['instin(c)t]

['instin(c)t]

Als wir auf den Acker fahren, strahlt die Sonne. Schon in der Warteschlange gab es ein kühles Bier, Staub kommt auf, immer wenn sich unsere Autos in der Schlange nach vorn schieben. Die Begrüßung an der Kontrolle ist herzlich. Unsere Tickets werden gesichtet, Parktickets gekauft. Die Security sind bester Laune, filzen unser Auto gründlich. Dann fahren wir weit vor. Rechts von uns der See sieht verlockend aus. Doch wir rollen an den Toilettenanlagen und der Bar vobei in Richtung Infield, kommen in Sichtweite vom Einlass zum Stehen. Wir orten den Erdbeerbowle-Stand, die Absintherie Sixtina und einen Burgerstand sowie das Partyzelt. Erste Musik wird aufgespielt. Als wir mit aufbauen fertig sind, kommen wir mit ersten Gästen ins Gespräch und stürzen uns ins Getümmel.

Entspannt ist es, auch dem Full Rewind. Gäste, Bereiber der Stände, Secus oder DJs, alle haben Strahlelaune. Sogar Menschen, die von mobilen Toiletten kommen, lächeln. Also verbringen wir den Mittwoch mit ihnen, tanzen Polonaise, moshen vor dem DJ-Pult, trinken Absinth mit Sekt und fallen irgendwann vorfreudig ins Bertt.

Donnerstag

Als gute Festivalgänger gaben wir natürlich der ersten Band die Ehre. Polar spielten auf und für uns gab es Eiskaffee und das erste Bier aus der Infield-Zapfe. Lecker! 

Der Einstieg ins Line-Up fiel alles andere als zurückhaltend aus. Mit ihrem modernen Hardcore-Sound, massiven Breakdowns und düsterer Atmosphäre setzten sie früh ein klares Statement. Trotz früher Slot-Zeit war die Crowd schnell wach und nahm die aggressiven Grooves dankbar an.

Attila schafften es nicht mehr rechtzeitig zu ihrem Auftritt, stattdessen gaben sich The Defect die Ehre. Moon McBee, ihres Zeichens Frau von The Browning Sänger Jonny McBee, mit dem gemeinsam sie dieses Trancecore-Projekt schuf, waren ein würdiger Ersatz! Hier wie auch zu The Browning, die irgendwo zwischen Deathcore und Elektroparty aufspielten, wurde es wild und das Publikum kam in Fahrt. Mit "Blue (Da Ba Dee)", einem Track von Eiffel 65, zu dem ich im Ferienlager auf der Disko getanzt habe, kriegten die US-Amerikaner uns. Gemeinsam mit anderen schwangen wir die Hüften. Hätte die nächste Band im Line-Up, Nile uns dabei gesehen, hätten sie bestimmt geschimpft. Mit technischem Death-Metal fegten sie die Sonne weg, viele Teile des Publikums stellen sich am Bierwagen unter und vor der Bühne wird es leer. Trotzdem sie liefern, was man von ihnen erwartet, ist die Stimmung weniger ausgelassen. Eine Situation, die sich bei Agnostic Front ganz schnell ändert.

New York Hardcore mit ganz viel Spaß lässt die Besucher in kleinen Moshpits von den Bierständen zurück vor die Bühne wandern, zu "For My Family" stellen sich trillionenfach Armhaare auf, während Chorgesänge angestimmt werden. Spätestens bei "Gotta Go" ist kein Halten mehr, Akt und Jung tanzen wir verrückt und wollen die Band, die den Ramones-Klassiker Blitzkrieg-Bob als Encore geben, kaum von der Bühne lassen. So geht das, Full Rewind!

Die nächste Band, Rise Of The Northstar, haben wir zuletzt in einem Zirkuszelt gesehen und fanden das Japan-Thema mit den angedeuteten Kirschbäumen höchst interessant. Leider entstehen zwischen den durchaus toll performten Songs der Kombo immer wieder Pausen mit Musik vom Band und jede Stimmung, die aufkommt, ist schnell wieder dahin. Zeit für ein Abendessen also. Am Asia-Stand gibt es alles, was das Umami-gierige Herz begehrt und so schmausen wir hier für einen guten Preis durchaus sättigend und ausgewogen. Empfehlung!

Mit Nailbomb sehen wir Max Cavalera wieder, der mit einer Art Supergroup (mit u.A. Dino Cazares von Fear Factory oder Andreas Kisser von Sepultura) in den 90ern maßgeblich eine CD veröffentllichte, die dann in ein Livealbum mündete, bevor sich die Band wieder auflöste. 20 Jahre später schien der Hass von Cavalera auf die Welt immer noch da, er brüllte ins Publikum, während Sohn Igor herumspringt und der Rest der Band eher im Hintergrund bleibt. Mit vielen Samples, wütend und authentisch. Diesen Schlag in den Nacken als Abschluss des ersten Tages haben wir verdient, gehen zufrieden ins Bett und freuen uns auf den Freitag, dessen Line-up uns durchaus mehr begeisterte.

Freitag

Lecker Frühstück, lecker Sonne, lecker Bierchen und dann spielen Manos auf. Besser kann ein Festivaltag kaum starten. zwischen Death Metal und Biene Maja singen und tanzen die Festivalbesucher, machen einen Sirtaki mit (gut für die Getränkestände, der Boden ist getränkt von Hopfenschorle) und sind ein Symbol dafür, wie in dieser Szene Festivals sein sollten: Mit genug Albernheit, guten Songs, harten Klängen, einer großen Gemeinschaft und Energie!

