Fragen an SAMAVAYO

On: 31/12/2012

Fragen an SAMAVAYO

Seit 2000 stehen die Berliner Jungs mit ihrer Band Samavayo auf den Bühnen und das mittlerweile nicht mehr nur in Deutschland. Ihre, gleichfalls rockige und leidenschaftliche Musik findet sich auch auf ihrem neuen Album 'Soul Invictus' wieder. So versprühten sie am 17.11.2012, im Rahmen der Bandcommunityveranstaltung ihre Funken und wussten das Publikum mit neuen und alten Songs zu begeistern.

 
kurze Vorstellungsrunde der Bandmitglieder:

Behrang Alavi: Gesang und Gitarre
Stephan Voland: Schlagzeug
Marco Wirth: Gitarre
Andreas Voland: Bass


sP: Was hat euch dazu gebracht eine Band zu gründen ? War es einer dieser Kindheitsträume ?

Behrang: Ähm, was hat uns dazu gebracht eine Band zu gründen ? Also im Grunde war es so: Wir waren zusammen in einer Schule und drei von uns in einem Jahrgang. Außerdem haben wir immer irgendwie mal zusammen Gitarre gespielt. Einige von uns hatten schon zusammen Bands. Dann kamen die anderen beiden noch dazu und plötzlich waren wir eine Band. Also es war jetzt kein konkreter Entschluss in dem Sinne 'jetzt gründen wir mal 'ne Band'!  Wie gesagt haben wir schon immer Musik gemacht und haben uns letztlich nur komplettiert. Sozusagen sind wir eine Schulband. Als solche haben wir allerdings nie gegolten, daes eigentlich erst nach dem Abi so richtig ins Rollen kam. Die Band besteht aus Bekannschaft und Verwandschaft. Unser Drummer ist ja verwandt mit dem Bassisten, sind Brüder und so ist das alles so ne Clique.



sP: Rock am Ring, Highfield, Melt...
Auf welchen Festivals würdet ihr gerne noch spielen ?

Andreas: Taubertal.
Behrang: Taubertal.
(allgemeines Lachen)
Behrang: Taubertal ist ein super super Festival in Bayern. Norbayern oder ?
Stephan: Aber Highfield! Highfield würd' ich auch nochmal spielen.
Behrang: Ja klar, das klingt wenn wir Taubertal sagen. Wir meinen nicht dass wir auf anderen nicht spielen würden. Das waren natürlich alles Erlebnisse. Sind halt auch alle irgendwie cool, wobei es schon so ist, dass zum Beispiel Hurricane halt die viel cooleren Festivals sind. Mal verglichen mit Rock am Ring oder so. Auch wenn's größer ist, das ist halt schon so'n bisschen charmelos, nicht ganz so charmant sozusagen. Aber Taubertal ist schon so'n Festival, das allein weil es im Wald ist und wegen der Architektur und auch die Bandzusammenstellung einfach grandios ist. Aber wir würden auf jedem Rockfestival spielen, wenn uns jemand fragt. Warum nicht!? Festivals sind immer ein Riesenspaß. Man kommt an, spielt, lernt andere Bands kennen, hängt im Zelt rum und guckt sich Bands an. Das ist eigentlich total cool und so.
Stephan: Aber das Melt würd' ich mir auch gerne nochmal anschau'n, weil's, keine Ahnung, ist schon 'ne ganz coole Umgebung.
sP: Nur anschau'n oder auch spielen ?
Stephan: Auch spiel'n, aber ich meine Spielen tut man ja überall gerne, aber manchmal ist die Umgebung halt relativ wichtig. Beim melt ist es schon sehr extravagant.
Behrang: Genau, Melt ist ja schon so ein Indie-Elektro-Festival, aber es macht auch als Zuschauer einfach extrem Spaß, weil du auch diese Bagger hast. Da kannst du entlanglaufen und das ist eben ein ganz spezielles Gelände. Das ist schon sehr cool.
Stephan: Sozusagen die weichen Faktoren, die manchmal sowas auch interessant machen.


sP: Ihr seid ja schon ziemlich lange eine Band, erschreckt ihr da manchmal, wenn ihr zurück blickt und seht was ihr alles schon geschafft habt ?

