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31.07.–02.08.2026: Full Rewind Summer Open Air – Zwischen Gewitter, Chaos und Abriss
Ein Festival, das uns einiges abverlangt hat: Stundenlange Anreise, Evakuierungen, Gewitter und ein Donnerstag mit verkürzten Shows. Doch dazwischen gab es jede Menge gute Musik, sympathische Bands, volle Moshpits und genau die Momente, für die wir immer wieder auf den Acker nach Roitzschjora fahren. Unser Rückblick auf das Full Rewind 2026.
Manchmal beginnt ein Festival mit einem kühlen Getränk, einem entspannten Aufbau und der Vorfreude auf die ersten Bands. Und manchmal steht man trotz Abfahrt am Mittag bis weit nach Einbruch der Dunkelheit im Stau. Willkommen beim Full Rewind 2026!
Die Anreise am Mittwoch entwickelte sich zu einer echten Geduldsprobe. In Schlangenlinien wurden wir zum Gelände und wieder zurück dirigiert. Hin, her, warten, weiterfahren – und das gefühlt endlos. Irgendwann war die Stimmung im Auto entsprechend im Keller. Doch wir blieben nicht, wie andere Fahrer, am Wegesrand liegen. Und wir hatten Essen zugänglich und versorgten uns notdürftig, während wir, alle 20 Minuten zehn Meter nach vorn fuhren. Als wir endlich ankamen, war es stockdunkel. Nun noch nüchtern Zelt aufbauen - ein echter Downer.
Während wir noch versuchten, unser Camp halbwegs gerade und sturmfest hinzustellen, war im Partyzelt die Feier bereits in vollem Gange. Die Stimmung dort war ausgelassen, der Alkohol floss offenbar reichlich. Für uns nach dieser Anreise allerdings nicht mehr ganz das Richtige. Also entschieden wir uns für die vernünftigste Variante: Früh ins Bett, Schlaf nachholen und am nächsten Morgen hoffentlich besser gelaunt ins Festival starten. Dennoch waren wir echt sauer. Wenn wir uns vorstellen, wir hätten Donnerstag im Stau gestanden und erste Bands verpasst, satt nur die Pary in Camp und Zelt, wäre das noch weniger akzeptabel. Wir fragen uns auch, wann die anderen Leute sich auf den Weg gemacht hatten. Noch zeitiger als wir? Und wie erging es denen, die erst um 18 Uhr, zur offiziellen Zeit der Eröffnung am Campground waren? Wir konnten dies nicht in Erfahrung bringen, hoffen aber, dass wir diese Erfahrung nicht noch einmal machen müssen.
Donnerstag: Ausgeschlafen Bändchen holen und ab dafür!
Den Anfang unseres musikalischen Programms machten Party Cannon aus Schottland. Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Slam Death Metal und Deathgrind. Die Band selbst nennt ihren Stil augenzwinkernd „Party Slam“. Und genau diese Mischung aus musikalischer Abrissbirne und komplettem Partywahnsinn funktioniert live hervorragend. Es wurde viel gelacht, Wasserbälle wurden geworfen. Warum eigentlich nicht! Gerade bei der ersten Band des Tages macht so etwas einfach Spaß. Maximaler Krawall, eine gehörige Portion Humor und ein Auftakt, bei dem man nicht alles ernst nehmen muss, um ordentlich Spaß zu haben.
Anschließend standen Blacktoothed auf dem Programm. Die Lokalmatadore haben eine besondere Verbindung zum Full Rewind, denn sie erzählten von früheren Besuchen als Gäste. Damals waren sie selbst auf dem Gelände unterwegs, haben gefeiert und – nüchtern oder nicht – Party gemacht. Nun stehen sie auf der Bühne großer Festivals. Ihr Auftritt war energiegeladen und machte deutlich, wie viel Freude die Band an dieser Entwicklung hat. Man spürte, dass ihnen dieser Moment etwas bedeutet. Die Jungs und das Mädel können wirklich stolz auf sich sein: Aus ehemaligen Festivalbesuchern sind Musiker geworden, die selbst auf solchen Bühnen stehen und das Publikum mitreißen. Ein schöner Moment, der zeigt, dass Festivals nicht nur Orte für große Namen sind, sondern auch große Geschichten hervorbringen.
Dann wurde es ernst. Die erste Evakuierung des Wochenendes stand an. Statt weiter Musik zu genießen, hieß es plötzlich, das eigene Lager zu sichern. Wir halfen auch bei den Nachbarn, Pavillons und Zelte zu retten. Auf einem Festival ist man schließlich nicht nur für sein eigenes Zeug verantwortlich – wenn das Wetter umschlägt, zählt jede helfende Hand.
Nachdem die erste Aufregung überstanden war, brauchten wir etwas Vernünftiges zu essen. Auf dem Gelände fanden wir asiatisches Essen, das sich als echter Glücksgriff herausstellte: Lecker, günstig und sättigend. Genau das, was man nach einer solchen Unterbrechung gebrauchen kann.
Danach ging es zu Stick To Your Guns. Die Band gehört zu den großen Namen im melodischen Hardcore und weiß, wie man aus einer Menge eine Einheit macht. Obwohl die Spielzeit wegen der Ereignisse verkürzt war, fühlte sich der Auftritt wie eine konzentrierte Ladung A-Seiten an. Die Atmosphäre war fantastisch – vielleicht gerade deshalb, weil man wusste, dass man diese Show in dieser Form nicht einfach beliebig nachholen konnte. Im Partyzelt wurde währenddessen deutlich, dass längst nicht alle mitbekommen hatten, wie es nach der Evakuierung weiterging. Wir fragten uns, ob die Kommunikation besser hätte laufen können. Wann muss man das Gelände verlassen? Wann darf man zurück? Wann geht das Programm weiter? Bei solchen Entscheidungen geht Sicherheit natürlich vor. Hätten wir uns nicht dank günstiger Campsituation ah am Infield freiwillig mit unserem Bier an die Schleusen gestellt, die unter Jubel der Wartenden bald geöffnet wurden, hätten wir diesen Startschuss ebenso nicht gehört.
Doch die Ruhe hielt nicht lange. Das nächste Gewitter zog auf, Blitze waren zu sehen, die Bühne wurde erneut evakuiert und Planen wurden abgenommen. Das Festivalgelände stand wieder im Zeichen des Wetters. Im Partyzelt war davon zunächst wenig zu spüren. Dort herrschte gute Stimmung, Songs von Bands aus dem Line-up liefen und die Leute feierten weiter. Es war ein seltsamer Kontrast: Draußen die Unwetterlage, drinnen Festivalparty. Nachdem schließlich angekündigt worden war, dass alle Bands am Donnerstag nur kurze Sets spielen würden, kam das Ende. Weitere Auftritte fanden nicht mehr statt. Schade! Gerade nach dem schwierigen Start hätten wir uns gewünscht, dass der Abend musikalisch noch etwas länger weitergeht. Das Partyzelt rettete die Stimmung zwar ein Stück weit, trotzdem blieb die Frage: War das Konzept so geplant? War das Partyzelt bewusst als Alternative gedacht, solange es die Sicherheitslage zuließ? Oder war es schlicht eine spontane Reaktion auf die Umstände?
Fest steht: Wir möchten nicht in den Köpfen der Macher stecken. Der Donnerstag war organisatorisch sicher anstrengend, musikalisch vielversprechend und am Ende ein kurzes Programm. Aber einer, bei dem die Kommunikation und die Abläufe bei den Unterbrechungen Raum für Verbesserungen ließen.
Freitag: Metalcore, Thrash und große Namen
Der Freitag begann mit der Hoffnung auf einen besseren Festivaltag. Die Anreise lag hinter uns, das Camp stand und das Line-up versprach reichlich Abwechslung.
Elwood Stray lieferten einen starken Metalcore-Auftritt. Die Band hatte nicht nur musikalisch einiges zu bieten, sondern auch ein Publikum, das richtig Lust auf Bewegung hatte. Wall of Death, Crowdsurfer und jede Menge Energie vor der Bühne machten das Konzert zu einem echten Highlight. Die Fans waren mit vollem Einsatz dabei, und die Band verstand es, diese Energie aufzunehmen und zurückzugeben. So darf ein Festivaltag beginnen: Laut, intensiv und mit einer Menge Bewegung vor der Bühne.
Bei Milking the Goatmachine fiel unser Eindruck etwas gemischter aus. Die Band ist für ihren humorvollen Ansatz und ihren extremen Sound bekannt, doch der Auftritt hatte für uns auch einige Längen. Nicht jeder Song wollte gleichermaßen zünden, wie Intro oder die beiden letzten Klassiker des Ensembles.
Deutlich mehr Eindruck hinterließen Chained Saint. Die junge Band wurde im Vorfeld groß angekündigt – und das völlig zu Recht. Vor allem die Stimme von Sänger WillianDuVall blieb hängen, dazu kam ein guter Thrash-Metal-Sound, der ordentlich Druck machte. Während sich das Infield allmählich füllte, wurde klar, dass hier eine Band steht, die noch einiges vorhaben dürfte. Bemerkenswert war auch, wie viele ältere Besucher inzwischen vor der Bühne standen und zufrieden die Haare schüttelten. Während zum letzten Song der Sänger selbst in den Circle Pit ging und mit den Fans um die Wette moshte, bedankte sich die Band anschließend beim Publikum und verteilte fleißig Andenken. Ein sympathischer Abschluss eines Konzerts, das uns richtig Spaß gemacht hat.