Wir fanden uns kurze Zeit später bei den Crushing Caspars wieder auf dem Infield ein, wo Snoopy und Co. Hardcore aus Rostock auf den Acker bringen, auf dem sie sich nach 40 Jahren als Band und etlichen Auftritten hier sichtbar heimisch fühlen. Harte Songs, herzliche Ansagen, viele lächelnde Zuschauer - spätestens bei Viva La Rostock sind Band und Gäste zufrieden und wie auch nach Manos die Stimmung freudig. 

Wir wechseln später die Location und sind wieder vor der Hauptbühne. Mit August Burns Red kommt eine weitere routinierte Liveband ins Line-Up, die die Menge anpeitscht. Mit einem Mix aus Klassikern wie "Composer", "Back Burner", dem Abschlussstück "White Washed" oder neuen Songs wie "Exhumed" drücken Sänger Jake Luhrs und seine Bandkollegen das Publikum an die Wand und sorgt für Circle Pits und in die Höhe gereckte Fäuste. So gut aufgewärmt war das Publikum bereit für Kataklysm, die in Roitzschjora genauso zu Haue sind wie auf anderen Festivals in Deutschland. Hier und auf dem Wacken spielen sie, Dampfwalze wie eh und je, mit Spaß und dennoch technisch perfekt. Die Kanadier gehören zu einer der fleißigsten Bands die wir kennen, bringen uns mit "The Ambassador Of Pain", "As I Slither" oder "Srippled And Broken" immer wieder zu purer Verzückung Sänger Maurizio Iaconos Bühnenpräsenz ist ebenso faszinierend wie das zur Setlist der Band immer wieder neue gefühlte Klassiker hinzukommen. Prädikat Toll Toll Toll!

Mit Quatsch begonnen, mit Quatsch wird der Tag auf der Hauptbühne enden. Knorkator spielen auf und mit ihnen der "Sieg der Vernunft". Stumpen, Alf und Co. waren oft hier auf dem Acker zu Gast, eine Gebühr für das Überziehen würde Stumpen gern bezahlen, versicherte er. Die Fans würden dies wahrscheinlich unterzeichnen, sahen geliebte Klassiker und neu arrangierte Songs mit Tim Tom (Sohn von Alf Ator), der zu "Böse" sang und auch Agnetha Ivers, die ihren Vater schon seit längerem bei gesamten Konzerten der Band live unterstützt. "Weg nach unten", "Ma Baker", "Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett" - wir sind nach dem Set leicht heiser und auch unser Fotograf, der wieder den Weg auf die Bühne fand und Nahaufnahmen der "Meisten Band der Welt" machte, sah nach dem Gig angestrengt aus. Übrigens: Stumpen musste nicht zahlen, trotzdem waren Band und Publikum dankbar, dass in Roitzschjora mit dem Rewind und Knorkator wieder zusammen kam, was zusammen gehörte.

Keine Zeit für Müdigkeit! Es gab noch einen Headliner zu sehen und auch die Knüppelnacht wollte gefeiert werden. 

Das große Banner von Machine Head machten uns etwas unruhig, hatten wir die Band eine Weile nicht gesehen und fanden die Liveauftritte zuletzt immer großartig. Während wir nervös von einem Bein auf das andere traten, brachte sich die Feuerwehr in Stellung und versprach Pyros und Hitze in dieser Full Fewind-Nacht. Und dann war es auch soweit: Banner fällt, Feuerwerk, Machine Head! Zwischen Songs wie "Is There Anybody Out There" und "Locust" fliegen Machine-Head Hämmer und Würfel durch das Publikum, das sich von Robb Flynn bereitwillig spielen lässt. Er scheint gut drauf, lobt den wilden Osten, und schließt das Konzert mit "Halo" etwas überpünktlich ab. Ein Wehmutstropfen, doch viele Besucher dürfen ein Andenken mit Heim nehmen. Ob sich Machine Head für den Auftritt in Wacken am Folgetag ausruhen oder die durchaus durchchoreografierte Show keine weitere Zuageb erlaubte, werden wir wohl nie erfahren. 

Die Füße tun schon etwas weh, doch als es zu Regnen anfängt gibt es nur einen Weg: Ab ins Zelt zu Benediction, die die Knüppelnacht eröffnen. Wir sehen Benediction, die solide abliefern und freuen usn auf Krisiun, die auf uns schon vor vielen Jahren an gleicher Stelle Eindruck gemacht haben. Sie bringen auch viele Songs, die bestimmt schon einmal über Roitzschjoras Acker gehallt sind und zeigen, dass sich melodische Gitarrensoli und Knüppelnacht nicht unbedingt beißen. Das Zelt leert sich, als Asagraum female fronted Black Metal präsentieren. Zwar spielen Sängerin Obscura regelmäßig Konzerte, doch zählt das Full Rewind festival zu den wenigen auserwählten in Deutschland, auf dem sich das ehemals One-Woman-Projekt die Ehre gibt. Als Trio schaffen sie es live nicht vollends, die Zuschauer in den Bann zu ziehen und so vergehen die Minuten langsam. Doch auf 1349 freuen sich einige Besucher hier, denn die Norweger spielen nicht zu viele Konzerte. Den (für uns) guten Einfluss von Tom "Warrior" Gabriel Fischer auf die Band, hörten wir dank scheppernden Blasts und doomigen Momenten. Stimmlich stark, erinnerungswürdig im Auftreten, 1349 boten einen guten Abschluss für diese Nacht.

