nur gefühlten zu langen Durststrecke war es endlich wieder soweit.
Vanity Noire lud ein zur ersten Veranstaltung 2022, gelegen im Herzen der Stadt Leipzig.
Es war ein großartiger Start zurück, verknüpft zu den Wurzeln der Veranstaltungsreihe.
Im Schatten der ehrwürdigen Peterskirche zu Leipzig, öffneten sich die Tore des SOLTMANN Leipzig.
Eine für uns neue Location in der Innenstadt von Leipzig, sehr einladend gestaltet und der erste Eindruck wurde im Laufe des Abends immer besser.
Zum Auftakt des Abends hatten sich im hinteren Konzertsaal SWEET ERMENGARDE angekündigt.
Ein sehr schön gestalteter Saal mit eigener Bar und Bühne sollte alsbald unter den Gitarren Inferno und der markanten Stimme erzittern, welche uns Sweet Ermengarde schon zum ersten Song boten.
Die Band schaffte sofort den Draht zum Publikum im Takt, düster beleuchtet die erste Party zu feiern.

Das Soltmann bietet sowohl Raucher und Nichtraucherbereiche, auch im vorderen Barbereich regte sich ein intensives Austauschen zu leckeren Getränken von den fleißigen Bardamen.
Ein großes Wiedersehen gepaart mit ordentlichen Klängen der Band hob die Stimmung sehr schnell an zu einer großartigen Party.
Mitsingend und tanzend feierten die schwarzen Gäste zur live Musik, natürlich gab es nach dem begeisterten Applaus zum Ende des Konzert die erwünschte Zugabe.
https://www.youtube.com/watch?v=wYfuEbPdliU
Geschwind wurde nach dem Konzert die Bühne umgebaut, in der kurzen Zwischenzeit gab es viel zu berichten und mit Freunden und Bekannten zu erzählen.
Kleiner technische Probleme wurden gemeistert und der schwarze Tanzabend nach dem Livekonzert begann, Klassiker perfekt gemischt von den verschiedenen DJ`s ließen die Tanzbeine nicht zur Ruhe kommen.
Das Soltmann bietet aber auch einige ruhigere Plätze, zum Austausch und für viele ein sehr willkommenes Wiedersehen.
Eine sehr angenehme Location, ja, das hatte Soltmann bewiesen, mit vielen netten und schönen kleinen Details und Dekoration.
Wir sind gespannt auf die kommenden Vanity Noire Partys und sagen wie immer, vielen Dank an alle für den tollen Abend und bis zum nächsten Mal.
17.09.2022 - PAHL @ Kunstkraftwerk
Es ist vollbracht, die konzertante Premiere von PAHL.
Vollkommen unbescheiden im positiven Sinne orientiert sich diese neue Projekt,
lyrisch, musikalisch, konzeptionell und visuell an großen Maßstäben und versucht dabei doch ganz eigene Wege zu gehen.

Die Darbietung von Pahl in Worte zu beschreiben ist nicht ganz einfach... Ich würde vlt Stichworte wählen wie Goethe trifft melancholischen Expressionismus unter der Regie von David Lynch auf visuellen Steroiden. Dabei führt die emotionale Musik von Olav Parusel wie ein hypnotisierender Strom durch das Geschehen.... aber immer mit einen geimnisvollen Ahnen, das unter allen Oberflächen noch ein tieferer, dunklerer Substrom verborgen ist. Das Kunstkraftwerk mit seiner Rundumvideoprojektionsmöglichkeit in einer alten Industriehalle bot für PAHl eine fantastische Bühne.... und die cleveren Projektionen mit vielen bekannten Leipziger Orten verstärkten wirklich den Sog der Darbietung buchstäblich in eine neue Dimension.

Technische Probleme bei Audiotechnik vor Ort störten etwas den Genuß und verursachten vielleicht das der Sound von meinem Platz aus nicht so wirklich optimal war.
Dennoch blieb der Gesamteindruck überwältigend und die Begeisterung des Publikums sprach Bände! Bitte mehr!
19.-20.08.2022 - 2. STELLA NOMINE FESTIVAL @ TORGAU
Wieder war das zweite Stella ein durchschlagender Erfolg. Von keinem der Gäste gab es ein negatives Resümee… allerorten zufriedene glückliche Gesichter.

Das Rezept blieb das gleiche… ein aufmerksames, freundliches Team, eine Bühne mit kurzen Aufbauphasen, keine Gängelung durch unsinnige Verbote, kurze Wege. Kurzum, eine familiäre und lockere Atmosphäre in grüner Umgebung…. Das Familiäre war durchaus wörtlich zu nehmen, die gereiften Musikjünger brachten auch teilweise schon ihre Kinder mit.

Nicht nur auf dem Campingplatz waren die Menschen sich nahe , immer gab es die Gelegenheit für ein Pläuschen… ein Kennenlernen… ein besser Kennenlernen…
oder ein ganz geheimes Underground-Konzert zwischen den Campern….. Großes Danke an Clay und Juli!

Auch die offiziellen Bandauftritte waren gut ausgewählt, motiviert und die Darbietenden sich offensichtlich wohl fühlend.. so wurden die Bands von den Zuschauern dankbar gefeiert… Mein Highlight war einer der seltenen Auftritte von TIAMAT….. So unangestrengt und dabei doch mit solcher Wucht so einen Punch in die Magengrube abzuliefern… grandios.
Ein kurzer Regenschauer lies mich zwar den schon traditionellen, süßen Auftritt von „Kaffee und Kuchen“ verpassen, aber schnell hatte Petrus wieder ein Einsehen und weiter ging es im normalen Programm. Gut angenommen wurde auch die Disko mit Bruno Kramm als DJ unter freien (Baum)Himmel, auch wenn meine Füße darunter litten, das ich mich immer erst so um vier zum Schlafen begab.…. andere blieben eindeutig länger in der Tanzwut….


Selten hat ein junges Festival sich so schnell etabliert.. dabei ist die gern verwendete Beschreibung als kleiner Bruder des WGTs berechtigt aber auch gar nicht mehr notwendig…. Das STELLA NOMINE hat schon aus seinen eigenen Stärken heraus eine eigene Tradition begründet… als überaus liebens- und besuchenswertes Festival am Entenfang Torgau!