Behrang: Ähm, erschrecken tut man nicht. Man ist dann eher verwundert 'boar so viele Jahre waren das' und die Zeit verfliegt ja auch. Oftmals ist es so: Wenn uns jemand im Interview fragt 'was war das geilste oder das kurioseste Konzert' fällt uns meist überhaupt nichts ein, weil es so ein langer und riesiger Zeitraum ist, dass es alles schon wieder so verschwimmt. Aber es ist natürlich schon so, dass wenn man so lange Musik gemacht hat, man natürlich auch viel vorweisen kann. Wenn man unsere Albenliste anguckt, dann können wir halt sagen, okay wir haben halt einige zeitlose Sachen gemacht, die werden immer da sein. Unsere Platten wird uns keiner mehr nehmen und wir waren echt auf jeder Raststätte in Deutschland, kennen alle Tankstellen, alle Sanitärklos. Sind schon eine Menge Kilometer, die wir da runter gespielt haben.
Stephan: Und was einen vielleicht noch wundert ist, wenn man drüber nachdenkt, dass wir vier halt nach so langer Zeit immernoch in derselben Formation zusammen spielen. Das ist nicht erschreckend, aber das beeindruckt einen selbst manchmal, weil viele Bands ja oft Zirkulationen innerhalb der Band haben und bei uns ist es halt, ja, seit mehr als einer Dekade die selbe Formation.
Behrang: Wenn wir irgendwo hinkommen, wo wir schon lange nicht waren, dann fragen die Leute auch so ein bisschen ungläubig.

Stephan: Ja. Also die haben manchmal gefragt 'Du bist aber neu in der Band?' 'Nee, ich hab' nur 'ne andere Frisur.' (lacht) Ich meine man muss drüber nachdenken, ist halt 'n langer Zeitraum. Ich hab' angefangen in der Band, da war ich noch nicht mal im Stimmbruch. In der Zeit passiert natürlich einiges.

sP: Ihr spielt ja ziemlich leidenschafftlich Musik, aber gibt es Tage an denen ihr es bereut Musik zu machen ? Wo ihr total genervt seid davon ?