Samstag

Noch etwas müde schälen wir uns aus dem Bett, verdrehen etwas die Augen denn heute wird nochmal anstrengend. Also schnell Wischi Waschi am See und ab ins Bandshirt! Wir wollen Cabal sehen, die Death Core Band aus Dänemark, um die man in den letzten Jahren kaum drumherum kam. Und tatsächlich ballern die Dänen uns weg, auch dank Andreas Bjulver mit seiner herausragenden Bühnenpräsenz. Wir werden von diesen Jungs, die bereits mit Matt Heafy von Trivium oder Joe Bad von Fit For An Autopsy gearbeitet haben, sicher noch viel hören!

Schonmal gehört hatten wir Ektromorf, die bereits beim Auftakt 2024 und auch in diesem Jahr im Line-Up standen. Immer ein bisschen zwischen "drüber" und "Auf die zwölf" empfinden wir die Jungs, diesmal gab es eher den "Auf die zwölf"-Moment. Der diesmal gut gelaunte Zoltán Farkas kennt das Rewind und vorallem die Bühne hier am Flugplatz gut, waren sie auch früher beim Full Force oft hier zu Gast. Sie zündeten mit Songs wie "Gypsy", "I'm Against" oder "Outcast" einige Circle Pits an und waren gute Einstimmung auf die nach ihnen die Bühne betretenden Walls Of Jericho. 

Doch vorher machten wir noch einen Pflichtbesuch im Zelt, wo die Rykers sich ebenso erneut die Ehre gaben. Nach einem sympathischen Eröffnungsgig 2024 feierten die Kasseler erneut mit dem Publikum und wir grinsen mit den Hardcore-Helden im Kreis.

Doch kommen wir zu Candace Kuysulain und Walls Of Jericho. Wir lieben nicht nur das kleine Energiepaket, sondern auch die Songs der US-Amerikaner. Während das Publikum am lautesten zum Happy-Birthday für die herzliche Front-Frau singt, die auf dem Acker eine Torte überreicht bekommt, reißt sie selbst zu "All Hail The Dead" oder "There's No I in Fuck You" alles ab. Energiegeladen, gut drauf, wahnsinnig eng am Publikum - Walls Of Jericho sind live immer wieder eine Sensation!

Passend zur inzwischen untergehenden Sonne kommen Hypocrisy auf die Bühne. Zwischen End Of Disclosure und Roswell 47 liefern Peter Tägtren solide ab. Gedankt wurde es ihnen von einem dezimierten aber begeisterten Publikum. Als Tätgren ein Alien darin ortete, bat er es auf die Bühne für ein irrwitziges Bild zwischen den starken und atmosphärischen Melodic Death Metal Songs. 

Es kommt uns an diesem Samstag so vor, als haben die Hardcore-Fans tatsächlich die Überzahl. Wir schauen zu Perkele ins Zelt und hier ist es voll, wenn auch nicht zu brechend. Wir ruhen nochmal kurz, denn Ministry ist ein seltenes Highlight, das wir nicht verpassen wollen. Im Regen warten wir auf Al Jougensen und den Rest der Industrial-Veteranen, die kurze Zeit später in Grün getaucht die Bühne betreten. Eine psychedelische Videoshow, der futuristische Mikrofonständer, ein Hut mit breiter Krampe und Songs wie "Thieves", "Jesus Built My Hotrod", "N.W.O." oder "So What" machen diesen Auftritt zu einem Highlight des diesjährigen Full Rewind. Auch wenn die große Menge sich bereits vor dem Auftritt der Amerikaner verabschiedet hat, denen die bleiben liefern sie eine tolle Show. Während sich die Band von der Bühne verabschiedet und nur noch die Drums erklingen, rauscht der Applaus durch das Publikum, während Zugabe-Rufe unbeantwortet bleiben. 

It's A Wrap

Während wir uns vor der Bühne mit alten Freunden treffen und langsam von den Securitys nach draußen gebeten werden, sind wir selig. Ja, das Full Rewind ist anstrengend, mobile Toiletten bei 30 Grad oder im Dunkeln nachts blöd und Absinth kann einem echt einen Schädel zaubern. Aber insgesamt ist das Full Rewind eins der entspanntesten Festivals, die wir kennen. Rund 5000 Besucher waren es, mit denen die Macher rechneten, so war es vor der Bühne nie zu dicht und selten zu leer. Vielleicht auch, weil sich Hardcore und Metal oft abwechseln und unterschiedliche Themen an unterschiedlichen Orten stattfinden. Dabei sind die Bands so hochkarätig, dass auch ein eingeschworener Hardcore-Fan mal eine Metal-Band anschaut und ein Metaller mal im Moshpit zu Agnostic Front rumturnt. Immer freundliche Sicherheitskräfte, leere Fotografen-Gräben und nette Worte zwischen ihnen und den Aufpassern, gut gelauntes Tresenpersonal - das alles zog sich über das gesamte Wochenende. Statt zwischen 85.000 Leuten auf dem Wacken 30 Bands in 5 Tagen zu sehen, sehen wir hier locker 20 in 3 Tagen, verbringen weniger Zeit mit Anstehen oder auf kilometerlangen Pfaden. Und fahren nur halb so zerstört nach Hause. Einzig, dass man uns mitten beim Frühstück darauf hinwies, dass wir 15 Minuten später den Platz verlassen müssten, störte die Idylle etwas. Dies wurde uns, zugegeben, genauso von den Machern angekündigt, wie In Flames, die als erster Headliner für 2026 benannt wurden. Wir freuen uns auf die Schweden und können wir im letzten Jahr nur sagen: Danke FULL REWIND, uns werdet ihr nicht so schnell wieder los. 