Auf dem Zeltplatz angekommen, wurden wir erneut von den Securities per Megafon auf eine Evakuierung hingewiesen. Also hieß es wieder: Sachen sichern, Pavillon kontrollieren und hoffen, dass das Camp den Wetterbedingungen standhält. Da sind sie wieder, unsere drei Probleme.
Musikalisch ging es mit As Everything Unfolds weiter. Die Band verbindet Metalcore mit elektronischen Elementen und setzt dabei auf eine Sängerin, die sowohl Growls als auch klaren Gesang beherrscht. Bei uns im Camp gingen die Meinungen darüber auseinander. Für die einen war das eine spannende Mischung, für die anderen waren es zu viele Breaks und zu kurze Songs, die den Fluss des Auftritts etwas unruhig wirken ließen. Die Sängerin wirbelte über die Bühne und brachte jede Menge Energie mit. Auch vor der Bühne war auffällig, wie viele Frauen sich im Moshpit befanden. Von wegen, harte Musik sei reine Männersache! Das Publikum hatte offensichtlich seinen Spaß. Unser persönlicher Eindruck blieb etwas zwiespältig, aber die Band fand ihre Fans – und das ist bei einem Festival schließlich das Entscheidende.
Kittie boten eine Mischung aus älterem Material und neueren Songs. Die Band war gut aufgelegt, und vor der Bühne fanden sich zahlreiche langjährige Fans ein. Es war schön zu sehen, wie viel Begeisterung eine Band auslösen kann, die viele schon seit Jahren begleitet. Gerade bei solchen Auftritten wird deutlich, wie unterschiedlich die musikalischen Generationen auf einem Festival zusammenkommen. Die einen entdecken eine Band gerade erst, die anderen verbinden mit ihr Erinnerungen an frühere Konzerte und längst vergangene Zeiten.
Im Partyzelt wurde es anschließend mit The Bones deutlich rotziger. Ihr Rock'n'Roll klingt nach Kneipe, Bier und einer ordentlichen Portion Punk-Attitüde. Ich hatte die Band schon vor rund 20 Jahren gesehen – und es war interessant, sie nun wieder auf der Bühne zu erleben. Für manche ist dieser Sound genau das Richtige, andere können damit weniger anfangen. Wir ließen uns jedenfalls auf die Atmosphäre ein. Da der Gitarrist eine persönliche Bierassistentin hatte, beschlossen wir kurzerhand, ebenfalls etwas zu trinken. Man muss schließlich auch mal Prioritäten setzen!
Mit Arch Enemy stand einer der großen Namen des Festivals auf dem Programm. Die Band trat 2026 mit Lauren Hart am Mikrofon auf. Sie übernahm den Gesang nach dem Ausstieg von Alissa White-Gluz. Hart war zuvor unter anderem bei Once Human aktiv. Die Reaktionen auf den neuen Gesang fielen unterschiedlich aus. Einige vermissten den gewohnten Druck und fanden, dass dem Auftritt der letzte Biss fehlte. Andere sahen in Lauren Hart eine würdige Nachfolgerin von Angela Gossow, deren kraftvoller Gesang für viele bis heute den Maßstab setzt. Was unabhängig davon überzeugte, waren die Gitarrensoli und die Setlist. Mit Songs wie „War Eternal“, „The Eagle Flies Alone“ und „Nemesis“ hatte die Band einige ihrer großen Stücke im Gepäck. Auch „We Will Rise“ gehört zu den Klassikern, die bei einem Arch-Enemy-Auftritt nicht fehlen dürfen. Die musikalische Klasse von Sonwriting über Gitarrenspiel ist unbestritten. Teile von uns waren auch von der neuen Frontfrau begeistert, ob die neue Besetzung für alle Fans bereits vollends funktioniert, ist eine andere Frage. Der Auftritt bot jedenfalls genug Stoff für Diskussionen auf dem Campingplatz.
Dann kam Slaughter to Prevail – und die Band machte keine halben Sachen. Viel Feuer, eine wuchtige Produktion und ein Publikum, das von der ersten Minute an mitging. Alex Terrible zeigte sich bei den Ansagen nicht nur als Frontmann, sondern sprach auch über persönliche Erfahrungen und seine Vergangenheit. Die Einladung der russischen Band war im Vorfeld des Festivals kontrovers diskutiert worden. Das Full Rewind war dafür angefeindet worden, Slaughter to Prevail auf das Line-up zu setzen. Die Band musste sich also nicht nur musikalisch beweisen, sondern stand auch im Schatten einer politischen Debatte. Alex nutzte seine Ansagen, um sich mit der eigenen Geschichte und der Kritik auseinanderzusetzen. Am Ende überwog auf der Bühne jedoch die Musik: Slaughter to Prevail waren sichtlich froh über die vielen begeisterten Fans. Alex schrie sogar ohne Mikrofon bis in die hinteren Reihen. Musikalisch war das ein gewaltiger Abriss. Unabhängig davon, wie man die politischen Aussagen und die Diskussion um die Band bewertet, war die Show intensiv, laut und visuell beeindruckend. Das Publikum bekam genau das, wofür es gekommen war: eine brachiale Darbietung mit ordentlich Feuer unterm Dach.
Für alle, die nach diesem Programm noch nicht genug hatten, ging es in der Knüppelnacht weiter. Panzerchrist, Nornír, Cryptopsy und Taake standen auf dem Programm – vier Bands, die unterschiedliche Spielarten extremer Musik abdeckten.
Panzerchrist lieferten kompromisslosen Death Metal, während Nornír mit ihrem atmosphärischen Black Metal eine andere, düstere Klangfarbe einbrachten. Beide Auftritte fanden wir stark. Cryptopsy, die kanadischen Tech-Death-Veteranen, sorgten für technisch anspruchsvollen und extremen Sound. Taake setzten schließlich mit norwegischem Black Metal den Schlusspunkt.
Taake gefielen uns besonders gut. Der Auftritt hatte eine finstere, intensive Atmosphäre und passte hervorragend in die späte Stunde. Da wir nicht alle Bands vollständig gesehen haben, wäre es allerdings vermessen, für die gesamte Knüppelnacht ein abschließendes Urteil abzugeben. Unser Eindruck: Wer auf extreme Musik steht, bekam hier ein vielseitiges Programm geboten – von Death Metal bis Black Metal. Nach diesem langen Freitag war die Müdigkeit jedenfalls mehr als verdient.
Samstag: Regen, Gummistiefel und trotzdem Festival
Die Nacht von Freitag auf Samstag hatte es noch einmal in sich. Ein Unwetter zog direkt über das Festivalgelände, und die Blitze waren so laut, dass sie uns aus dem Schlaf rissen. Es schepperte ordentlich über dem Camp. Entsprechend müde krochen wir am Morgen aus den Schlafsäcken.
Bis etwa 15 Uhr regnete es. Der Samstag startete also nicht gerade unter Festivalbedingungen, die man sich wünschen würde. Glücklicherweise war das Infield mit Platten ausgelegt. Lediglich vor den Dixies gab es einige matschige Stellen, die im Laufe des Tages wieder abtrockneten. Angesichts der Wassermassen hätte das deutlich schlimmer ausgehen können.
Mambo Kurt eröffnete unseren Samstag vor einer überschaubaren Zahl wetterfester Fans. Regenmäntel, Gummistiefel und Tanzbewegungen, die sich vermutlich auch bei Sonnenschein nicht wesentlich unterschieden hätten, bestimmten das Bild vor der Bühne. Mambo Kurt selbst nahm das Wetter mit Humor, interagierte mit dem Publikum und ließ sich die Laune nicht verderben. Besonders sympathisch: Er verkaufte seinen Merch direkt vor der Bühne. Näher am Publikum geht kaum.
Seine Interpretationen bekannter Songs auf der Heimorgel sind ohnehin eine Sache für sich. Man muss sich darauf einlassen können, aber wenn man es tut, bekommt man einen Auftritt, der sich wohltuend vom üblichen Festivalprogramm abhebt. Gerade an einem verregneten Nachmittag ist das die richtige Unterhaltung. Mambo Kurt gehört für uns einfach dazu – und liefert immer wieder ab.
Mit Employed to Serve wurde es anschließend wieder deutlich härter. Die britische Band bewegt sich zwischen Metalcore, Hardcore und chaotischen, teilweise extremen Metal-Einflüssen. Besonders die Stimme der Sängerin blieb bei uns hängen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Gesangsstilen brachte Abwechslung in den Auftritt. Die Band zeigte sich erfreut über das gute Feedback aus dem Publikum – und das völlig zu Recht. Auch wenn die Wetterbedingungen den Start in den Tag erschwert hatten, fanden sich nach und nach mehr Leute vor der Bühne ein. Die Band nutzte die Gelegenheit, das Publikum für sich zu gewinnen.