Behrang: Also ich glaube zum Rock'n Roll gehören auf jeden Fall auch Rückschläge. Da bereut man aber nicht unbedingt, dass man Musik spielt. Das ist schon eher so, dass man einfach so'n bisschen angekotzt ist von der Art und Weise wie alles funktioniert. Ich glaube das man wirklich bereit das man dieses Instrument spielt oder in der Band ist oder irgendwie die Musik macht, das gab's eigentlich noch nie. Jedenfalls für mich nicht. Das ist einfach so, dass es schon nicht immer nur nach oben geht und gerade wir haben in den letzten 2/3 Jahren auch einige Tiefs mitgemacht und sind danach aber immer eigentlich gestärkt raus gegangen und das ist eigentlich auch das, was die Herausforderung ist. Dass man halt dann, wenn man Musik macht 'ne Platte macht nachdem man irgendwie mies drauf war, dass man dann nicht raus hört, dass irgendwie die Motivation gefehlt hat. Die ist halt immer da und jetzt wo die aktuelle Platte seit erst 1 1/2 Monaten raus ist, würde man am liebsten eigentlich gleich das nächste aufnehmen und wieder ein Werk schaffen. Was natürlich keinen Sinn macht, weil jetzt man die gerade erst gemacht hat. Da muss man mit der auch mal ein bisschen spielen, sie den Leuten vorstellen. Aber der kreative Input war eigentlich nie so gehemmt, dass man sagt: Okay, jetzt sind wir in der Sackgasse und jetzt kommen wir da nicht raus, keinem fällt was ein oder einer ist geblockt oder wir müssen was anderes machen.
Stephan: Es ist ja auch so, natürlich muss man sich manchmal den Vergleich gefallen lassen mit anderen. Freunden, die meinetwegen schon ein abgeschlossenes Studium, ihren Bachelor, ihren Master gemacht haben, jetzt im Berufsleben sind und halt die Kohle verdienen. Auf der anderen Seite möchte ich die Zeit aber auch echt nicht missen.  Diese Zeit kann mir keiner nehmen und die können andere vielleicht gar nicht nachvollziehen und werden es nie nachempfinden oder nacherleben können. Ich meine dann fang' ich halt ein paar Jahre später an. Vielleicht nie mit einem normalen Berufsleben, wahrscheinlich nicht, aber das ist halt manchmal so dieser Vergleich den man hat. Die einen verdienen jetzt normal Kohle, ich fang' gerade erst an zu studieren. Aber man kann es nicht wirklich bereuen, weil es ist halt trotzdem was besonderes.
Behrang: Es ist ja auch ein bisschen schwierig, weil wenn du irgendwann halt dein Studium gemacht hast und anfängst zu arbeiten, kannst du nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich Rockstar werden. Du kannst ja nicht einfach loszieh'n und auf irgendwelchen Festivals spielen. Also wenn man das nicht in 'ner bestimmten Phase macht,  wird man's später auch nicht machen. Man kann vielleicht irgendwann mal Solokünstler werden und mit 'ner Gitarre irgendwie in 'nem Club spielen oder halt mal singen oder so. Aber dieses zu viert  tausend Kilometer in die Schweiz fahren, 1 1/2 Stunden spielen und dann wieder tausend Kilometer zurück fahren ohne geschlafen zu haben, das kannst du nicht machen, wenn du 40/50 bist. Das sind Sachen, die muss man entweder machen, wenn man sie macht und man ist jung und hat die Power und die Bereitschaft oder man wird's halt nie nacherleben dürfen.
Stephan: Ich sag' auch manchmal ganz gerne, wenn man einmal von diesem Saft, von diesem Nektar Musik gekostet hat, dann kommt man einfach schwer von los. 
Man kann nicht einfach in so'n normales Unternehmen einsteigen und 'nen Bürojob machen. Das funktioniert dann einfach kaum noch.
Behrang: Wir haben letzte Woche mit Everblame gespielt, 'ner Band aus Mannheim. Da hab' ich das auch zum ersten mal gehört, dass der Sänger meint 'Oh Gott und morgen fängt wieder der Trott an. Die Alltagsdepression.' Es ist halt so, man spielt 3-4 Gigs am Wochenende und dann muss man am Montag wieder in die Uni, jetzt aus seiner Warte. Er meinte, das zieht ihn halt voll runter, weil er da eigentlich überhaupt keinen Bock drauf hat. Das ist auch so ein krasser Wechsel. Das eine ist auf Tour sein, irgendwie eigentlich immer nur abhängen,  bis auf die Stunde, wo man Leistung bringt. Am  Tag darauf muss man plötzlich irgendwie in so'n geregelten Arbeitsalltag rein. Das ist halt was anderes, wie diese Ami-Bands die halt 6 Wochen am Stück nur touren. Da hängst du ja 6 Wochen nur rum. Klar du bringst deine Leistung und die ist auch nicht zu schmälern, aber dieser Wechsel ist dann nicht einfach. Deswegen, was er eben auch meint, dieses bürojobmäßige und gleichzeitig irgendwie versuchen richtig zu rocken und auch die Attitüde mitzunehmen, ist nicht so einfach. Eigentlich ist das perfekte Ding für Musiker, dass man selbstständig und relativ flexibel ist.


sP: Was ist euer persönlicher Lieblingssong aus eurem neuen Album  ’Soul Invictus’ ?

Marco: 'You are killing me'.
Stephan: Also ich hab' mehrere. Aber einer der vielleicht für mich so ein bisschen raus sticht, ist einmal der erste iranische Song, ähm...
Behrang: 'Roozhaye Roshan'.
Stephan: (lacht) Ja. Aber auch 'Holy Times', weil keine Ahnung, ich steh' manchmal ein bisschen auf Balladen.
(im Hintergrund lacht Behrang ebenfalls)
Behrang: Hm, was ist denn mein Lieblingssong ? Das ist schwierig. ich würd' sagen nachdem wir jetzt 4-5 Gigs gemacht haben, wo wir die Songs ja auch gespielt haben, ist der iranische Song auch so'ne Art Lieblingssong. Vorher fand' ich das nicht so sehr. Also es war für mich vielleicht auch einfach schwer, mich vom Gefühl her dran zu gewöhnen, dass ich persisch singe. Ich hab' mich ja auch gesträubt, weil die Sprache nicht so einfach ist und mit Rockmusik zusammen zu bringen.
Stephan: Ich hab' ihn hundertmal angefleht. "Jetzt sing doch mal persisch, Behrang".
Behrang: Ansonsten ist 'Oblivion' ein Song, den ich sehr mag. Den haben wir heute nicht gespielt. Wir können ja nicht immer alles spielen. Dafür haben wir inzwischen einfach zu viele Songs. Da müssten wir hier 5 Stunden durchspielen, aber 'Oblivion' ist schon ein Song den ich mag. Obwohl der persische Song aus dem Spielen heraus wohl schon so zum Favoriten geworden ist.
Stephan: Live macht natürlich 'Nightmare' auch einfach Spaß.
Behrang: Das ist der Song, zu dem wir auch ein Video haben. Also genau der macht Laune, aber vielleicht ist er jetzt auch schon so ein bisschen normal für uns geworden, weil wir ihn so oft gespielt haben; fürs Video und so oft gehört haben und so.


