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28.09.2015 - Peter Heppner @ Gewandhaus zu Leipzig

On: 31/08/2015

Peter Heppner im Gewandhaus zu Leipzig, Mendelssohn Saal 
– Akustiktour 2015 – 

 

Wer kennt die markante Stimme von Peter Heppner nicht? Die Stimme von Wolfsheim und anderen Neben- und Soloprojekten des Künstlers. Nach der so gut wie ausverkauften Tournee im Jahr 2015 beginnt Peter Heppner mit Band nun den zweiten Teil.

Es wird live und akustisch gespielt, im September 2015 startet der zweite Teil seiner exklusiven Akustiktour in 11 Städten. Am 28. September 2015 ist es dann in Leipzig soweit!

Peter Heppner und Band geben sich die Ehre im Gewandhaus Leipzig zu spielen.

Die Erwartungshaltung an Musiker sowie Veranstaltungsort sind natürlich hoch und wir freuen uns auf ein wunderschönes akustisches Konzert.

 

http://www.universal-music.de/peter-heppner/home

 

Spielorte der Akustiktournee im September 2015: 

16.09.2015 – Hannover, Markuskirche

17.09.2015 – Chemnitz, Stadthalle Kleiner Saal

19.09.2015 – Rostock, Stadthalle Club Bühne

20.09.2015 – Potsdam, Nikolaisaal

22.09.2015 – Dresden, Filmtheater Schauburg

23.09.2015 – Wien (A), Theater Akzent

25.09.2015 – München, Gasteig Carl Orff Saal

26.09.2015 – Erfurt, Stadtgarten

28.09.2015Leipzig, Gewandhaus zu Leipzig Mendelssohn Saal

29.09.2015 – Stuttgart, Theaterhaus

30.09.2015 – Köln, Gloria Theater

Gelesen 1979 mal Letzte Änderung am 14/09/2015

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Jens Korthas gepostet von Jens Korthas On: 29/09/2015

    Peter Heppner - eine Religion?