Hemlock gefielen uns ebenso richtig gut. Die Band überzeugte nicht nur musikalisch, sondern vor allem durch ihre sympathische Art. Es wurde viel gelacht, die Musiker wirkten gut gelaunt und hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt. Besonders beeindruckend waren die Geschichten rund um die Band: Seit rund 30 Jahren unterwegs, ohne Label, selbst organisiert und gefühlt ständig auf Tour. Sänger und seine Frau lenken den Tourbus, das Leben besteht zu großen Teilen aus Musik, Straße und Konzerten. Für die Band war es der letzte Tourtag vor einer wohlverdienten Pause. Und als wäre das noch nicht genug, feierten wir auch noch den anstehenden Geburtstag des Gitarristen mit. Solche Momente machen Festivals aus: Man kommt wegen der Musik und nimmt am Ende Geschichten mit, die weit über die Setlist hinausgehen. Hemlock waren für uns eines der Highlights des Samstags. Nicht nur wegen der Musik, sondern auch, weil die Band so viel Freude und Dankbarkeit ausstrahlte. Wir gratulierten auf jeden Fall später um Mitternacht dem Bandmitglied, das sich mitnebst der restlichen Hemlock-Mitstreiter unter das Publikum gemischt hatte. Nach all den Wetterkapriolen war das genau die richtige Portion gute Laune.
Wir hielten uns bei Sanguisugabogg vor allem zum Fotografieren auf. Viel können wir deshalb aus eigener Sicht nicht über den kompletten Auftritt sagen. Der Blick in andere Konzertberichte zeigt aber: Die Death-Metaller aus Ohio machten keine Gefangenen. Mit Songs wie „Rotted Entanglement“ und „Skin Cushion“ lieferten sie ein kompaktes Death-Metal-Gewitter ab, das beim Publikum gut ankam. Am Ende gab es reichlich Applaus. Das klingt nach einem Auftritt, der Fans der härteren Gangart ordentlich bedient hat.
Auch Evergreen Terrace nahmen wir vor allem durch die Kamera wahr. Die Band aus Florida gehört mit ihrer Mischung aus Melodic Hardcore und Metalcore schon lange zum Geschäft. Laut anderen Festivalberichten sprang der Funke im Zelt schnell über: Sänger Craig Chaney suchte den direkten Kontakt zu den Fans und stieg sogar in die ersten Reihen. Songs wie „Jail on Christmas“ und „Wolfbiker“ durften dabei nicht fehlen. Der Auftritt soll das Zelt ordentlich zum Kochen gebracht haben – ein schöner Kontrast zum nassen Wetter draußen.
Am Nachmittag schauten wir bei Alien Ant Farm vorbei. Die Band ist natürlich vor allem für ihre Version von Michael Jacksons „Smooth Criminal“ bekannt. Der Auftritt der US-Amerikaner stand für uns schon aus Kultgründen auf der Liste. Während er musikalisch zum seichteren Programm gehörte, sprach Sänger Dryden Mitchell über seinen Weg in die Nüchternheit, hatte Lebensgeschichte und toxische Beziehungen in Songs verwandelt. Musikalisch konnten wir nicht bei jedem Song gleichermaßen mitgehen, so erging es uns auch, als wir die Band letztes Jahr als Vorband zu Skindred sahen. Bei "Smooth Criminal" tanzten wir dennoch wieder ausgelassen mit einem verkleideten Obelix und anderen Festivalbesuchern - wir sind halt Kinder der 80er und waren auch mal jung...
Unearth offenbarten vom ersten Ton an volle Energie, ein Publikum im Ausnahmezustand und einen Trevor Phipps, der die Menge fest im Griff hatte. Spätestens bei „Zombie Autopilot“ verwandelte sich das Zelt in eine einzige laute Staubwolke. So lieben wir unser Rewind!
Caliban waren anschließend wieder deutlich mehr unser Ding. Die Metalcore-Veteranen traten selbstbewusst auf und wussten genau, was sie können. Zwischen Balladen und Hymnen wie "VirUS" dirigierte Sänger Andreas Dörner das Publikum, war später mittendrin statt nur dabei. Caöiban heizten mit einem abwechslungsreichen, guten Set und guter Energie noch ein letztes mal die Masse an, bevor der schon ein Jahr im Voraus angekündigte Headliner den Sack zumachen Sollte.
In Flames. Für uns waren sie der absolute Hammer und ein würdiger Höhepunkt des Festivals. Die schwedischen Melodic-Death-Metal-Pioniere brachten die nötige Mischung aus Härte, Melodie und großen Refrains mit. Genau diese Kombination macht die Band seit Jahrzehnten zu einer festen Größe auf den großen Bühnen. Der Auftritt fühlte sich wie der Moment an, auf den wir nach den Strapazen der vergangenen Tage hingearbeitet hatten. Keine Sorge um den nächsten Wetterumschwung – einfach vor der Bühne stehen und den Moment genießen. Der Bühnenaufbau fackelte eine Lichtshow ab, während sich die Bands mit Klassikern wie "Colony", "Only For The Week" oder "Cloud Connected" wieder einmal ein Denkmal setzt. Jung und Alt tanzen, moshen, feiern, Stagediver werden getragen, Stimmen vereinen sich. Den Abschluss bildet "Take This Life" und wir werden von der Stimmung eingeatmet, wollen auch, dass der Moment noch ein bisschen bleibt. In Flames lieferten für uns einen großartigen Auftritt. Damit war der Samstag musikalisch ein echter Erfolg und ein schöner Abschluss unserer persönlichen Festivalreise.
Fazit: Viel Wetter, viel Metal und ein Festival mit Luft nach oben
Das Full Rewind 2026 wird uns mit gemischten Gefühlen in Erinnerung bleiben. Musikalisch gab es jede Menge Highlights, sympathische Bands und tolle Momente vor den Bühnen. Organisatorisch dagegen hat uns das Wochenende an einigen Stellen Nerven gekostet.
Der größte Ärger begann bereits bei der Anreise. Obwohl wir mittags losgefahren waren, standen wir bis in die Nacht im Stau. Auch der Umgang mit den Evakuierungen und die Kommunikation mit den Gästen sind aus unserer Sicht ausbaufähig. Natürlich steht die Sicherheit bei Gewitter und Sturm an erster Stelle. Da gibt es nichts zu diskutieren. Aber gerade dann ist es wichtig, dass alle möglichst schnell erfahren, was passiert, wo sie hinmüssen und wann es weitergeht. Wir hatten mehrfach den Eindruck, dass Informationen nicht alle Besucher gleichermaßen erreichten.
Dabei muss es nicht zwingend eine eigene Festival-App sein. Über Social Media, die Festivalwebsite und klare, regelmäßig aktualisierte Meldungen ließe sich schon einiges verbessern. Wichtig wäre, dass Informationen über eine Evakuierung, eine Entwarnung oder die Fortsetzung des Programms möglichst zeitgleich und verständlich verbreitet werden. Wer sein Handy nicht ständig in der Hand hat oder keinen guten Empfang besitzt, sollte trotzdem eine Chance haben, auf dem Laufenden zu bleiben. Megafondurchsagen sind hilfreich, könnten aber durch digitale Kanäle sinnvoll ergänzt werden.
Positiv ist, dass einige Kritikpunkte, die wir bereits bei früheren Besuchen hatten, inzwischen beseitigt wurden. Besonders angenehm fiel uns der Zustand der Dixies auf. Sie waren während des Festivals durchweg sauber und hatten meistens Toilettenpapier und Wasser – lediglich am ersten Abend gab es dabei noch Luft nach oben. Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, ist auf einem Festival aber alles andere als selbstverständlich. Deshalb an dieser Stelle ausdrücklich ein Lob!
Auch bei den Preisen bleibt das Full Rewind erfreulich fair. Das Essen auf dem Gelände war lecker, die Auswahl gut und die Portionen machten satt. Tatsächlich hatten wir nicht das Gefühl, dass man mit Selbstversorgung am Campingplatz günstiger weggekommen wäre. Wer keine Lust hat, sich den halben Urlaub mit Kocher, Kühlbox und Essensplanung zu beschäftigen, kann sich hier entspannt versorgen, ohne gleich ein Vermögen auszugeben.
Ein Wermutstropfen war das zeitweise bestehende Problem mit dem Trinkwasser. Zwischenzeitlich hatte das Wasser seinen Trinkwasserstatus verloren. Das ist natürlich ärgerlich, gerade bei hohen Temperaturen, wenn man besonders viel trinken muss. Ob die Hitze vor dem Gewitter tatsächlich die Ursache war, können wir nicht beurteilen. Bei Wasserleitungen, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind, können Probleme auftreten; entscheidend war dann, dass die Info dazu schnell über Social Media rausging und alle Gäste an den Versorgungsstationen für einen schmalen Taler ein alternatives Trinkwasser einkaufen konnten.
Musikalisch hat uns das Festival dagegen reichlich entschädigt. Party Cannon sorgten für einen herrlich absurden Auftakt, Blacktooth begeisterten als Lokalmatadore, Stick To Your Guns lieferten trotz verkürzter Spielzeit eine intensive Show und Chained Saint machten deutlich, dass man sie im Auge behalten sollte. Arch Enemy und Slaughter to Prevail brachten große Bühnenmomente, während Hemlock mit ihrer sympathischen Art besonders positiv in Erinnerung blieben. Und In Flames waren für uns schließlich der Hammer und ein würdiger Abschluss.