 

Wer so viel Harmonie, tolle Bands und ostdeutsches Bier auch genießen will, hat 2026 wieder die Chance:

Was? FULL REWIND Summer Open Air

Wann? 30.07. - 01.08.2026

Wo? Flugplatz Roitzschjora

Infos und Tickets: www.full-rewind.de oder Eventim.de

 

 

 

 

Line-Up:

Hellhammer performed by Tom Gabrial Warrior's Triumph Of Death

Belphegor

Massacre

ENDSTILLE

Marduk

Vader

LÖMSK

Malevolent Creation

DYMNA LOTVA

Protector

SLOW FALL

Endstille

Disharmonic Orchestra

DEATHLESS VOID

Ancient Rites

Graveworm

PRAISE THE PLAGUE

Humilation

ASH NAZG BÚRZ

 

Was? IN FLAMMEN Open Air  - Deutschlands Hellish Gartenparty

Wann? 10.-12.07.2025

Wo? Torgau / Entenfang

Infos und Tickets: www.in-flammen.com

IN FLAMMEN Open Air  - Deutschlands Hellish Gartenparty

10.-12.07.2025 Torgau / Entenfang

METAL IST FREIHEIT

 

In nunmehr 30 Tagen geht’s wieder los: Das Full Rewind geht in seine zweite Runde. Das Festival, das Metal- und Hardcore-Legenden zusammenbringt, wartet dieses Jahr mit einem Line-up auf, das mit unendlichen Moshpits Schweiß und Staub zusammenbringt. Vom 31. Juli bis zum 02.August wird Roitzschjora zum Epizentrum für alle, die auf härtesten Sound, brutale Live-Shows, kühles Bier und jede Menge sympathische Menschen stehen. Mit Machine Head, Ministry und Nailbomb als Headliner wird das Wochenende ein richtiges Brett.

Metal & Hardcore in Perfektion

Das Line-up ist dieses Jahr nicht nur ein Reigen der alten Recken, hier und da gibt es sicher wieder Party und Geheimtipps zum Entdecken.

Doch keine Frage, Machine Head als Headliner sind schon mal ein guter Grund, einen Abend auf den Acker zu kommen. Mit Ministry folgen die ungeschlagenen Herrscher des Industrial Metal auf die fett gedruckten Zeilen des Werbeplakats. Al Jourgensen und seine Truppe mischen gnadenlos Metal mit harten, elektronischen Beats, und das seit den 80ern. Nailbomb sind ein Side-Project von Max Cavalera (Soulfly, Sepultura) und Alex Newport (Fudge Tunnel), das Werk der beiden gleichermaßen umstritten wie gewaltig als Livemoment.

Abwechslung auf allen Bühnen

Doch nicht nur die Headliner sind es, die das Full Rewind ausmachen. Ob Annisokay zu Erdbeer Bowle, Knorkator zu Knobibrot oder in Badehose zu den Walls Of Jericho: Von brutalem Death Metal über groovigen Metalcore bis hin zu experimentellen Industrial-Klängen ist für jeden was dabei zwischen Hard Bowl Tent mit Knüppelnacht und Main Stage mit Pyro, LEDs und wummerndem Sound.

Tickets & Anreise

Wer noch kein Ticket hat, sollte sich sputen. Der Ticketvorverkauf geht in die letzte Phase und auch dieses Jahr gibt es Tagestickets für alle, die nicht das gesamte Wochenende dabei sein können.

Worauf wartet ihr?

Wer noch ein paar Eindrücke von der letzjährigen Ausgabe braucht, um sich zu entscheiden, der findet diese in unserer Galerie.

Was? FULL REWIND Summer Open Air

Wann? 31.07.-02.08.2025

Wo? Flugplatz Roitzschjora

Infos und Tickets: www.full-rewind.de oder Eventim.de

Präsentiert von IMPERICON, METAL.DE, RADIO BOB!

 

Line-Up:

MACHINE HEAD
MINISTRY
NAILBOMB

HYPOCRISY
KATAKLYSM
WALLS OF JERICHO

KNORKATOR
RISE OF THE NORTHSTAR
AGNOSTIC FRONT

PERKELE
AUGUST BURNS RED
EKTOMORF

NILE
THROWN
ANNISOKAY

CALLEJON
THE BROWNING
1349
NASTY
BENEDICTION
ANGELMAKER
SLAPSHOT
RYKER’S
LOIKAEMIE
ATTILA
DEEZ NUTS
THE REAL MCKENZIES
BACKFIRE!
KRISIUN
ASAGRAUM
MANOS
POLAR 
CHAOSEUM
CABAL
FALSE REALITY 

Die ganze Welt pilgert nach Wacken. Wir pilgern nach Roitzschjora. Denn wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen verbirgt sich eine Legende: Das With Full Force-Festival fand hier zwischen 1999 und 2016 statt, danach zog es nach Ferropolis, wo die neuen Macher es unter „FULL FORCE“ mit breit gefächerterer Genreauswahl ein deutlich jüngeres Publikum ansprachen.

Doch Roitzschjora, wo es zuletzt Stress mit den Behörden gab, vermisste offensichtlich das rhythmische Vibrieren des Ackerbodens zu feinsten Hardcore und Metal-Acts, biergetränkte Feldpflänzchen und glückliche Gesichter zwischen Flugplatz und Dorf. Alles auf Anfang gedreht haben die Macher vom FULL REWIND und nach acht Jahren unter tosendem Applaus ein neues Festival auf dem von Größen der Szene gesegnetem Land auf der Erde gestampft.