    Seit Wochen freute ich mich auf das Akustikkonzert von Heppner im Gewandhaus, gestern war es endlich soweit und die Vorfreude auf den Hamburger schlug bereits am Morgen in eine kleine Nervosität um. Was erwartet einen, wie kommen seine melancholischen Lieder und die unverkennbare Stimme rüber, was macht man zwei Stunden auf einem Stuhl, wie kommt man überhaupt ins Gewandhaus?
    Der Weg ins Konzert war frei von Behinderungen, das Demochaos dehnte sich diesmal auf dem östlichen Ring aus. Das erste Aha-Erlebnis gab es gleich in der Tiefgarage unter Masurs-Musiktempel, ausgesprochen freundlich und zuvorkommend erklärte mir der Diensthabende den Weg nach oben und welchen Parkscheinautomaten ich benutzen sollte. Völlig geplättet erreichte ich die Abendkasse und die Freundlichkeit ging weiter. So eingestimmt stieg ich die Stufen zum Mendelssohn-Saal hinauf und traf dort auf über 200 Endvierziger, die still ausharrend auf das Öffnen der Türen warteten. Kurz nach Dreiviertel Acht war es dann soweit, fast geruhsam betraten wir den Saal, welcher den Charme der 70-er/80-er Jahre einem mit riesigen Kronleuchtern entgegenbrüllt. Platz an der Mittelreihe erwischt, Konzert ausverkauft, feuchte Hände, still erwartet die Fangemeinde ihren Meister. Punkt acht ist es soweit, Licht aus, Spot an, Pianist, Gitarrist und Schlagzeuger...kein Peter, Stille... Und dann taucht er auf, Jeans, weißes Hemd, über der Hose getragen, graue Haare, Mittelscheitel. Der Saal tobt, ich bin versucht "Yeah" als Gefühlsausbruch zu schreien, ein Blick ringsum, es wäre unangebracht, alles sitzt, wartet gespannt und ohne Begrüßung geht es los. Altbekanntes, "And I" von Wolfsheim wird zelebriert, nicht gesungen, mir schnürt es die Kehle zu, Scheiße, ich brauch n Taschentuch, überwältigt kullern Tränen. Bin das noch ich? "Casting Shadows" schießt es mir durch den Kopf, das Album steht im Regal. Langsam komme ich wieder runter, Beifall, ein freundliches "Guten-Abend-Leipzig!" Der Saal schaut gebannt auf Peter. Mit diesem Beginn weiht Heppner das Gewandhaus in einen Tempel seiner Melancholie, in einen Dom seiner Lieder, auf einem Barhocker halb sitzend, halb stehen verkündet er sein Evangelium. Er ist der Priester, wir folgen ihm als seine Jünger. Entrückt der Welt vor den Toren lauschen wir gebannt "Care for you" - "kümmere mich um Dich". Wie passend! Ich fang an mit den Füßen zu wippen, mehr traue ich mich nicht, die Gläubigen ringsum starren wie hypnotisiert und unbeweglich auf das Stimmenphänomen. Halleluja! Heppner macht die Bühne zum Altar. Ich hab ja schon einiges erlebt, das hier ist mir neu, neu und nicht fremd, so ähnlich ist es mir am Weihnachtstag beim Gottesdienst in der Nikolaikirche ergangen. Eine unbekannte Welt stürzt auf einen ein, fehlt nur noch das "Amen" der Gemeinde. Was macht der Typ da vorn nur? Ach ja, er sagt es uns: "Meine Welt"! Alles klar! Sein Notenheft wird zur Bibel, wir lauschen, still, keiner traut sich ein Bonbon auszuwickeln, keiner ein Wort mit dem Nachbarn zu wechseln. "Ich mal ein Auto was nicht stinkt...", "einen Herrscher, der mal nicht durch die Macht verdirbt...", "und dann mal ich noch n Krieg, in dem keiner jemals stirbt..." Erschreckend aktuell. Beifall durchatmen, Heppner greift zum Rotweinglas, süß. Immer weiter fesselt er einen mit seinem Mischmasch aus schottischen Balladen, Kinderliedern, lateinamerikanischen Rhythmen und Chansons. Die Melodien sind verfremdet, die Texte kennt man. Die Musiker geben alles und unterstützen den Vortragenden. Wie Ministranten sorgen sie, mit Heppner als Lektor, für einen reibungslosen Ablauf der Messe. Wir sind aufgerufen, bewußt zu folgen. Beifall reißt mich hoch. Heppner räuspert sich, hüstelt und meint "Scheiße anstrengend!" Der Saal tobt. Wir wechseln zwischen alten Wolfsheim Songs und Liedern aus seinen Soloalben. "Künstliche Welten", hach ja, Zauberwelt. "Die Flut", was für ein Text! "Wenn Finsternis den klaren Blick verhüllt..." Die Gedanken wandern raus aus dem Saal, raus auf die Straße, wo nun schon seit Monaten Hass und Gewalt regiert. Bin ich froh hier drinnen zu sein, still sing ich mit "Gibt es dort am kalten Firmament nicht auch den Stern, der nur für mich verbrennt... Und Du siehst zum Himmel auf, fluchst auf den sturen Zeitenlauf..." Einem Choral gleich füllt das Lied den Saal. Wahnsinn! Heppner zu beobachten, erinnert einen ein wenig an Rain Man, irgendwie autistisch, unbeweglich sitzt er auf seinem Stuhl, wen er sich durch die Haare streicht geht ein Raunen durch den Saal, er genießt diese Aufmerksamkeit. "Wir sind wir", Mut, Zuspruch, Hoffnung, es geht immer weiter, danke Peter! "Kein zurück" - hach das hab ich mal zum Vertonen des Hochzeitsvideos eines guten Freundes genommen, lange her. Heppner als Comedian: "Wir machen mal was anderes, das geht einem sonst noch auf den Sack - besonders mir!" Alles brüllt und es folgt "The Sparrows and the Nightingales" im Salsa-Rhythmus. Gänsehaut! Eigentlich wäre das Konzert oder sagen wir lieber die Heppner-Messe nach 1,5 Stunden zu Ende gewesen, doch die bis dahin ruhigen Gläubigen sprangen auf und feierten ihren Heilsbringer. Vollkommen verrückt! Zweimal kamen sie wieder und beim letzten Mal zeigte dieser unauffällige Künstler, den man jede Form von Schmerz und Melancholie abnimmt, was für ein geselliger und humorvoller Typ er sein kann. Ein mir unbekanntes Lied über Selbstverliebtheit, Treue und Machogehabe ließ den Tempel noch einmal toben, danach war es wieder nur der Mendelssohn Saal. Vollkommen geplättet und begeistert, meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sie wurden mehr als übertroffen, verließ ich den Raum, natürlich nicht ohne mich bei den Tontechnikern zu bedanken, sie haben einen Klasse Job gemacht. Ein bisschen wie auf Droge halfen erst zwei Weißbier um die Euphorie aus dem Körper zu treiben. Was bleibt mir vom Abend? Das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Handwerklich und technisch perfekt, doch nicht kalt, sondern mit Gefühl vorgetragen und mit Liebe erfüllt, wurde Musikgenuss neu definiert. Die Harmonie der Band untereinander und zu ihrem stimmlichen Führer übertrug sich auf die Gäste. Nie zuvor hab ich solch diszipliniertes Publikum erlebt, welches auch am Ende des Abends ruhig wieder in die Wirklichkeit schritt. Stille kann so bewegend sein. TASCHENTUCH!

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