Dazu kamen all die kleinen Geschichten, die ein Festival ausmachen: Ob Wasserballschlacht, das gemeinsame Retten von Pavillons, die Fans, die sich selbst von strömenden Regen vor der Bühne nich entmutigen ließen oder der Graben Crew und den Menschen auf den Versorgungs- und Bierständen, die wirklich immer mit Herzlichkeit und guter Laune ihren Job machten. Wir sind dankbar und wünschen euch dass ihr immer einen Einkaufswagen erwischt, der geradeaus fährt und dass ihr immer ein weiches Kissen und den besten Schlaf habt!
War alles perfekt? Nein. Haben uns die Wetterkapriolen und manche Abläufe Nerven gekostet? Definitiv. Unsere Nachbarn waren bereits am vorletzten Tag abgereist, zu viel Schaden hatte das Camp genommen. Kann leider passieren. Wir haben trotzdem ein Wochenende erlebt, das uns musikalisch viel geboten hat und vorallem viel Verständnis, Hilfsbereitschaf und Motivation durch andere Festivalbesucher erfahren hat lassen.
Das Full Rewind hat für uns weiterhin einen besonderen Charme. Die fairen Preise, das gute Essen, die familiäre Atmosphäre und das abwechslungsreiche Line-up sind starke Argumente, wiederzukommen. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass aus den Erfahrungen dieses Jahres Konsequenzen gezogen werden – besonders bei der Anreise und der Kommunikation in kritischen Situationen.
Denn wenn die Musik stimmt und die Menschen zusammenhalten, ist schon viel gewonnen. Wenn dann auch noch die Organisation mitzieht, steht einem richtig guten Festivalwochenende nichts mehr im Weg.
Full Rewind 2026: ein Wochenende zwischen Chaos und Gänsehaut. Wir kommen gerne wieder – und hoffen, dass 2027 nicht nur musikalisch, sondern auch organisatorisch noch eine Schippe drauflegt!
FULL REWIND 2027: Unser Lieblings-Acker ruft wieder!
Das Full Rewind macht weiter! Nach der Ungewissheit um die Zukunft des Festivals gibt es gute Nachrichten für alle Metalheads und Hardcore-Fans. Für 2027 ist ein Community-Pack erhältlich – noch ohne bestätigte Bands, aber mit jeder Menge Vorfreude auf ein Wochenende am Flugplatz Roitzschjora.
Wer schon einmal beim Full Rewind war, weiß, dass ein Festival nicht nur aus großen Namen auf den Bühnen besteht. Natürlich sind Headliner wie In Flames, Slaughter to Prevail, Arch Enemy, Hatebreed oder Terror gute Argumente, sich das Wochenende freizuhalten. Aber es ist eben auch dieser ganz eigene Charme, der den Acker in Roitzschjora zu etwas Besonderem macht. Der Badestrand, das Partyzelt, die Erdbeerbowle und die entspannte Atmosphäre gehören genauso dazu wie fette Riffs, Circle Pits und verschwitzte Bandshirts.
Umso schöner ist die Nachricht, dass es weitergeht! Nachdem zunächst nicht klar war, ob das Full Rewind 2027 überhaupt stattfinden würde, hat der Betreiber inzwischen grünes Licht für die Fortsetzung gegeben. Für alle, die schon befürchtet hatten, auf ein weiteres Wochenende zwischen Metal, Hardcore und Camping verzichten zu müssen, dürfte das eine echte Erleichterung sein. Doch es gibt auch eine Neuerung: Statt am Wacken-Wochenende findet das Ful Rewind jetzt am Summer Breeze-Wochenende statt. Auch das verspricht, starke Bands abzugreifen, die auf ihren Festival-Tourneen durch Deutschland touren.
Noch keine Bands, aber die ersten Tickets
Wer jetzt allerdings schon wissen möchte, welche Bands im kommenden Jahr über den Flugplatz donnern werden, muss sich noch gedulden. Ein Line-up für 2027 ist aktuell nicht bekannt. Namen raten, Wunschlisten schreiben und auf die ganz großen Überraschungen hoffen gehört bis dahin wohl zum Festivalprogramm.
Trotzdem gibt es bereits etwas für alle, die dem Full Rewind die Treue halten wollen: Das Community-Pack für das Full Rewind Weekend Ticket 2027 ist erhältlich. Der reguläre Preis liegt bei 190 Euro. Mit dabei ist ein kostenloses Shirt oder Girlie im Wert von 20 Euro.
Das ist eine Ansage an die Community: Auch ohne bereits veröffentlichte Bandnamen können sich Fans frühzeitig ihr Ticket sichern und damit zeigen, dass sie hinter dem Festival stehen. Gerade nach der Unsicherheit um die Zukunft dürfte diese Unterstützung für die Veranstalter wichtig sein. Und wer weiß – vielleicht wird aus dem heutigen Ticketkauf im kommenden Sommer wieder ein Wochenende, über das man noch lange am heimischen Bierkasten erzählen wird.
Zum Ticketpreis kommen gegebenenfalls noch die Kosten für das Camp hinzu. Für einen normalen Pkw für 35 Euro, wer mit einem Bus, Wohnmobil, Caravan, Pkw mit Anhänger oder einem anderen Fahrzeug ab 3,5 Tonnen anreist, muss 65 Euro hinlegen. Ein Teil des transparenten Preismodells, bei dem Besucher durchaus auch für die ins Nichts organisieren Wasser- und Abwasserleitungen und den zur Verfügung gestellten Strom sowie die kostenlosen, mobilen Toiletten und die Müllentsorgung beteiligt werden.
Auch wenn das Line-Up noch nicht steht: Der Badestrand als willkommene Abkühlung, das Partyzelt für die Stunden abseits der Hauptbühne und natürlich die Erdbeerbowle oder vielleicht sogar der eine oder andere Tropfen Absinth locken uns dorthin, wo wir im letzten Jahr vom Unwetter heimgesucht und doch alle gesund nach Hause gekommen sind.
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Was? Full Rewind 2027 – Weekend Ticket / Community-Pack
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Wann? 19.-21.08.2026 (Camping vom 18.08. 18 Uhr bis 22.08. 11 Uhr möglich)
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Wo? Flugplatz Roitzschjora
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Ticketpreis: 190 Euro, aktuell inkl. Girlie oder Shirt als Community Package (plus Parken)
Tickets und weitere Informationen: www.full-rewind.de
31.07.-02.08.2025: FULL REWIND Summer Open Air
Als wir auf den Acker fahren, strahlt die Sonne. Schon in der Warteschlange gab es ein kühles Bier, Staub kommt auf, immer wenn sich unsere Autos in der Schlange nach vorn schieben. Die Begrüßung an der Kontrolle ist herzlich. Unsere Tickets werden gesichtet, Parktickets gekauft. Die Security sind bester Laune, filzen unser Auto gründlich. Dann fahren wir weit vor. Rechts von uns der See sieht verlockend aus. Doch wir rollen an den Toilettenanlagen und der Bar vobei in Richtung Infield, kommen in Sichtweite vom Einlass zum Stehen. Wir orten den Erdbeerbowle-Stand, die Absintherie Sixtina und einen Burgerstand sowie das Partyzelt. Erste Musik wird aufgespielt. Als wir mit aufbauen fertig sind, kommen wir mit ersten Gästen ins Gespräch und stürzen uns ins Getümmel.
Entspannt ist es, auch dem Full Rewind. Gäste, Bereiber der Stände, Secus oder DJs, alle haben Strahlelaune. Sogar Menschen, die von mobilen Toiletten kommen, lächeln. Also verbringen wir den Mittwoch mit ihnen, tanzen Polonaise, moshen vor dem DJ-Pult, trinken Absinth mit Sekt und fallen irgendwann vorfreudig ins Bertt.
Donnerstag
Als gute Festivalgänger gaben wir natürlich der ersten Band die Ehre. Polar spielten auf und für uns gab es Eiskaffee und das erste Bier aus der Infield-Zapfe. Lecker!
Der Einstieg ins Line-Up fiel alles andere als zurückhaltend aus. Mit ihrem modernen Hardcore-Sound, massiven Breakdowns und düsterer Atmosphäre setzten sie früh ein klares Statement. Trotz früher Slot-Zeit war die Crowd schnell wach und nahm die aggressiven Grooves dankbar an.
Attila schafften es nicht mehr rechtzeitig zu ihrem Auftritt, stattdessen gaben sich The Defect die Ehre. Moon McBee, ihres Zeichens Frau von The Browning Sänger Jonny McBee, mit dem gemeinsam sie dieses Trancecore-Projekt schuf, waren ein würdiger Ersatz! Hier wie auch zu The Browning, die irgendwo zwischen Deathcore und Elektroparty aufspielten, wurde es wild und das Publikum kam in Fahrt. Mit "Blue (Da Ba Dee)", einem Track von Eiffel 65, zu dem ich im Ferienlager auf der Disko getanzt habe, kriegten die US-Amerikaner uns. Gemeinsam mit anderen schwangen wir die Hüften. Hätte die nächste Band im Line-Up, Nile uns dabei gesehen, hätten sie bestimmt geschimpft. Mit technischem Death-Metal fegten sie die Sonne weg, viele Teile des Publikums stellen sich am Bierwagen unter und vor der Bühne wird es leer. Trotzdem sie liefern, was man von ihnen erwartet, ist die Stimmung weniger ausgelassen. Eine Situation, die sich bei Agnostic Front ganz schnell ändert.