Was? FULL REWIND Summer Open Air 2024

Wann? 02.-04.08.2024, Anreise Donnerstag, 1. August 2024 ab 18 Uhr

Wo? Flugplatz Roitzschjora

Tickets im Ticketshop

Mehr Infos unter https://full-rewind.de/

 

 

Back to the Roots

With-Full-Force-Macher lassen den Flugplatz wieder wackeln

Amon Amarth, WFF 20161994 ist nicht nur das Jahr, in dem die Kelly Family ihren ersten großen Hit feierte. Auch für die Metal und Hardcore-Szene in Deutschland ging ein neuer Stern auf. In Werdau fand das erste With Full Force-Festival mit 2500 Gästen statt, welches 2 Jahre später nach Zwickau zog. Als der Flugplatz hier zu klein wurde, zogen die Macher 1999 nach Roitschjora, wo der Segelflugplatz am Baggersee, ideale Bedingungen bot für ein 3-Tages-Festival. Wir erinnern uns: Mit Amon Amarth, Korn, Rammstein, Iron Maiden, Marilyn Manson, Hatebreed oder nicht zuletzt Heaven Shall Burn an unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Karriere, zog das Festival Metal- und Hardcorefans aus ganz Deutschland an. Doch neben den großartigen Konzerten waren es immer auch die kleinen Highlights, an die wir uns erinnern: Das Jubeln beim Deutschandspiel im Rahmen der WM 2010 brachte uns mit Wildfremden zusammen. Nach dem Act ist vor dem Act und so feierten wir vor der Zeltbühne die ganze Nacht zur Knüppelnacht oder feierten skurrile Kassierer-Konzerte zum Last Supper. Wer erinnert sich noch an Eläkeläiset und Polka-Polonaise, an das großartige Eis und die Erdbeerbowle, die es auf dem Infield gab, an mit Halstüchern verdeckte Münder lang vor Covid um dem Staub zu entgehen und oder Elsterglanz, die die Bühne regelmäßig "kaputtschluchen".

Slayer 2019 auf dem With Full ForceWarum diese Kramerei in alten Kamellen? Zwar wurde das With Full Force nach Gräfenhainichen verlegt, wo es als Full Force unter der Goodlive Festival GmbH veranstaltet wird, doch der Charakter des Festivals änderte sich. Zu unterschiedlichen Genre von Metal und Rock kamen Metalcore oder Pop-Punk und boten eine breitere Bühne, ein bunteres Publikum zwischen Jung und Alt, ein schöne Kulisse für Influencer und Neben-Schauplätze wie Gaming-Area, Flunkyball Turnier oder Schwarzes Yoga.
Doch den In-Move-Machern und Festivalveranstaltern Sven Borges, Mike Schorler und Roland "Bogo" Ritter reichte es nicht, dass ihr Erbe weiterentwickelt wurde, es juckte ihnen bis in die Haarspitzen. Der Gedanke, ein Festival von Fans für Fans zu schaffen, bei dem es um die Leidenschaft zur Musik geht, trieb sie umher. Nach einer ersten Testphase 2023 in Dresdens Altem Schlachthof mit 3.000 Gästen kehrt nun ein Festival auf den „heftigsten Acker Deutschlands“ zurück: Das Full Rewinder Summer Open Air mit einem Potpourri aus Hardcore, Metal & Crossover.
Damit dies erfolgreich wird, wollen Sven, Mike und Bogo keine großen Marketingkampagnen fahren sondern die Gemeinschaft aktivieren. Keine Influencer oder Sponsoren teilen die Botschaft, sondern Fans, ehemalige Roitzschjora-Gänger oder kleine nonkommerzielle Pressemitglieder wie wir.
 
Stimmung auf dem Acker 2019
"Wir planen ein familiäres Festival, mit 2 Bühnen (Mainstage, Tentstage), welche vom Campingplatz fußläufig erreichbar sein werden, Knüppelnacht und natürlich auch mit Eurer geliebten Erdbeer-Bowle und dem legendären Tequila Bus."
Die Macher versprechen zudem faire Preise, auch für Essen und Getränke sowie Merch, Barzahlung, campen neben dem Auto und ein weltoffenes und freies Festival, dem zwar Radikale jeder Couleur gern fernbleiben dürfen, das sich aber nicht neu-woken Grundsätzen unterwerfen möchte.
Doch jeder soll sich trotzdem oder gerade deswegen wohlfühlen, Gemeinschaft spüren, Spaß haben. Ob im Circle Pit zu Hatebreed, laut singend zu Motionless In White, lachend zu Elsterglanz feat. 7000 Feuer, moshend zu Ektomorf oder grunzend zu den Excrementory Grindfuckers: Beim Lesen des Billing (siehe unten) bekommen wir Bock auf Staub im Hals, unvergessliche Momente mit unseren Freunden und grandiose Livemomente.
 
Lasst uns das Full Rewind hochleben lassen und statt Sentimentalität im Gedanken an früher neue Erinnerungen zum drin schwelgen sammeln. Tickets gibt es für das gesamte Wochenende oder einzelne Tage, zudem gibt es Parktickets im Shop. Also los, worauf wartet ihr? Hier euer Zeitplan zum Glück:
 
 

Wann? 2. bis 4. August 2024
Anreise: das Gelände öffnet am Donnerstag, 1. August 2024, ab 18 Uhr

Wo? Flugplatz Roitzschjora
 
Infos und Ticket: full-rewind.de
 
 Fotos by Schwarzepresse.de, Zitat von Fullrewind.de


Endlich bebt der Acker wieder

 - im Horror-Outfit erfindet sich Wacken neu - 



Das 30te Wacken Open Air hielt einige Neuerungen bereit. Mit Matthew Heafy, Gitarrist von Trivium, wurde eine neue Ära angekündigt. Am letzten Tag des letzten Wacken vor Corona spielte er ein Soli, während die Bühne bebte und neben einem Dschungel-Motiv traditionell gekleidete Tänzer und eine Effekt-Kulisse das Motto des 2020er Festivals verkündeten. Dann kam Corona, die Macher sendeten in einem nie dagewesenen Livestream Wacken World Wide" aus unterschiedlichen Hallen und Locations Konzerte meist deutscher Metalgrößen. Wacken kam in die Wohnzimmer, auch mit dem Stream unvergesslicher Konzerte wie dem von Alice Cooper oder Parkway Drive.

