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Zombiewalk Leipzig 2011

On: 03/10/2011

Der 10. September 2011 begann mit einem riesigen Dröhnen im Kopf. Ich hatte diesmal geschlafen wie ein Toter, aber irgendwas fühlte sich an jenem Tag anders an als sonst. Gegen 14 Uhr schaffte ich es mich zum Spiegel im Bad zu bewegen. Doch was ist das? Überall war Blut! Was hab ich gestern gemacht? Ich musste der Sache auf den Grund gehen. Ich begab mich auf den Weg zum Augustplatz in Leipzig. Merkwürdigerweise wogen meine Knochen und mein Fleisch, zumindest das was noch dran war, viel mehr als sonst. Also ging es nur sehr langsam und schleppend voran. Gegen 17:50 kam ich an und sehe schon, dass es nicht nur mir so ergangen ist.

 

Bereits 20 andere sahen aus als hätten sie die gestrige Nacht nicht mehr lebend überstanden, doch trotzdem wollte auch ihre Seele den Körper nicht verlassen. Als ich fragen wollte was passiert sei, war meine Stimme total weg. Alles was aus mir raus kam waren ein paar stöhnende Laute die nicht zum Verständigen reichten. Ich blickte um mich und immer mehr Menschen, Untote, wie auch immer man es bezeichnen möchte, kamen an. Warum eigentlich ausgerechnet hier? Es schien als würden auch sie einem Lockruf folgen, der sie auf diesen Platz führte. Inzwischen waren es über 100 und es nahm kein Ende. Wir alle wurden langsam hungrig. Doch nicht nach dem was man sonst so isst, sondern nach menschlichen Gehirnen. Und da! Ich sah jemand der mir irgendwie als Anführer schien. Er trug einen abgetrennten Kopf bei sich, dessen Geruch uns einfach anzulocken schien. Er bewegte sich weiter weg und wir ,die inzwischen über 160 Untoten, folgten ihm aus mir heute unerklärlichen Gründen. Er führte uns durch die Leipziger Innenstadt in Richtung Markt, vorbei an den Menschen die uns mit schockierten Blicken anstarrten. Das interessante dabei war, dass man bei vielen von uns sogar die Todesursache noch erahnen konnte. Angefangen von einem verunglückten Football-Spieler, einem ermordeten Mafiaboss, einer verstorbenen Braut, dem zu tote gefoltertem Hofnarren bis hin zu Ash, der den Kampf gegen die Armee der Finsternis verlor und nun selber zu einen von ihnen wurde, war alles dabei. Unser Weg führte uns nun weiter durch Karstadt und sogar Galeria Kaufhof. Doch wir wollten nichts kaufen, wir folgten lediglich dem Geruch, der uns antrieb. Dabei versuchte man uns mit Blitzlichtgewittern aufzuhalten - doch jemand der bereits tot war, konnte nicht mehr an Epilepsie zugrunde gehen. Also erreichten wir nun den Leipziger Hauptbahnhof wo wir verwirrt Rolltreppen rauf und runtergingen bis wir am anderen Ende ankamen. Anschließend lag nur noch der Weg ins 1880 vor uns wo eine Party für die Untoten veranstaltet werden sollte. Vielleicht hätte ich da erfahren was mich dazu veranlasste mich auf diesen Pfad mit gleichgesinnten führte. Doch das sollte ich nie erfahren da einige von uns vorher schon vom Weg abkamen – darunter auch ich.

 

Ich ging nach Hause, wusch mir das Gesicht und stellte fest. Es war nur Farbe.

 

-Johnny Longneck

 

Gelesen 3258 mal Letzte Änderung am 15/05/2012

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