New York Hardcore mit ganz viel Spaß lässt die Besucher in kleinen Moshpits von den Bierständen zurück vor die Bühne wandern, zu "For My Family" stellen sich trillionenfach Armhaare auf, während Chorgesänge angestimmt werden. Spätestens bei "Gotta Go" ist kein Halten mehr, Akt und Jung tanzen wir verrückt und wollen die Band, die den Ramones-Klassiker Blitzkrieg-Bob als Encore geben, kaum von der Bühne lassen. So geht das, Full Rewind!
Die nächste Band, Rise Of The Northstar, haben wir zuletzt in einem Zirkuszelt gesehen und fanden das Japan-Thema mit den angedeuteten Kirschbäumen höchst interessant. Leider entstehen zwischen den durchaus toll performten Songs der Kombo immer wieder Pausen mit Musik vom Band und jede Stimmung, die aufkommt, ist schnell wieder dahin. Zeit für ein Abendessen also. Am Asia-Stand gibt es alles, was das Umami-gierige Herz begehrt und so schmausen wir hier für einen guten Preis durchaus sättigend und ausgewogen. Empfehlung!
Mit Nailbomb sehen wir Max Cavalera wieder, der mit einer Art Supergroup (mit u.A. Dino Cazares von Fear Factory oder Andreas Kisser von Sepultura) in den 90ern maßgeblich eine CD veröffentllichte, die dann in ein Livealbum mündete, bevor sich die Band wieder auflöste. 20 Jahre später schien der Hass von Cavalera auf die Welt immer noch da, er brüllte ins Publikum, während Sohn Igor herumspringt und der Rest der Band eher im Hintergrund bleibt. Mit vielen Samples, wütend und authentisch. Diesen Schlag in den Nacken als Abschluss des ersten Tages haben wir verdient, gehen zufrieden ins Bett und freuen uns auf den Freitag, dessen Line-up uns durchaus mehr begeisterte.
Freitag
Lecker Frühstück, lecker Sonne, lecker Bierchen und dann spielen Manos auf. Besser kann ein Festivaltag kaum starten. zwischen Death Metal und Biene Maja singen und tanzen die Festivalbesucher, machen einen Sirtaki mit (gut für die Getränkestände, der Boden ist getränkt von Hopfenschorle) und sind ein Symbol dafür, wie in dieser Szene Festivals sein sollten: Mit genug Albernheit, guten Songs, harten Klängen, einer großen Gemeinschaft und Energie!
Wir fanden uns kurze Zeit später bei den Crushing Caspars wieder auf dem Infield ein, wo Snoopy und Co. Hardcore aus Rostock auf den Acker bringen, auf dem sie sich nach 40 Jahren als Band und etlichen Auftritten hier sichtbar heimisch fühlen. Harte Songs, herzliche Ansagen, viele lächelnde Zuschauer - spätestens bei Viva La Rostock sind Band und Gäste zufrieden und wie auch nach Manos die Stimmung freudig.
Wir wechseln später die Location und sind wieder vor der Hauptbühne. Mit August Burns Red kommt eine weitere routinierte Liveband ins Line-Up, die die Menge anpeitscht. Mit einem Mix aus Klassikern wie "Composer", "Back Burner", dem Abschlussstück "White Washed" oder neuen Songs wie "Exhumed" drücken Sänger Jake Luhrs und seine Bandkollegen das Publikum an die Wand und sorgt für Circle Pits und in die Höhe gereckte Fäuste. So gut aufgewärmt war das Publikum bereit für Kataklysm, die in Roitzschjora genauso zu Haue sind wie auf anderen Festivals in Deutschland. Hier und auf dem Wacken spielen sie, Dampfwalze wie eh und je, mit Spaß und dennoch technisch perfekt. Die Kanadier gehören zu einer der fleißigsten Bands die wir kennen, bringen uns mit "The Ambassador Of Pain", "As I Slither" oder "Srippled And Broken" immer wieder zu purer Verzückung Sänger Maurizio Iaconos Bühnenpräsenz ist ebenso faszinierend wie das zur Setlist der Band immer wieder neue gefühlte Klassiker hinzukommen. Prädikat Toll Toll Toll!
Mit Quatsch begonnen, mit Quatsch wird der Tag auf der Hauptbühne enden. Knorkator spielen auf und mit ihnen der "Sieg der Vernunft". Stumpen, Alf und Co. waren oft hier auf dem Acker zu Gast, eine Gebühr für das Überziehen würde Stumpen gern bezahlen, versicherte er. Die Fans würden dies wahrscheinlich unterzeichnen, sahen geliebte Klassiker und neu arrangierte Songs mit Tim Tom (Sohn von Alf Ator), der zu "Böse" sang und auch Agnetha Ivers, die ihren Vater schon seit längerem bei gesamten Konzerten der Band live unterstützt. "Weg nach unten", "Ma Baker", "Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett" - wir sind nach dem Set leicht heiser und auch unser Fotograf, der wieder den Weg auf die Bühne fand und Nahaufnahmen der "Meisten Band der Welt" machte, sah nach dem Gig angestrengt aus. Übrigens: Stumpen musste nicht zahlen, trotzdem waren Band und Publikum dankbar, dass in Roitzschjora mit dem Rewind und Knorkator wieder zusammen kam, was zusammen gehörte.
Keine Zeit für Müdigkeit! Es gab noch einen Headliner zu sehen und auch die Knüppelnacht wollte gefeiert werden.
Das große Banner von Machine Head machten uns etwas unruhig, hatten wir die Band eine Weile nicht gesehen und fanden die Liveauftritte zuletzt immer großartig. Während wir nervös von einem Bein auf das andere traten, brachte sich die Feuerwehr in Stellung und versprach Pyros und Hitze in dieser Full Fewind-Nacht. Und dann war es auch soweit: Banner fällt, Feuerwerk, Machine Head! Zwischen Songs wie "Is There Anybody Out There" und "Locust" fliegen Machine-Head Hämmer und Würfel durch das Publikum, das sich von Robb Flynn bereitwillig spielen lässt. Er scheint gut drauf, lobt den wilden Osten, und schließt das Konzert mit "Halo" etwas überpünktlich ab. Ein Wehmutstropfen, doch viele Besucher dürfen ein Andenken mit Heim nehmen. Ob sich Machine Head für den Auftritt in Wacken am Folgetag ausruhen oder die durchaus durchchoreografierte Show keine weitere Zuageb erlaubte, werden wir wohl nie erfahren.
Die Füße tun schon etwas weh, doch als es zu Regnen anfängt gibt es nur einen Weg: Ab ins Zelt zu Benediction, die die Knüppelnacht eröffnen. Wir sehen Benediction, die solide abliefern und freuen usn auf Krisiun, die auf uns schon vor vielen Jahren an gleicher Stelle Eindruck gemacht haben. Sie bringen auch viele Songs, die bestimmt schon einmal über Roitzschjoras Acker gehallt sind und zeigen, dass sich melodische Gitarrensoli und Knüppelnacht nicht unbedingt beißen. Das Zelt leert sich, als Asagraum female fronted Black Metal präsentieren. Zwar spielen Sängerin Obscura regelmäßig Konzerte, doch zählt das Full Rewind festival zu den wenigen auserwählten in Deutschland, auf dem sich das ehemals One-Woman-Projekt die Ehre gibt. Als Trio schaffen sie es live nicht vollends, die Zuschauer in den Bann zu ziehen und so vergehen die Minuten langsam. Doch auf 1349 freuen sich einige Besucher hier, denn die Norweger spielen nicht zu viele Konzerte. Den (für uns) guten Einfluss von Tom "Warrior" Gabriel Fischer auf die Band, hörten wir dank scheppernden Blasts und doomigen Momenten. Stimmlich stark, erinnerungswürdig im Auftreten, 1349 boten einen guten Abschluss für diese Nacht.
Samstag
Noch etwas müde schälen wir uns aus dem Bett, verdrehen etwas die Augen denn heute wird nochmal anstrengend. Also schnell Wischi Waschi am See und ab ins Bandshirt! Wir wollen Cabal sehen, die Death Core Band aus Dänemark, um die man in den letzten Jahren kaum drumherum kam. Und tatsächlich ballern die Dänen uns weg, auch dank Andreas Bjulver mit seiner herausragenden Bühnenpräsenz. Wir werden von diesen Jungs, die bereits mit Matt Heafy von Trivium oder Joe Bad von Fit For An Autopsy gearbeitet haben, sicher noch viel hören!