In 2020 geht Wacken nun endlich offiziell weiter. Nicht mit 31 oder 32, sondern einfach nur mit Wacken 2022. Mit dabei ein Wacken-Wednesday, bei dem Besucher über ein Extra-Ticket Lindemann und Avantasia, Epica und Gloryhammer sehen können - erstmals auf großer Bühne statt "nur" im riesigen zelt mit W.E.T. und Headbangers Stage, wo zeitgleich zum Beispiel die Iron Maidens und The Night Flight Orchestra spielen.

Ab Donnerstag ist das Infield endlich für alle Ticketbesucher offen, es spielen Mercyful Fate, Slipknot, Rose Tattoo, Overkill, Hämatom, Corvus Corax, Arch Enemy, Mantar, Powerwolf, Infected Rain, Danko Jones, Tarja, Belphegor und viele viele mehr. Wacken wird wieder ein Potpourri für Musikfans, lockt jedoch auch mit Metal Yoga, Spoken Word, Limp Bizkit, Mambo Kurt oder Blaskapelle, hielt zuletzt einen Supermarkt, eine Kunstausstellung, einen ansehnlichen Food Court oder die Wastland Warriors bereit, die Steampunk zum Leben erwecken und neben dem Wackinger Village, einer Mittelalter-Area mit passender Bühne und Musik. 

Da die Tiickets wie in jedem Jahr ausverkauft sind, eignet sich die Ticketbörse unter wacken.com für den offiziellen Austausch der begehrten Stücke.

Also: Bleibt sauber, bleibt gesund und freut euch auf die größte Metalsause Deutschlands und ein Abenteuerland rund um unser Lieblingsdorf.

Bis dann, Metalheads!

Was? Wacken Open Air 2022
Wann? 304.-06.08.08.2022
Wo? Wacken in Schleswig-Holstein

Infos unter www.wacken.com

Lieber Leser, 

unser Wackentagebuch versetzt uns jedes Jahr selbst in Verzückung, dutzende Mitleser, Bilderkommentatoren und Freunde werden bestätigen: Man möchte eigentlich mit uns in den Norden fahren, wenn es wieder heißt: Rain Or Shine. In diesem Jahr fahren wir ohne unsere Wacken-Clique auf das Festival ins idyllische Dorf in Schleswig-Holstein, haben sich doch die Familienplanung und andere Pflichten unseren Mitreisenden in den Weg geworfen. 

Nichtsdestoweniger aufgeregt sind wir, als wir zu zweit von Eckernförde schon montags gen Wacken fahren, erstmals mit Wohnmobil, autark bewaffnet mit Solaranlage, zwei Toilettenkassetten, 140 Liter Frischwasser und 80 Millionen Tonnen guter Laune. Als Frühanreisende bekommen wir einen tollen Platz in einer Wohnmobilburg von Wackenfreunden aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich seit Jahren jährlich hier treffen und ihre Runde stetig erweitern. Wir finden hier schnell Anschluss, trinken das ein oder andere Likörchen zusammen und hauen uns gegenseitig die Taschen voll mit Geschichten aus den Festivalvorjahren. Toll, so kann die Wackenwoche starten. 

Am Dienstag checken wir das Gelände, es gibt keine Minimärkte mehr (nur noch Duschcamps) aber dafür einen großen Kaufland-Festivalmarkt mit allem, was das Festivalantenherz begehrt. Auch T-Shirts gibt es schon und so stehen wir 1,5 Stunden in brütender Hitze an für zwei Nickies mit 2021er Print. Nungut wir wollen uns ja nicht beschweren, die Gummistiefel dürfen in diesem Jahr gern in ihrem Schrank bleiben. Allerhand Essensstände von günstig bis exklusiv, mittelalterlicher Spiel und Spaß, Promotionaktionen (z.B. vom Campingwagenhersteller Hobby) und die Areas von Vereinen, Ausstellungen oder Austauschforen säumen das Festivalgelände. Diskutiert man auf der einen Seite über Gaming, geht es auf der anderen Seite um die Zukunft von Festivals im Rahmen von Umweltaspekten an sich. Wirbt man hier für handgemachte Holz-Skulpturen, geht es anderswo um DKMS und Knochenmarktypisierung. So ein Tag ohne Musik gewinnt auf dem Wacken an Input, schnell kann man Gleichgesinnte kennenlernen und auch Zeit totschlagen. 