sP: Wie fühlt es sich an, dass erste mal auch einen persischen Song mit 'Roozhaye Roshan' eingesungen zu haben ?

Behrang: Das witzige ist halt, wenn man als Iraner nicht so sehr auf seine Aussprache achtet, auf die iranische Aussprache und dann in Europa aufgewachsen ist. Dann neigt man dazu das so auszusprechen, dass es klingt wie ein Armenier der iranisch redet. Ich kenne das halt von meinen Eltern.  Manchmal wenn ich einfach so umschalte vom Deutschen ins Iranische, ohne mich wirklich drauf vorzubereiten, dann klinge ich wie jemand der gerade erst 2 Wochen iranisch redet. Die Aussprache ist dann einfach noch nicht so rund. Ich hab' ein paar der ersten Aufnahmen des Songs gehört und dachte so 'Oh Gott, ich kling' echt wie'n Armenier'. Bei den ganzen englischen Songs dann plötzlich persisch zu singen, ist von der Aussprache her schwierig. Das merk' ich auch beim Singen. Da wirklich so'ne authentische persische Aussprache hinzukriegen  ist nicht so einfach. Ansonsten habe ich mich dran gewöhnt. Der Text ist in meinem Kopf. Ich muss mich nicht anstrengen, also umschalten. Das läuft jetzt alles,  ist intuitiv und der Song ist auch an sich einfach sehr gut. Der Song ist halt vielschichtig. Gleichzeitig auch wirklich anders als die anderen, was ja auch begünstigt hat, dass man darauf iranisch singen kann und er ist halt auch groovy. Man merkt richtig, wie die Leute, obwohl sie ihn nicht kennen anfangen mitzutanzen, mitzuschwingen, weil er  einfach so'n Rhythmus drin hat. Dadurch ist das alles in allem für mich sehr einfach. Am Anfang dachte ich 'Oh Gott, wenn wir dazwischen dann plötzlich iranisch singen und der Song ist auch anders und so', aber dann spielt man's und merkt das es total von der Hand geht.


sP: Werdet ihr jetzt auch öfter Songs in anderen Sprachen aufnehmen oder bleibt ihr doch lieber bei Englisch ?

Behrang: Wir werden auf jeden Fall bei Englisch bleiben. Aber wir werden schon, wenn es sich anbietet, weitere persische Songs singen. Ich hab' auch in meiner Kindheit in Russland gelebt und hab' immer mal überlegt, ob man nicht auch mal 'nen russischen Text machen könnte. Nur da ist die Herausforderung noch schlimmer. Die russische Sprache mit dem ganzen Klang und Ablauf und der ganzen, ich sag'  mal Eckigkeit der Sprache und dann auf diese Rockmusik zu bringen, dass ist  wirklich noch schwieriger. Aber wenn es sich irgendwann anbietet... Bei dem persischen Song war es ja auch so. Wir haben den Song gemacht und dann klang es danach, als könnte da persisch drauf passen, also für alle, nicht nur für mich. Wir haben uns das nicht vorgenommen, das war ein natürlicher Fluss. Und genauso würde das bei den anderen persischen, russischen oder vielleicht sogar spanischen Songs auch ablaufen. Vom Planen halt ich persönlich nichts, das bringt's  nicht.


sP: Vielleicht könnt ihr einfach kurz erklären, welche Rolle der Iran für euch spielt ?