Schonmal gehört hatten wir Ektromorf, die bereits beim Auftakt 2024 und auch in diesem Jahr im Line-Up standen. Immer ein bisschen zwischen "drüber" und "Auf die zwölf" empfinden wir die Jungs, diesmal gab es eher den "Auf die zwölf"-Moment. Der diesmal gut gelaunte Zoltán Farkas kennt das Rewind und vorallem die Bühne hier am Flugplatz gut, waren sie auch früher beim Full Force oft hier zu Gast. Sie zündeten mit Songs wie "Gypsy", "I'm Against" oder "Outcast" einige Circle Pits an und waren gute Einstimmung auf die nach ihnen die Bühne betretenden Walls Of Jericho.
Doch vorher machten wir noch einen Pflichtbesuch im Zelt, wo die Rykers sich ebenso erneut die Ehre gaben. Nach einem sympathischen Eröffnungsgig 2024 feierten die Kasseler erneut mit dem Publikum und wir grinsen mit den Hardcore-Helden im Kreis.
Doch kommen wir zu Candace Kuysulain und Walls Of Jericho. Wir lieben nicht nur das kleine Energiepaket, sondern auch die Songs der US-Amerikaner. Während das Publikum am lautesten zum Happy-Birthday für die herzliche Front-Frau singt, die auf dem Acker eine Torte überreicht bekommt, reißt sie selbst zu "All Hail The Dead" oder "There's No I in Fuck You" alles ab. Energiegeladen, gut drauf, wahnsinnig eng am Publikum - Walls Of Jericho sind live immer wieder eine Sensation!
Passend zur inzwischen untergehenden Sonne kommen Hypocrisy auf die Bühne. Zwischen End Of Disclosure und Roswell 47 liefern Peter Tägtren solide ab. Gedankt wurde es ihnen von einem dezimierten aber begeisterten Publikum. Als Tätgren ein Alien darin ortete, bat er es auf die Bühne für ein irrwitziges Bild zwischen den starken und atmosphärischen Melodic Death Metal Songs.
Es kommt uns an diesem Samstag so vor, als haben die Hardcore-Fans tatsächlich die Überzahl. Wir schauen zu Perkele ins Zelt und hier ist es voll, wenn auch nicht zu brechend. Wir ruhen nochmal kurz, denn Ministry ist ein seltenes Highlight, das wir nicht verpassen wollen. Im Regen warten wir auf Al Jougensen und den Rest der Industrial-Veteranen, die kurze Zeit später in Grün getaucht die Bühne betreten. Eine psychedelische Videoshow, der futuristische Mikrofonständer, ein Hut mit breiter Krampe und Songs wie "Thieves", "Jesus Built My Hotrod", "N.W.O." oder "So What" machen diesen Auftritt zu einem Highlight des diesjährigen Full Rewind. Auch wenn die große Menge sich bereits vor dem Auftritt der Amerikaner verabschiedet hat, denen die bleiben liefern sie eine tolle Show. Während sich die Band von der Bühne verabschiedet und nur noch die Drums erklingen, rauscht der Applaus durch das Publikum, während Zugabe-Rufe unbeantwortet bleiben.
It's A Wrap
Während wir uns vor der Bühne mit alten Freunden treffen und langsam von den Securitys nach draußen gebeten werden, sind wir selig. Ja, das Full Rewind ist anstrengend, mobile Toiletten bei 30 Grad oder im Dunkeln nachts blöd und Absinth kann einem echt einen Schädel zaubern. Aber insgesamt ist das Full Rewind eins der entspanntesten Festivals, die wir kennen. Rund 5000 Besucher waren es, mit denen die Macher rechneten, so war es vor der Bühne nie zu dicht und selten zu leer. Vielleicht auch, weil sich Hardcore und Metal oft abwechseln und unterschiedliche Themen an unterschiedlichen Orten stattfinden. Dabei sind die Bands so hochkarätig, dass auch ein eingeschworener Hardcore-Fan mal eine Metal-Band anschaut und ein Metaller mal im Moshpit zu Agnostic Front rumturnt. Immer freundliche Sicherheitskräfte, leere Fotografen-Gräben und nette Worte zwischen ihnen und den Aufpassern, gut gelauntes Tresenpersonal - das alles zog sich über das gesamte Wochenende. Statt zwischen 85.000 Leuten auf dem Wacken 30 Bands in 5 Tagen zu sehen, sehen wir hier locker 20 in 3 Tagen, verbringen weniger Zeit mit Anstehen oder auf kilometerlangen Pfaden. Und fahren nur halb so zerstört nach Hause. Einzig, dass man uns mitten beim Frühstück darauf hinwies, dass wir 15 Minuten später den Platz verlassen müssten, störte die Idylle etwas. Dies wurde uns, zugegeben, genauso von den Machern angekündigt, wie In Flames, die als erster Headliner für 2026 benannt wurden. Wir freuen uns auf die Schweden und können wir im letzten Jahr nur sagen: Danke FULL REWIND, uns werdet ihr nicht so schnell wieder los.
Wer so viel Harmonie, tolle Bands und ostdeutsches Bier auch genießen will, hat 2026 wieder die Chance:
Was? FULL REWIND Summer Open Air
Wann? 30.07. - 01.08.2026
Wo? Flugplatz Roitzschjora
Infos und Tickets: www.full-rewind.de oder Eventim.de

10.-12.07.2025: IN FLAMMEN Open Air
Line-Up:
Hellhammer performed by Tom Gabrial Warrior's Triumph Of Death
Belphegor
Massacre
ENDSTILLE
Marduk
Vader
LÖMSK
Malevolent Creation
DYMNA LOTVA
Protector
SLOW FALL
Endstille
Disharmonic Orchestra
DEATHLESS VOID
Ancient Rites
Graveworm
PRAISE THE PLAGUE
Humilation
ASH NAZG BÚRZ
Was? IN FLAMMEN Open Air - Deutschlands Hellish Gartenparty
Wann? 10.-12.07.2025
Wo? Torgau / Entenfang
Infos und Tickets: www.in-flammen.com
IN FLAMMEN Open Air - Deutschlands Hellish Gartenparty
10.-12.07.2025 Torgau / Entenfang
METAL IST FREIHEIT
31.07.-02.08.2025: FULL REWIND Summer Open Air
In nunmehr 30 Tagen geht’s wieder los: Das Full Rewind geht in seine zweite Runde. Das Festival, das Metal- und Hardcore-Legenden zusammenbringt, wartet dieses Jahr mit einem Line-up auf, das mit unendlichen Moshpits Schweiß und Staub zusammenbringt. Vom 31. Juli bis zum 02.August wird Roitzschjora zum Epizentrum für alle, die auf härtesten Sound, brutale Live-Shows, kühles Bier und jede Menge sympathische Menschen stehen. Mit Machine Head, Ministry und Nailbomb als Headliner wird das Wochenende ein richtiges Brett.
Metal & Hardcore in Perfektion
Das Line-up ist dieses Jahr nicht nur ein Reigen der alten Recken, hier und da gibt es sicher wieder Party und Geheimtipps zum Entdecken.
Doch keine Frage, Machine Head als Headliner sind schon mal ein guter Grund, einen Abend auf den Acker zu kommen. Mit Ministry folgen die ungeschlagenen Herrscher des Industrial Metal auf die fett gedruckten Zeilen des Werbeplakats. Al Jourgensen und seine Truppe mischen gnadenlos Metal mit harten, elektronischen Beats, und das seit den 80ern. Nailbomb sind ein Side-Project von Max Cavalera (Soulfly, Sepultura) und Alex Newport (Fudge Tunnel), das Werk der beiden gleichermaßen umstritten wie gewaltig als Livemoment.
Abwechslung auf allen Bühnen
Doch nicht nur die Headliner sind es, die das Full Rewind ausmachen. Ob Annisokay zu Erdbeer Bowle, Knorkator zu Knobibrot oder in Badehose zu den Walls Of Jericho: Von brutalem Death Metal über groovigen Metalcore bis hin zu experimentellen Industrial-Klängen ist für jeden was dabei zwischen Hard Bowl Tent mit Knüppelnacht und Main Stage mit Pyro, LEDs und wummerndem Sound.
Tickets & Anreise
Wer noch kein Ticket hat, sollte sich sputen. Der Ticketvorverkauf geht in die letzte Phase und auch dieses Jahr gibt es Tagestickets für alle, die nicht das gesamte Wochenende dabei sein können.
Worauf wartet ihr?
Wer noch ein paar Eindrücke von der letzjährigen Ausgabe braucht, um sich zu entscheiden, der findet diese in unserer Galerie.
Was? FULL REWIND Summer Open Air
Wann? 31.07.-02.08.2025
Wo? Flugplatz Roitzschjora
Infos und Tickets: www.full-rewind.de oder Eventim.de
Präsentiert von IMPERICON, METAL.DE, RADIO BOB!

Line-Up:
MACHINE HEAD
MINISTRY
NAILBOMB
HYPOCRISY
KATAKLYSM
WALLS OF JERICHO
KNORKATOR
RISE OF THE NORTHSTAR
AGNOSTIC FRONT
PERKELE
AUGUST BURNS RED
EKTOMORF
NILE
THROWN
ANNISOKAY
CALLEJON
THE BROWNING
1349
NASTY
BENEDICTION
ANGELMAKER
SLAPSHOT
RYKER’S
LOIKAEMIE
ATTILA
DEEZ NUTS
THE REAL MCKENZIES
BACKFIRE!