Am Mittwoch zieht es uns zuerst vom Festivalgelände in Richtung Hauptstraße, wo wir unsere Lieblings-Dorfbewohner besuchen. Wir saugen das Flair ein, das rund um die hübschen, norddeutschen Häuschen Jahr für Jahr herrscht. Am Abend geht es dann ins Bullhead City-Zelt, es gibt endlich Musik auf großen Bühnen Wir sehen THE SWEET, Helfen meiner Jugend, und ich singe mit tausenden Menschen zu "Blockbuster" oder "Ballroom Blitz". Auch wenn The Sweet lang nicht mehr in Originalbesetzung sind fehlt es mir beim Liveerlebnis an nichts und auch die älteren Zuhörer nehmen uns fühlen sich in die goldenen Glamrock-Zeiten der 70er zurückversetzt. ROSE TATTOO entzücken danach nicht nur uns, sondern auch Jugendliche, Metalfans und die Generation 50 Plus. Fast schon schüchtern kommen "Angry" Anderson und seine Band auf die Bühne, knallen uns mit "Nice Boys (Don't Play Rock'n'Roll)", "Rock'n'Roll Outlaw oder "Rose Tattoo" großartige Rockklassiker um die Ohren und sehen nach dem Gig wohl so glücklich aus wie wir. Danach auf der Running Order stehen die SISTERS OF MERCY, ich bin nervös, die Band scheinbar auch. Von Fans nahezu hinter dem Vorhang vorgepfiffen präsentieren sie, im Nebel versunken, Goth Rock-Klassiker, während sich das Zelt vor ihnen leert. Ich tanze auf alte Zeiten zu leidenschaftslosen Sisters, ein Auftritt mit Kultcharakter war das jedoch leider nicht. Dann endlich, das Highlight für Wackenfans, MAMBO KURT! Oder auch nicht, denn ein Gewitter, Headliner eines jeden von uns besuchten Festivals, zieht auf. Das Bullhead City-Zelt wird evakuiert, wir trinken noch ein, zwei, zwölf Mexikaner vor unserem Wohnmobil und fallen dann ins Bett - auf dem Wacken muss man sich seine Kräfte wohlüberlegt einteilen.

Der Donnerstag beginnt, zur feierlichen Eröffnung des Infield, im Jägermeisterhirsch, besser gesagt in seinem Arsch, denn in dem Holzkonstrukt im Hirsch-Design sind auf drei Etagen Bars und Ausguck, Spaß und Schnaps. Ich begeistere mich sowohl für kalten Schnaps als auch für die patchbestickte Kutte die dieser Hirsch trägt, das ist tolles Marketing am Point Of Sales! Von hier aus hören wir das alljährliche Eröffnungskonzert von SKYLINE, die Band von Wacken-Macher Thomas Jensen mit den Gästen Gitarrist Gus G (u.A. Judas Priest) und Doro. BEYOND THE BLACK können uns nicht so richtig catchen und so shoppen wir über den Metal Markt, sehen dann KROKUS und tanzen später zu BOSS HOSS. Ob im Rodeostier in der Menge oder im Bällebad beim Stagediven, die Jungs sind gern hier und viele Wackenfans im Publikum sowie zahlreiche weibliche Konzertbesucher zeigen: Cowboys gehen immer! AIRBOURNE haben eine eigene Lemmy-Bar, quatschen aber unheimlich viel, spielen Trinkspiele mit ihren Fans und verteilen das braune Gold (Jack'n'Coke) - zu viel für meinen Geschmack, wollte ich doch weiter tanzen. Ob SABATON oder HELLHAMMER performed by Tom Warrior, ich komme nicht so recht in Fahrt im Laufe der Nacht und wir gehen zurück zum Camp. Hier sitzen wir also mit Freunden aus der Heimat bei Mexikaner und wollen in eine Runde Kniffel starten, als wir komische Töne aus dem Camp unweit entfernt der Wagenburg entnehmen. Rechtsrock, gruselige Teste und Menschen in Burzums-Shirts verderben uns nun endgültig die Laune. Spät in der Nacht melden wir das Camp patrouillierenden Sicherheitskräften, was dann folgt ist ein Schauspiel. Polizeibusse und Quads eilen innerhalb kürzester Zeit voran, nach dem Einsatzbefehl nehmen die Secus gemeinsam mit den Beamten das Camp auseinander, finden Hakenkreuz-Flaggen und andere verfassungsfeindliche Symbole inmitten von sächsischen Trabbifreunden fast in erster Linie zum Festivalgelände. Das dies so hier nicht herpasse bestätigen uns die  Einsatztruppen schnell, bedanken sich und lösen zu 10 Uhr am nächsten Morgen das Rechtsrockcamp auf. Bedröppelt fahren die Extremisten Freitagmorgen Heim, lassen nur eine Couch stehen und zeigen, wie schnell es geht, sein Festivalbändchen zu verlieren wenn man sich nicht an die Regeln hält und arrogant zur Schau stellt, was keiner auf einem Festival mit international herausragendem Ruf und Metalheads aus der ganzen Welt sehen will. Danke, liebes Wacken, das war ein toller Moment und rettete dann doch meine Stimmung!

Freitag gehen wir zu HAMFERD, einer Death Doom-Band von den Färör-Inseln, die färöisch singt, geprägt von der fast schon orchestralen, emotionalen Stimme von Sänger Jón Aldará. Es wird stressig heute, mit Gummistiefeln stapfen wir zu Bodycount den ersten Schlamm wieder glatt und genießen mit "Copkiller" oder "Manslaughter" Old School-Crossover. Wir sind quietschvergnügt bei ANTHRAX, die live immer wieder ein Genuss sind und bemerken eine Tina-Turnerisierung der Metal Szene, sehen wir nach Joey Belladonna Doro in ähnlichem Haarstyling. Wir sehen uns die wirklich großartigen PRONG an und THY ART IS MURDER, später am Abend genießen wir das Abschiedskonzert von SLAYER und wollen, nachdem wir die Kult-Band in den letzten Jahren auf der Bühne viel spielfreudiger und besser erlebt haben als früher, gar nicht, dass dies das letzte mal "Raining Blood" war. Es wirkt alles wie ein schönes Schauspiel, stille Worte weise gewählt zu kreischenden Gitarren und feinstem Thrash. War das wirklich das Ende? Ich mag und kann es nicht glauben. Zum Abschluss einen emotionalen Metal-Tages holen wir uns, was gestern nicht zu holen war: MAMBO KURT! Mit erfahrenen Schnapsgirls bewaffnet stellt sich Mambo Kurt einer bebenden Beergarden-Stage, wir bibbern in Nebel und wollen ins Bett Das war ein grandioser Wackentag, der Lust auf mehr macht!