Behrang: Für mich spielt der Iran halt die Rolle, dass es meine Heimat ist. Da bin ich geboren, aber da bin ich seit meiner Geburt nicht gewesen. Wir sind kurz danach weg und alles was ich damit verbinde sind Sachen, die ich durch meine Eltern erfahre und ich hab' dort  Freunde  über Facebook. Verwandtschaft hab' ich auch noch, welche  ich auch ein paar mal, im Ausland gesehen habe. Wir haben auch ein paar unser Alben im Iran veröffentlicht. Natürlich im Underground und mit vielen Komplikationen. Man muss ja das Geld irgendwie dorthin kriegen, dass die das pressen können und so weiter. Das ist meine Heimat und auch die Sprache die ich spreche mit meinen Eltern und das ist natürlich schon 'ne starke Bindung.
(allgemeines Gelächter, weil Marco eingeschlafen ist)
Stephan: Iran ist für mich der Sänger unserer Band. Fertig.
Behrang: Ich denk' auch, dass die Verbindung für die anderen einfach die über mich ist. Und das Atomprogramm ist natürlich auch in jedermanns Kopf. Das sind halt leider immer die negativen Nachrichten.


sP: Was inspiriert euch zu neuen Songs ?

Behrang: Es gab' 'ne Zeit da war's tatsächlich so, dass irgendjemand mit so 'nem halbfertigen Song in den Proberaum kam und wir dann ein bisschen dran gefummelt haben. Aber inzwischen ist es eigentlich schon so, dass wir alle Songs zusammen machen. Das einfach aus einer kleinen Idee das Große entspringt und nicht wie früher an einer großen Idee noch ein paar Kleinigkeiten ändern. So gesehen ist die Inspiration eigentlich das zusammen spielen. Wir spielen zusammen im Proberaum und wenn uns was gefällt, dann arbeiten wir einfach so lange daran weiter, bis es ein Song wird. Wir haben eigentlich immer genug Ideen. Das war nie das Problem. Wir nehmen uns vielleicht so ein bisschen eine Richtung vor.  Wir sagen: „ ja, das sollte so und so klingen“, im Sinne von 'ner groben Vorgabe, aber ansonsten geh'n wir einfach in den Proberaum und spielen.
Stephan: Wir sind ja alle aktive Musikhörer und hören auch aktuelle, neue Musik und Alben von anderen Bands, die einen auch inspirieren. Also auch aus verschiedenen Epochen und da denkt man dann: 'Oh Mensch das könnte man auch nochmal ausprobieren' oder in seine Musik einfließen lassen. Irgendwie haben wir auch immer wieder neue Ideen oder auch von Album zu Album merken wir was gut funktioniert hat. Mittlerweile ist es sogar so, dass wir vor dem Album schon denken, dass nächste mal könnten wir das noch ein bisschen mehr ausbauen oder so 'ne bestimmte Feinheit ausarbeiten. Wir haben ja jetzt zum Beispiel das erste mal einen persischen Song  und da kann man sich gut vorstellen, dass dann vielleicht wieder einer kommt oder halt mal 'ne Ballade. Da könnte man das vielleicht auch nochmal konkretisieren. Dass man einfach auch von dem aktuellen Album lernt und das wiederum ins neue einfließt .
Behrang: Also schon eine Weiterentwicklung. Aber halt immer in Nuancen. Das war eigentlich früher auch so. Wir haben uns, bis auf einige wenige Male, wo es wirklich krasse Umbrüche  von einer Platte zur anderen gab, eigentlich immer nur so ein bisschen weiterentwickelt. Zum Beispiel bei der einen Platte haben wir den Sound verfeinert und bei der nächsten werden wir vielleicht beim Songwriting was anpassen, etwas ändern. Aber es wird halt nicht so sein, dass wir alles über Bord werfen. Wir sind mit der aktuellen Platte sehr zufrieden. Vielleicht sogar zufriedener als mit den anderen  Platten die wir jemals gemacht haben. Mit dem Sound, den Songs und mit der Zusammenstellung.
Stephan: Ne andere Motivation ist auf jeden Fall noch, ich glaube wir versuchen Jahr für Jahr einfach, das Samavayo in der Musik zu finden. Wir haben auch das Gefühl, dass wir auf jeden Fall immer ein Stück näher kommen, aber nie ganz da sind. Das Feilen am  Selbst, das Sein der Band in die Musik bringen sozusagen oder umwandeln in die Musik. Es sind ja auch 4 Persönlichkeiten die  sehr unterschiedlich sind und das unter einen Hut zu bringen und in die optimale Balance.


sP: Die schwarzePresse bedankt sich für die wirklich ausführlichen und informativen Antworten und die lockere Art der Gesprächsführung.

geführt von Julietta Capuleta

Read 3603 times Last modified on 03/01/2013

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