KRISIUN
ASAGRAUM
MANOS
POLAR
CHAOSEUM
CABAL
FALSE REALITY
02.-04.08.2024 - FULL REWIND Summer Open Air 2024 – ein Geheimtipp am Wacken-Wochenende
Die ganze Welt pilgert nach Wacken. Wir pilgern nach Roitzschjora. Denn wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen verbirgt sich eine Legende: Das With Full Force-Festival fand hier zwischen 1999 und 2016 statt, danach zog es nach Ferropolis, wo die neuen Macher es unter „FULL FORCE“ mit breit gefächerterer Genreauswahl ein deutlich jüngeres Publikum ansprachen.
Doch Roitzschjora, wo es zuletzt Stress mit den Behörden gab, vermisste offensichtlich das rhythmische Vibrieren des Ackerbodens zu feinsten Hardcore und Metal-Acts, biergetränkte Feldpflänzchen und glückliche Gesichter zwischen Flugplatz und Dorf. Alles auf Anfang gedreht haben die Macher vom FULL REWIND und nach acht Jahren unter tosendem Applaus ein neues Festival auf dem von Größen der Szene gesegnetem Land auf der Erde gestampft.
Line-Up verfügbar - FULL REWIND SUMMER OPEN AIR 2024

Was? FULL REWIND Summer Open Air 2024
Wann? 02.-04.08.2024, Anreise Donnerstag, 1. August 2024 ab 18 Uhr
Wo? Flugplatz Roitzschjora
Tickets im Ticketshop
Mehr Infos unter https://full-rewind.de/
02.-04.08.2024 - Full Rewind Summer Open Air @ Flugplatz Roitzschjora
Back to the Roots
With-Full-Force-Macher lassen den Flugplatz wieder wackeln
1994 ist nicht nur das Jahr, in dem die Kelly Family ihren ersten großen Hit feierte. Auch für die Metal und Hardcore-Szene in Deutschland ging ein neuer Stern auf. In Werdau fand das erste With Full Force-Festival mit 2500 Gästen statt, welches 2 Jahre später nach Zwickau zog. Als der Flugplatz hier zu klein wurde, zogen die Macher 1999 nach Roitschjora, wo der Segelflugplatz am Baggersee, ideale Bedingungen bot für ein 3-Tages-Festival. Wir erinnern uns: Mit Amon Amarth, Korn, Rammstein, Iron Maiden, Marilyn Manson, Hatebreed oder nicht zuletzt Heaven Shall Burn an unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Karriere, zog das Festival Metal- und Hardcorefans aus ganz Deutschland an. Doch neben den großartigen Konzerten waren es immer auch die kleinen Highlights, an die wir uns erinnern: Das Jubeln beim Deutschandspiel im Rahmen der WM 2010 brachte uns mit Wildfremden zusammen. Nach dem Act ist vor dem Act und so feierten wir vor der Zeltbühne die ganze Nacht zur Knüppelnacht oder feierten skurrile Kassierer-Konzerte zum Last Supper. Wer erinnert sich noch an Eläkeläiset und Polka-Polonaise, an das großartige Eis und die Erdbeerbowle, die es auf dem Infield gab, an mit Halstüchern verdeckte Münder lang vor Covid um dem Staub zu entgehen und oder Elsterglanz, die die Bühne regelmäßig "kaputtschluchen".
Lasst uns das Full Rewind hochleben lassen und statt Sentimentalität im Gedanken an früher neue Erinnerungen zum drin schwelgen sammeln. Tickets gibt es für das gesamte Wochenende oder einzelne Tage, zudem gibt es Parktickets im Shop. Also los, worauf wartet ihr? Hier euer Zeitplan zum Glück:Wann? 2. bis 4. August 2024
Anreise: das Gelände öffnet am Donnerstag, 1. August 2024, ab 18 Uhr
04.-06.08.2022- WACKEN OPEN AIR 2022
Endlich bebt der Acker wieder
- im Horror-Outfit erfindet sich Wacken neu -
Das 30te Wacken Open Air hielt einige Neuerungen bereit. Mit Matthew Heafy, Gitarrist von Trivium, wurde eine neue Ära angekündigt. Am letzten Tag des letzten Wacken vor Corona spielte er ein Soli, während die Bühne bebte und neben einem Dschungel-Motiv traditionell gekleidete Tänzer und eine Effekt-Kulisse das Motto des 2020er Festivals verkündeten. Dann kam Corona, die Macher sendeten in einem nie dagewesenen Livestream Wacken World Wide" aus unterschiedlichen Hallen und Locations Konzerte meist deutscher Metalgrößen. Wacken kam in die Wohnzimmer, auch mit dem Stream unvergesslicher Konzerte wie dem von Alice Cooper oder Parkway Drive.
In 2020 geht Wacken nun endlich offiziell weiter. Nicht mit 31 oder 32, sondern einfach nur mit Wacken 2022. Mit dabei ein Wacken-Wednesday, bei dem Besucher über ein Extra-Ticket Lindemann und Avantasia, Epica und Gloryhammer sehen können - erstmals auf großer Bühne statt "nur" im riesigen zelt mit W.E.T. und Headbangers Stage, wo zeitgleich zum Beispiel die Iron Maidens und The Night Flight Orchestra spielen.
Ab Donnerstag ist das Infield endlich für alle Ticketbesucher offen, es spielen Mercyful Fate, Slipknot, Rose Tattoo, Overkill, Hämatom, Corvus Corax, Arch Enemy, Mantar, Powerwolf, Infected Rain, Danko Jones, Tarja, Belphegor und viele viele mehr. Wacken wird wieder ein Potpourri für Musikfans, lockt jedoch auch mit Metal Yoga, Spoken Word, Limp Bizkit, Mambo Kurt oder Blaskapelle, hielt zuletzt einen Supermarkt, eine Kunstausstellung, einen ansehnlichen Food Court oder die Wastland Warriors bereit, die Steampunk zum Leben erwecken und neben dem Wackinger Village, einer Mittelalter-Area mit passender Bühne und Musik.
Da die Tiickets wie in jedem Jahr ausverkauft sind, eignet sich die Ticketbörse unter wacken.com für den offiziellen Austausch der begehrten Stücke.
Also: Bleibt sauber, bleibt gesund und freut euch auf die größte Metalsause Deutschlands und ein Abenteuerland rund um unser Lieblingsdorf.
Bis dann, Metalheads!
Was? Wacken Open Air 2022
Wann? 304.-06.08.08.2022
Wo? Wacken in Schleswig-Holstein
Infos unter www.wacken.com
01.-03.08.2019 - XXX. Wacken Open Air
Lieber Leser,
unser Wackentagebuch versetzt uns jedes Jahr selbst in Verzückung, dutzende Mitleser, Bilderkommentatoren und Freunde werden bestätigen: Man möchte eigentlich mit uns in den Norden fahren, wenn es wieder heißt: Rain Or Shine. In diesem Jahr fahren wir ohne unsere Wacken-Clique auf das Festival ins idyllische Dorf in Schleswig-Holstein, haben sich doch die Familienplanung und andere Pflichten unseren Mitreisenden in den Weg geworfen.
Nichtsdestoweniger aufgeregt sind wir, als wir zu zweit von Eckernförde schon montags gen Wacken fahren, erstmals mit Wohnmobil, autark bewaffnet mit Solaranlage, zwei Toilettenkassetten, 140 Liter Frischwasser und 80 Millionen Tonnen guter Laune. Als Frühanreisende bekommen wir einen tollen Platz in einer Wohnmobilburg von Wackenfreunden aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich seit Jahren jährlich hier treffen und ihre Runde stetig erweitern. Wir finden hier schnell Anschluss, trinken das ein oder andere Likörchen zusammen und hauen uns gegenseitig die Taschen voll mit Geschichten aus den Festivalvorjahren. Toll, so kann die Wackenwoche starten.
Am Dienstag checken wir das Gelände, es gibt keine Minimärkte mehr (nur noch Duschcamps) aber dafür einen großen Kaufland-Festivalmarkt mit allem, was das Festivalantenherz begehrt. Auch T-Shirts gibt es schon und so stehen wir 1,5 Stunden in brütender Hitze an für zwei Nickies mit 2021er Print. Nungut wir wollen uns ja nicht beschweren, die Gummistiefel dürfen in diesem Jahr gern in ihrem Schrank bleiben. Allerhand Essensstände von günstig bis exklusiv, mittelalterlicher Spiel und Spaß, Promotionaktionen (z.B. vom Campingwagenhersteller Hobby) und die Areas von Vereinen, Ausstellungen oder Austauschforen säumen das Festivalgelände. Diskutiert man auf der einen Seite über Gaming, geht es auf der anderen Seite um die Zukunft von Festivals im Rahmen von Umweltaspekten an sich. Wirbt man hier für handgemachte Holz-Skulpturen, geht es anderswo um DKMS und Knochenmarktypisierung. So ein Tag ohne Musik gewinnt auf dem Wacken an Input, schnell kann man Gleichgesinnte kennenlernen und auch Zeit totschlagen.