Am Samstag starten wir mit Eierlikör und Mexikaner in den Tag, kommen auf touren, schauen uns MOLLLUST auf der Wackinger Stage in mittelalterlicher Atmosphäre an und gehen danach zu URIAH HEEP.  Auf der einen Seite ruhiger 70er Rock und eine schunkelnde Menge, auf der anderen Seite des Infield PROPHETS OF RAGE, die uns mit "Guerilla Radio" schlagartig aus dem Taumel erwecken - das ist Wacken! Tom Morello begeistert uns nachhaltig, wird live zum Biest und reißt uns mit sich. Ein schnelles "Ahhhhhahhhhaha" noch zu Lady In Black und Uriah Heep, dann ist der Nachmittag, an dem man sich gern zerteilt hätte, auch schon am Ende. Wir schauen uns den Vegan Black Metal Chef an, der im VIP-Bereich fröhlich kocht, gehen dann zu SEPTIC FLESH. Das war ein rundum gelungenes Menü, als Dessert gibt es Powerwolf und viel Spaß auf und vor der Bühne. Im Dunkel der Nacht stehen wir, dicht gedränt, in der Menge und erwarten PARKWAY DRIVE, die auf dem Wacken-Acker eine Live-Scheibe zu ihrer Viva The Underdogs-Tournee aufnehmen wollen. Mit Fackeln kommen sie, wie auch immer sie dorthin gekommen sind, von hinten, nähern sich vom FOH der Bühne, starten mit einem Feuerwerk und 85.000 Leute hüpfen. Irre! Ob nun ein Bassist im Rollstuhl auf der Bühne, Streicher auf schwebenden Podesten, ein rotierendes Drumset oder eine Bassistenmutter stagedivend vor der Bühne - wie kann man bitte Parkway drive live nicht lieben? Der Auftritt der Australier war perfekt, Sänger Winston McCall zeitweise zurecht sprachlos, die Menge vor der Bühne unbändig, die Songauswahl mit "Prey", "Carrion" oder "Wild Eyes" perfekt. Dieses Livealbum wird ein Meilenstein und zeigt, auch im Nachgang auf Film gebannt und frei über YouTube verfügbar, welche Kulisse das Wacken Bands aber auch Fans bieten kann. Danke! Wir könnten nun ins Bett gehen doch ein weiteres Highlight kündigt sich im Bullhead-Zelt an: FROG LEAP, der Pop-Klassiker in düstersten Death-Metal-Gewand verpackt. Wir gröhlen, tanzen, lachen uns kaputt, liegen Arm in Arm mit anderen Metalfans da und strahlen. dieses Festival fühlt sich an wie 10 Tage Urlaub, ist beseelend, gleichwohl körperlich herausfordernd und emotional.

 

Hach war das schon im letzten Jahr zwischen all den ausgefallenen Terminen und Livestreams einmal Livemusik zu erleben, einmal Festivalfeeling zu spüren, einmal Bier und Rock zu leben wie zu Zeiten vor der Pandemie. Ein Revival bietet das Heavy Rock Total!-Festival 2021, auf die Beine gestellt von den Metalheadz und dem UT Connewitz und mit regionalen aber auch weitgereisten Bands versehen. Heavy Metal bieten SINTAGE aus Leipzig, ACID BLADE aus Dresden, LOVE JUICE aus Leipzig, SPACE CHASER aus Berlin sowie AQUILLA aus Polen. Mit CHEROKEE aus Köln wird das Line-Up gewürzt mit good old Hard Rock. Dazu gibt es ein liebevolles Outside-Festival im Stile 2020, Veranstalter mit Herz für Grobes, kühles Pilsener und nette echte Menschen, nicht durch die Pixel eures Bildschirms sondern live und in Farbe.

Feiert mit uns, das wird großartig!

Was? Heavy Rock Total! Festival 2021

Wann? 25. September 2021

Infos und Tickets für 22 Euronen das Stück gibt es bei TixForGigs

Erst heute gaben Trivium den Tourstart bekannt, bei Sushi und kühlen Getränken feierten sie auf ihren Social Media Accounts, endlich wieder die Konzerthallen der Welt zu erobern.

Auch Leipzig holt sich das gigantische Package nach Hause. Trivium (neues Album "What The Dead Man Say" wurde 2020 veröffentlicht), Heaven Shall Burn (veröffentlichten 2020 Of Truth And Sacrifice), die Prog-Metaller von TesseracT und die Deathcore-Band Fit For An Autopsy reißen das Haus Auensee aus den Fugen. HSB spielen hier zuletzt mit Parkway Drive - gefühlt ein Heimspiel - und ohne Corona-Beschränkungen würde wohl auch bei der Tour mit Trivium Schweiß in Strömen von der Decke des historischen Konzertsaals fließen. Wer modernen Metal in bester Machart mit großartigen Menschen genießen will kann nur zuschlagen - Tickets gibt es noch für 51,90 € im Vorverkauf. Wir sehen uns im Circle Pit!

Wann? 18. November 2021

Wo? Haus Auensee Leipzig

Infos und Tickets gibt es auf der Webseite von Heaven Shall Burn