Am Mittwoch zieht es uns zuerst vom Festivalgelände in Richtung Hauptstraße, wo wir unsere Lieblings-Dorfbewohner besuchen. Wir saugen das Flair ein, das rund um die hübschen, norddeutschen Häuschen Jahr für Jahr herrscht. Am Abend geht es dann ins Bullhead City-Zelt, es gibt endlich Musik auf großen Bühnen Wir sehen THE SWEET, Helfen meiner Jugend, und ich singe mit tausenden Menschen zu "Blockbuster" oder "Ballroom Blitz". Auch wenn The Sweet lang nicht mehr in Originalbesetzung sind fehlt es mir beim Liveerlebnis an nichts und auch die älteren Zuhörer nehmen uns fühlen sich in die goldenen Glamrock-Zeiten der 70er zurückversetzt. ROSE TATTOO entzücken danach nicht nur uns, sondern auch Jugendliche, Metalfans und die Generation 50 Plus. Fast schon schüchtern kommen "Angry" Anderson und seine Band auf die Bühne, knallen uns mit "Nice Boys (Don't Play Rock'n'Roll)", "Rock'n'Roll Outlaw oder "Rose Tattoo" großartige Rockklassiker um die Ohren und sehen nach dem Gig wohl so glücklich aus wie wir. Danach auf der Running Order stehen die SISTERS OF MERCY, ich bin nervös, die Band scheinbar auch. Von Fans nahezu hinter dem Vorhang vorgepfiffen präsentieren sie, im Nebel versunken, Goth Rock-Klassiker, während sich das Zelt vor ihnen leert. Ich tanze auf alte Zeiten zu leidenschaftslosen Sisters, ein Auftritt mit Kultcharakter war das jedoch leider nicht. Dann endlich, das Highlight für Wackenfans, MAMBO KURT! Oder auch nicht, denn ein Gewitter, Headliner eines jeden von uns besuchten Festivals, zieht auf. Das Bullhead City-Zelt wird evakuiert, wir trinken noch ein, zwei, zwölf Mexikaner vor unserem Wohnmobil und fallen dann ins Bett - auf dem Wacken muss man sich seine Kräfte wohlüberlegt einteilen.
Der Donnerstag beginnt, zur feierlichen Eröffnung des Infield, im Jägermeisterhirsch, besser gesagt in seinem Arsch, denn in dem Holzkonstrukt im Hirsch-Design sind auf drei Etagen Bars und Ausguck, Spaß und Schnaps. Ich begeistere mich sowohl für kalten Schnaps als auch für die patchbestickte Kutte die dieser Hirsch trägt, das ist tolles Marketing am Point Of Sales! Von hier aus hören wir das alljährliche Eröffnungskonzert von SKYLINE, die Band von Wacken-Macher Thomas Jensen mit den Gästen Gitarrist Gus G (u.A. Judas Priest) und Doro. BEYOND THE BLACK können uns nicht so richtig catchen und so shoppen wir über den Metal Markt, sehen dann KROKUS und tanzen später zu BOSS HOSS. Ob im Rodeostier in der Menge oder im Bällebad beim Stagediven, die Jungs sind gern hier und viele Wackenfans im Publikum sowie zahlreiche weibliche Konzertbesucher zeigen: Cowboys gehen immer! AIRBOURNE haben eine eigene Lemmy-Bar, quatschen aber unheimlich viel, spielen Trinkspiele mit ihren Fans und verteilen das braune Gold (Jack'n'Coke) - zu viel für meinen Geschmack, wollte ich doch weiter tanzen. Ob SABATON oder HELLHAMMER performed by Tom Warrior, ich komme nicht so recht in Fahrt im Laufe der Nacht und wir gehen zurück zum Camp. Hier sitzen wir also mit Freunden aus der Heimat bei Mexikaner und wollen in eine Runde Kniffel starten, als wir komische Töne aus dem Camp unweit entfernt der Wagenburg entnehmen. Rechtsrock, gruselige Teste und Menschen in Burzums-Shirts verderben uns nun endgültig die Laune. Spät in der Nacht melden wir das Camp patrouillierenden Sicherheitskräften, was dann folgt ist ein Schauspiel. Polizeibusse und Quads eilen innerhalb kürzester Zeit voran, nach dem Einsatzbefehl nehmen die Secus gemeinsam mit den Beamten das Camp auseinander, finden Hakenkreuz-Flaggen und andere verfassungsfeindliche Symbole inmitten von sächsischen Trabbifreunden fast in erster Linie zum Festivalgelände. Das dies so hier nicht herpasse bestätigen uns die Einsatztruppen schnell, bedanken sich und lösen zu 10 Uhr am nächsten Morgen das Rechtsrockcamp auf. Bedröppelt fahren die Extremisten Freitagmorgen Heim, lassen nur eine Couch stehen und zeigen, wie schnell es geht, sein Festivalbändchen zu verlieren wenn man sich nicht an die Regeln hält und arrogant zur Schau stellt, was keiner auf einem Festival mit international herausragendem Ruf und Metalheads aus der ganzen Welt sehen will. Danke, liebes Wacken, das war ein toller Moment und rettete dann doch meine Stimmung!
Freitag gehen wir zu HAMFERD, einer Death Doom-Band von den Färör-Inseln, die färöisch singt, geprägt von der fast schon orchestralen, emotionalen Stimme von Sänger Jón Aldará. Es wird stressig heute, mit Gummistiefeln stapfen wir zu Bodycount den ersten Schlamm wieder glatt und genießen mit "Copkiller" oder "Manslaughter" Old School-Crossover. Wir sind quietschvergnügt bei ANTHRAX, die live immer wieder ein Genuss sind und bemerken eine Tina-Turnerisierung der Metal Szene, sehen wir nach Joey Belladonna Doro in ähnlichem Haarstyling. Wir sehen uns die wirklich großartigen PRONG an und THY ART IS MURDER, später am Abend genießen wir das Abschiedskonzert von SLAYER und wollen, nachdem wir die Kult-Band in den letzten Jahren auf der Bühne viel spielfreudiger und besser erlebt haben als früher, gar nicht, dass dies das letzte mal "Raining Blood" war. Es wirkt alles wie ein schönes Schauspiel, stille Worte weise gewählt zu kreischenden Gitarren und feinstem Thrash. War das wirklich das Ende? Ich mag und kann es nicht glauben. Zum Abschluss einen emotionalen Metal-Tages holen wir uns, was gestern nicht zu holen war: MAMBO KURT! Mit erfahrenen Schnapsgirls bewaffnet stellt sich Mambo Kurt einer bebenden Beergarden-Stage, wir bibbern in Nebel und wollen ins Bett Das war ein grandioser Wackentag, der Lust auf mehr macht!
Am Samstag starten wir mit Eierlikör und Mexikaner in den Tag, kommen auf touren, schauen uns MOLLLUST auf der Wackinger Stage in mittelalterlicher Atmosphäre an und gehen danach zu URIAH HEEP. Auf der einen Seite ruhiger 70er Rock und eine schunkelnde Menge, auf der anderen Seite des Infield PROPHETS OF RAGE, die uns mit "Guerilla Radio" schlagartig aus dem Taumel erwecken - das ist Wacken! Tom Morello begeistert uns nachhaltig, wird live zum Biest und reißt uns mit sich. Ein schnelles "Ahhhhhahhhhaha" noch zu Lady In Black und Uriah Heep, dann ist der Nachmittag, an dem man sich gern zerteilt hätte, auch schon am Ende. Wir schauen uns den Vegan Black Metal Chef an, der im VIP-Bereich fröhlich kocht, gehen dann zu SEPTIC FLESH. Das war ein rundum gelungenes Menü, als Dessert gibt es Powerwolf und viel Spaß auf und vor der Bühne. Im Dunkel der Nacht stehen wir, dicht gedränt, in der Menge und erwarten PARKWAY DRIVE, die auf dem Wacken-Acker eine Live-Scheibe zu ihrer Viva The Underdogs-Tournee aufnehmen wollen. Mit Fackeln kommen sie, wie auch immer sie dorthin gekommen sind, von hinten, nähern sich vom FOH der Bühne, starten mit einem Feuerwerk und 85.000 Leute hüpfen. Irre! Ob nun ein Bassist im Rollstuhl auf der Bühne, Streicher auf schwebenden Podesten, ein rotierendes Drumset oder eine Bassistenmutter stagedivend vor der Bühne - wie kann man bitte Parkway drive live nicht lieben? Der Auftritt der Australier war perfekt, Sänger Winston McCall zeitweise zurecht sprachlos, die Menge vor der Bühne unbändig, die Songauswahl mit "Prey", "Carrion" oder "Wild Eyes" perfekt. Dieses Livealbum wird ein Meilenstein und zeigt, auch im Nachgang auf Film gebannt und frei über YouTube verfügbar, welche Kulisse das Wacken Bands aber auch Fans bieten kann. Danke! Wir könnten nun ins Bett gehen doch ein weiteres Highlight kündigt sich im Bullhead-Zelt an: FROG LEAP, der Pop-Klassiker in düstersten Death-Metal-Gewand verpackt. Wir gröhlen, tanzen, lachen uns kaputt, liegen Arm in Arm mit anderen Metalfans da und strahlen. dieses Festival fühlt sich an wie 10 Tage Urlaub, ist beseelend, gleichwohl körperlich herausfordernd und emotional.